Full text : Das Königreich Württemberg. Zweiter Band_1. (2)

44  Das  Volk.

gere  Maße;  nur  Ehingen  entspricht  noch  dem  allgemeinen  Mittel.  Für  diese
Oberämter  mag  vorerst  nur  kurz  die  Nähe  und  der  Einfluß  der  fiebererzeugenden
  Niederungen  von  Donau,  Iller  und  Blau  hervorgehoben  werden.  Der
äußerste  Süden  des  Landes  zeigt  in  Laupheim  (165,9),  Biberach  (165,4),
Saulgau  (165,3),  Waldsee  (165,9),  Leutkirch  (165,5),  Tettnang  (165,2)
und  besonders  in  Wangen  (166,0)  durchaus  eine  bedeutendere  Größe  der
Gemusterten.  Ravensburg  steht  in  Bezug  auf  die  Körpermaße  (164,6),
wie  in  manchen  anderen  Beziehungen,  auffallend  tiefer  und  isolirt  da,  ohne
daß  es  bis  jetzt  möglich  wäre,  diese  Differenzen  zu  erklären.  Im  Uebrigen
  erscheint  ganz  Oberschwaben  nach  allen  Seiten  von  gleichförmigem
Verhalten,  als  eine  ausgedehnte  Hochfläche,  überwiegend  mit  Ackerbau  und
Viehzucht  und  mit  einer  körpergroßen  kräftigen  Bevölkerung.  Im  Oberamt
Wangen  steigen  die  ersten  höheren  Berge  des  Allgäus  empor,  das  sich  im
benachbarten  Bayern  zu  viel  bedeutenderen  Erhebungen  entwickelt.

Der  nördliche  Theil  von  Württemberg  verhält  sich  in  Bezug  auf
seine  Bodengestaltung  und  seine  Bevölkerung  ganz  anders  als  die  oberschwäbische
  Ebene.  Der  Schwarzwald  im  Westen  und  die  Keuperberge
nördlich  vom  Remsthal  durchziehen  das  Land  von  Nord  nach  Süd.  In
beiden  Bergzügen  hat  die  Bevölkerung  niedere  Körpermaße.  Das  Waldgebirge
  des  Schwarzwalds  beginnt  mit  dem  Oberamt  Sulz  (164,8);  dann
folgen  Oberndorf  (164,3),  Freudenstadt  (164,1),  Nagold  (164,4),  Neuenbürg
  (164,1)  und  Calw  (164,7).  Im  Osten  erhebt  sich  nordöstlich  von
Schorndorf  (164,5)  der  Welzheimer  Wald,  und  die  bewaldeten  Berge  erstrecken
  sich  durch  die  Oberämter  Welzheim  (164,5),  Gaildorf  (164,0)  und
Backnang  (163,7).  Hier  setzen  sie  sich,  indem  sie  niederer  werden,  westlich
fort  in  die  Weinbergbezirke  Marbach  (163,2),  Besigheim  (164,5)  und
Weinsberg  (163,6).  Ueberall  in  diesen  Oberämtern  tritt  der  Ackerbau
zurück;  Waldbau  und  Weinbau  legen  der  Bevölkerung  größere  Entbehrungen
und  Anstrengungen  auf.  Beide  Gebirgszüge  gehen  an  ihren  Rändern  in
Hochflächen  über.  In  dem  Winkel  zwischen  Schwarzwald  und  Alb  liegen
Herrenberg  (165,6),  Böblingen  (165,3),  Stuttgart  Stadt  (165,5)  und
Amt  (165,3),  Eßlingen  (165,5),  Cannstatt  (165,3)  als  eine  mäßig  durchschnittene
  Hochebene,  südlich  mit  Ackerbau,  nördlich  mit  zunehmendem
Weinbau  und  mit  einer  Bevölkerung  von  bedeutenden  Körpermaßen.  Diese
Terrasse  senkt  sich  durch  Waiblingen  (164,8),  Ludwigsburg  (164,8),  Leonberg
  (164,7),  Vaihingen  (164,8),  Maulbronn  (164,8)  und  Brackenheim
(164,8)  theils  den  weinbauenden  Distrikten  des  unteren  Neckars,  theils
der  Rheinthalebene  zu.  Auch  in  der  letzteren  Richtung  wird  viel  Weinbau
  getrieben.  Die  Körpermaße  liegen  noch  etwas  unter  dem  Mittel.
Erst  in  den  Oberämtern  Heilbronn  (165,5)  und  Neckarsulm  (165,5),  welche
ganz  in  die  Ebene  südlich  vom  Odenwald  übergehen,  steigen  die  Maße