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15—50 m hohe Spitzsäulen, die aus einem einzigen Granitblocke hergestellt
wurden. Am Ufer des Sees Möris in Mittelägypten lag das Labyrinth.
Das war ein Reichspalast, der 12 Höfe und 3000 Zimmer, 1500 über der
Erde und 1500 unter der Erde, umfaßt haben soll. In ihm kamen die höchsten
Reichsbeamten zu Beratungen und zum Opfer zusammen. Jetzt sind nur noch
Trümmer von diesem Riesenpalaste übrig. Vor den Tempeln und Palästen
lagen oft Sphinxe. Das waren große Steinbilder, die Löwen mit einem
Menschen-, Widder= oder Habichtskopfe darstellen. Sie waren 2—4 m lang und
immer aus einem Stücke gehauen. Die Riesensphinx bei Kairo ist sogar 57 m
lang und 20 m hoch.
Die Dhönizier.
1. Wohnsitz. Die Phönizier bewohnten die Ostküste des Mittelländischen
Meeres und zwar den schmalen Küstensaum, der sich zwischen dem Meere und dem
Libanon ausdehnt. Der steinige Boden dieses Landstriches war zum Ackerbau
wenig geeignet. Aber der angrenzende Libanon lieferte Zedern und Erz. Seine
Bewohner trieben daher Schiffsbau und Handel, besonders Seehandel. Ihre Hauptstädte
waren Tyrus und Sidon.
2. Seefahrten. Mit ihren Schiffen besuchten die Phönizier alle Küstenländer
des Mittelmeers. Überall gründeten sie Kolonien. Besonders häufig kamen sie
nach Spanien. Dort gab es Silber in Menge, und gediegenes Gold wurde hin
und wieder in 2—300 g schweren Stücken aufgefunden. Auch war es reich an Getreide,
Ol, Wein, Honig usw. Dieses Land lockte die kühnen Seefahrer, und in kurzer
Zeit entstanden an den Küsten Spaniens eine Menge phönizischer Kolonien. Bald
wagten sich die Phönizier aber weiter hinaus und durchschifften die Straße von
Gibraltar. Diese galt damals für das Ende der Welt. Die zu beiden Seiten der
Straße gelegenen Felsen führten den Namen „Säulen des Herkules“, weil man
glaubte, daß Herkules sie als Torsäulen aufgerichtet habe. Da die Phönizier noch
keinen Kompaß hatten, hielten sie sich immer in der Nähe der Küste. Bald kamen
sie auch nach England. Hier fanden sie viel Zinn. Sie nannten daher das Land
die Zinninsel. Ob sie auch in die Ostsee eingedrungen sind und hier den glänzenden
Bernstein selbst gefunden, oder ob sie ihn nur von den an der Nordseeküste wohnenden
Völkern eingetauscht haben, ist zweifelhaft. Durch ihre Reisen gewannen die
Phönizier bald große Reichtümer. (Jes. 23, 8.)
3. Entdeckung des Purpurs. Man nimmt an, daß die Phönizier die Entdecker der schönen
Purpurfarbe gewesen sind. Ein Schäfer, so erzählt die Sage, bemerkte einst, daß die Schnauze
seines Hundes sehr schön rot gefärbt war. Als er etwas Wolle nahm, um dem Hunde das vermeintliche
Blut abzuwischen, sah er, daß sich die Wolle ebenfalls so prächtig rot färbte. Nun
suchte er nach der Ursache und fand kleine Schnecken am Ufer, deren Saft die schöne Farbe
enthielt. Bald färbte man mit diesem Saft allerlei Gewänder. Sie kamen als,tyrischer Purpur“
in den Handel und waren sehr teuer.
Die Hüyrer und Babylonier.
I1. Das affyrische Reich. Ostlich vom Tigris lag das assyrische Reich. As
seinen Gründer nennt die Sage den König Ninus. (2000 v. Chr.) Er war
ein gewaltiger Held und der Erbauer der großen Stadt Ninive, die über drei
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