Metadaten : Blätter für Rechtsanwendung. XXIV. Band. (24)

254  Scheidung  von  Tisch,  und:  Bett  auf  Unbestimmte!  Balt.

Anmerkung  vorkommende  Verweisung  auf  Bar,
Schmid's  Kommentar  Nr.  2.u.  17  (zu.  Art.  VI
des  bayerischen  Landrechtes  vom  Jahre  1616).,
Denn  in  der  ceitirten  Nr.  2  bemerkt  Bar.  Schmid
nur,  wenn  der  Mann  die  Ursache  zur  Scheidung
gegeben  habe,  so  müsse  dem  unschuldigen  Weihe#
Alles,  was  im  Art.  V  des  älteren  Landrechtes  sonderheitlich
  hergezählt  worden,  zurückgegeben  werden,
und  in  diesem  Art.  V  ist  von  einer  Alimentationspflicht
  des  Mannes  keine  Rede;  eben  so  wenig  in
Nr.  17  des  Schmid'schen  Kommentars.  Dieser
handelt  vielmehr  von  der  Alimentationspflicht  unter
Nr.  23,  worguf  auch  in  Kreittmayr's  Anmerkungen
a.  i.  O.  unter  „siebentens“  speziell  hingewiesen  ist.
Tereten  daher  nach  der  Ehescheidung  auf  Anrufon
  des  unschuldigen  Theiles  gleiche  Wirkungen.
in  Ansehung.  der  civilrechtlichen  Folgen  derselben  ein,
es  mag  die  Scheidung  bis  zur  beiderseitigen  Wiederaussöhnung
  beständig  oder  gqußerdem  nur,  so—
lange,  als  die  Ursache  derselben  nicht  aufhört,  d.  i
aufunb.e  stimmte  Zeit  dauern,  so  erscheint  auch
in  m  beiderlei  Fällen  der  Scheidungsausspruch  als  eindefinttiver,
  dem  Hloßen  Permittimus  im.  Sinne  des
bayer,  Landrechtes  Thl.  I.  Kap.  6  §S.  40  Nr.  2.
oder  der  Gestattung  des.„Getrenntlebens  der  Ehe-,
gatten  für  eine  bestimmte  Zeit  gegenüberstehender.
Ectensowenig  kann  mit  Recht  behauptet  werden,
  daß  gußer  dem  Falle  der  Scheidung  wegen
Ehebruches  in  jedem  anderen  Falle  die  Trennung  der
Ehelente  nur  für  bestimmte  Zeit  Statt  habe,  weil
sie  den  Wortlaut  des  bayer.  Landrechtes  Thl.  J
Kap.  6  §S.  42  am  Ende  selbst  gegen  sich  hat,  da.
ja  in  dem  hier  vorgesehenen  letzteren  Falle  im  Voraus
  gar  nicht  bestimmt,  werden  kann,  wann  die
Scheidungsmsache  aufhört.  Die  hieher  bezüglichen
Anmerkungein  (zu  §.  42,  Nr.  4)  sprechen  allerdings
von  einer  bestimmten  Zeit,  aber  nur  in  der  Weise,