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sorgtsein äußert (ähnliche von Tieren hergenommene
Bilder vgl. unter maus, mücke. ratie, wurm u. j. w.);
seit 16. Ih. nachzuweisen, zum Teil schon in verblaßter
Bildlichkeit, daber gewiß älter: spitzfuündige fremde
grillen Fischart Bienk. 86"; all ire frömde grollen
und grillen 159: grille im haupt, falsche einbildung,
faotasey Henisch; lasz mich mein braut schen, ob
mir die grillen aus dem kopf kemen B. d. Liebe 2145;
wann ich meine alte possen und grillen ube Simpl.
3,190; grillen haden (seltsame Einsälle oder verdrießliche
Gedanken), grillen machen, das sind grillen Adelung;
er hat die grille, dasz er sein urkheil niemals
ändern will ebd.; diese ewige grille von Karl Schiller
Räub. 3, 1; dasz ich deinen schwarzlebrigen grillen zu
gebote sten 5, 1; deinen jahren verzeiht man zehn
ausschweifungen vor einer einzigen grille Kab. 1, 7;
rüchen uns . an den grillen der liebe 5, 7; sultan
. . der solche grille hat Lessing Nath. 3, 5; dier
kommt eine pDabrung, bei der man eher grillen machen
kann. der liebe melancholische kaffee! Minna 4,1;
wer wollte sich mit grillen plagen Hölty 203; deiner
thörichten grillen bin ich satt Grillparzer 4, 90;
verstärkend zu laune: oft werden aus den launen grillen
Wieland 3, 105; in noch frischerer Bildlichkeit: mir
sollte.. eine grille im kopfe surren Schiller Kab.
2, 1; so schnell als diese grille in mir aufsticg, war
sie auch ausgefübrt Goethe Du W. 13; die stirn in
falten ziehn und magre grillen haschen Wieland
Idr. 1, 66; ich babe uber dieses gedicht einige grillen
gelangen Lessing Brief 1762; sie ist.. blasz und
matt und füngt grillen Heyse 5, 53; musz mir mit
grillen die tage vertreiben Seume Ged. 147; mitgebracht,
was dir die grillen vertreiben soll Freytag
Handschr. 2, 400; ihr diese letzte grille auch voch ausutreiben
Keller Werle 7, 103. — Zusammensetzungen:
Grillenfang, m. Fang von Grillen; gewöhnlich in übertragenem
Sinne, Hingeben an seltsame Einsälle und
verdrießliche Stimmung: gebet harm und grillenfang,
gebet ihn den winden Hölty 197.— Grillenfänger, m.
der Grillen sängt: du bist der ewige grillenfünger
Schiller Fiesko 1, 7; dazu: die grillenfängerei eines
murrkopfs; diese grillentungerische behutsamkeit Werke
3, 552. — Grillenvertreiber, w. der Grillen vertreibt:
wein ist ein guter grillenvertreiber; Titel einer Schwanksammlung
von 1603.
Grillen, schreien wie eine Grille; übertragen: ich
grille aber villcicht zu laut Frölich Stob. 82; Grillen
baben und äußern: schmollt der mann und grilit die
trau Goetbe Faust I. — grillenhaft, voll Grillen, von
Grillen gesolgt: ein grillenhafter mensch; ich hatte
Grillenfang — grimm.
selbst olft grillenhafte stunden Goethe Faust I. —
grillig, Grillen habend: grillig, hirnwuetig Heuisch;
von jahr zu jahr grilliger und unlenksamer Heyse
Par. 2, 318; grillige und bissige reden 2, 72.
Grimästc, f. verzogenes Gesicht, Fratze; Lehnwort
des früheren 18. Ih. aus franz. grimace (bei Seriander
1739 noch in jranzösischer Schreibung und mit der Verdeutschung
wunderliche minen): sic machte uber diesen.
verlust unerträgliche grimassen Gellert Betschw. 2, 4;
die verziehung (des Mundes) musz nicht bis zur grimasse
gehen Lesfing Gal. 1, 4; grimassen vor dem
spiegel Schiller 2, 443; die wunderbaren grimassen
.. in die ich mebrere frauenzimmer ausbrechen sah
Goethe Werther 1. «
Gkuum,fehtzomig,schrecklich,wild;gememgerm»
nur gothisch nicht bezeugtes Wort, altnord. grimmr,
altengl. altsächs. grim, ahd. grim und grimmi, mhd.
tzrim und grimme, im Ablaut und nächster Verwandtschaft
zu gram (1. d.). In der alten Spr. häufig, von
lebenden Wesen, Zuständen, Erscheinungen: der grimme
Hagne Nib. 934; daz tier ist gar grimm Megenberg
; hat ainen grimmen hunger 167, 32; also grime
M. Heyne, Deutsches Wörterbuch, 1.
Grimm — Grind. 1250
und tief was der schuee D. Städtechr. 5, 190; wenn du
nit hetst eins menschen stimm. ieb sprech (spräche),
du werst ein wunder grimm BWaldis Esop 4, 59;
der segel grimmes prellen AGryphins 2,21; päter
zu Gunsten von grimmig zurückgetreten, in der Dichterjpi.
aber seit 1 5. Ih. erneuert: es haut nach mir mit grimmen
zähnen Schiller Kampf mit d. Dr. 238; mit grimmen
bissen 240; wenn durch das volk die grimme seuche
walhet Goethe Sonette 11; der grimme leu Grillparzer
4, 127; spracb er grimm Scheffel Ekleh. 294;
— eine Zusammenrückung grimmkalt war immer der
oberdeutschen Volksfpr. eigen: es ist grimmkalt Schiller
Fiesko 4, 3. — Grimm, m. Zustand eines Grimmen,
großer, hestiger Zorn, aus dem Adj. seit dem Mhd. entwickelt:
mit grimme livl. Chron. 6225; bis sich der
grim deines bruders wende 1. Mos. 27, 44; da du deinen
grim auslieszest 2. Mos. 15, 7; da ward der könig scer
zornig und sein grim entbrand in jm Estb. 1, 12; als
höherer Grad oder wilder Ausbruch des Zorns: kere
dich von dem grim deines zorns 2. Mos. 32, 12; man
musz den grimm des zorns nicht herschen lassen,
comprimende est iraeundiae saevitia Stieler; in
der neueren Spr. mit dem Beisinne der innerlich wühlenden
Bitterkeit: in grimm gerathen, seinen grimm
an jemand auslassen Adelung; da regt sich plötzlich
der alte grimm Uhland 338; wilder grimm Grillparzer
4, 147, heiszer grimm 5, 120; während mir
der grimm in allen adern kochte Heyse 8s. 201. —
grimmen, 1) grimmig machen, an Stelle von ergrimmen
(l. d.): wenn dichs auch grimmt, verbeisz es Heyse
, 293; doch ist noch eins, was sie grimmt und natt
Wildenbruch Generalfeldob. 1,1; — in älterer Spr.
ein starkformiges grimmen — grimmig sein, wüten,
noch im 16. Ih.: senire grrmmen Dief.; der löw
zorniglich grimmen thet BWaldis Esop 1, 73; das
der herr von dem grimmen seincs zorns abgewendet
werde 5. Mos. 13, 17; später uniergegangen. 2) anderes
grimmen, reißende Schmerzen im Leibe empfinden, alte
Nebenform zu ahd. krimman, mhd. krimmen, — krallen
und kratzen überhaupt: atinnilare pfetzen, grymmen,
grummen Dief.; colscus dolor, das grimmen Frischlin
Nomenel. 207; ein unsettiger fras hat das grimmen und
bauchwehe Sir. 31, 24; es grimmt mich im leib Frisch;
vgl. dauchgrimmen. Verwechselung mit dem vorigen
grimmen liegt nahe, und bei der Redensart das grimmt
mich kann auch an bildliche Verwendung des Begriffes
reißen oder krallen gedacht werden. — grimmig, Grimm
habend, wütend, schrecklich, ahd. grimmig, mhd. grimmec;
von Lebewesen, ihren Gesinnungen, Lardlungen, u. a.:
ist gar ain grimmigs tierl Megenberg 128, 32; das
die leute hoflertig und grimmig sind Sir. 20, 21; der
herr ist grimmig ubcr alle jre beer Jes. 34, 2; der
grimmige zorn des herrn 4. Mos. 25, 4; ein grimmiger
mensch Stieler: umgeht er den leu grimmig schnurrend
Schiller Handschuh 32; packt sie mit scinen
grimmigen tatzen 10; da stieg es schwarz und grimmig
in seinem herzen auf Hebel 2, 152; der feinde grimmigster
Grillparzer 5, 141; blich grimmig sitzen
Frer eg Handschr. 1, 85; von scharf schmerzenden
ingen, Eindrücken u. ä., wo auch Berührung des Sinnes
mit grimmen 2 nahe liegt: grimmiger hunger, schmerz,
frost; es ist grimmig kalt Steinbach; hier uberfiel
uns abermals ein grimmiger regen Goethe 30, 107;
mich friert grimmig Du W. 16; bei recht grimmiger
kälte Gandy Erz. 109; = Grimm hervorrusend: da
er einen grimmigen wein trank, begunn es ihn .. zu
wurmen C FMever Nov. 1, 16°.
Grind, m. Schorf auf einer Wunde, körniger Ausschlag,
ahd. grint, crint, mhd. grint, im Ablaute und
engster Verwandtschaft zu grand (s. d.); gibor Friut,
grind uff dem haupt Dief.; wenn aber der grind weiter
friszt in der haut 3. Mos. 13,7; der herr wird! dich
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