Contents : Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. I. Band, 2. Abteilung. Von der Landesteilung von 1382 bis zum Übergange der Kurwürde an die Albertiner (1547). (2)

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&  7  ½¼  betragen  haben  nach  heutigem  Goldwert;  der  Silberwert
müßte  aber  entschieden  höher  angenommen  werden,  weil  der  heutige
Münzwert  des  Silbers  zum  Golde  nur  1:  15  1  beträgt,  der  damalige
aber  1:  10¾  oder  11  stand,  wonach  man  auf  einen  relativen  Wert
von  etwa  10  Mark  käme.  —  Solche  Guldengroschen  wurden  auch  seit
dem  Jahre  1513  von  dem  böhmischen  Grafen  Schlick  zu  Joachimsthal
ausgeprägt  und  erhielten  darum  den  Namen  joachimsthaler  Münzen;
man  nimmt  an,  daß  durch  eine  im  Volksmunde  sich  vollziehende  Abkürzung
  aus  den  Joachimsthalern  Thaler  entstanden  seien.  Nach
anderer  Ableitung  würde  die  Benennung  der  neuen  Münze,  da  man
ursprünglich  das  Geldpfund  zu  20  Schilling  auch  in  Deutschland  häufig
mit  dem  Ausdrucke  Talent  bezeichnete,  aus  der  Zusammenziehung  eines
volkstümlichen  Plurals  Talenter  zu  erklären  sein.  Der  Ausdruck  Thaler
findet  sich  dann  auf  sächsischem  Boden  zuerst  1534  als  eine  amtliche
Bezeichnung,  hat  aber  seinen  Weg  dann  durch  die  gesamte  Handelswelt
  der  damaligen  und  späteren  Zeit  genommen  und  findet  sich  im
Italienischen  als  talero,  im  Holländischen  als  Daalder,  in  Dänemark
und  Schweden  als  Rigs=  oder  Ricksdaler  und  in  Nordamerika  als  Dollar.

Feste  Ordnung  zu  schaffen  gelang  trotz  aller  vorerwähnten  Münzordnungen
  schwer;  Geldnot  auf  Seite  des  Fürsten  ließ  ihn  allzu  oft
die  Münzmeister  als  beste  Quelle  um  Darlehen  angehen,  die  dann
wieder  trotz  aller  auf  dem  Papier  stehenden  strengen  Strafen  aus
ihrer  Gefälligkeit  für  ihre  Tasche  im  eigentlichen  Sinne  des  Wortes
Kapital  schlugen.  Dazu  kam,  daß  die  Reichsregierung,  im  übrigen
vom  gleichen  Übel  geplagt,  nicht  stark  genug  war,  um  die  Reichstagsbeschlüsse
  über  Münzwesen  allenthalben  mit  Energie  durchzuführen.
Wer  darum  vollwichtige  Münzen  in  gewissenhafter  Weise  prägen  ließ,
dem  ging  sein  gutes  Geld  außer  Landes,  um  in  anderer  Herren  Münzstätten
  umgeprägt  zu  werden.  Dafür  kam  dann  fremde  Münze  ins
Land,  zum  großen  Schaden  der  Empfänger,  die  sich  dagegen  nicht
wehren  konnten.  Darum  erließ  kurz  vor  des  Vaters  Tode  Herzog
Georg  am  17.  Mai  1500  eine  Münzordnung  im  Einvernehmen  mit
den  ernestinischen  Vettern,  daß  niemand  gehalten  sei,  fremdes  Geld
bei  Ankauf  oder  Verkauf  in  Zahlung  zu  nehmen.  Alte  Schulden,  die
in  Gold  verschrieben  waren,  follten  auch  in  Gold  gezahlt  werden,  neue

Verbindlichkeiten  aber  nach  dem  neuen  Guldenfuße  zu  *  „Groschen,
Sturmhoefel,  Geschichte  der  sächsischen  Lande.