Numimer 102
Follitische Kundschan.
Das bayer. Kanalbauami-Das
bayerische Kanakbauamt ist nun, wie
amtkich mĩtgeteilt wird, beim Verlehrsministerium
errichtet worden. Für das Personal des
ichen Strasten-, Brücken= und Wasserbauns
wird das Verkehrsministerium eine gesonderte
Abteilung des Verkehreministeriatb#attes
neben dem eisenbahn-- und postdienstlichen
Teil erscheinen lassen, die die Bezeiq-nung erhält:
„Verkehrsminülerialblatt für das Kbnireich
Bayern, Straten= und uasserbaudienstlicher
eil“.
Der Reichsverfassungsausschuß.
Der Verfassungsausschuf des Reichelags hat
sich Mittu##c gebildet. Zum Vorsitzenden wurde
gewählt der Abge rrd. Schidemann (Syz.),
aum sllbertietenden Woarsitzenden der Abgeordnete
Dr. v. Ve 1 (lens), u Schrülführern die
Abge#rdneten Vruyn (Deutsche Frattion) und
List. Ehlingen (natl.). Ven der sozialdemokratischen
Arbeitsgemeinsckaft Hehoren noci. Haase
und Ledebeur dem Ausschun an. Das Jentrum
entsendet dam die Abg. Snahn, Grök#e#, Hitze,
Fehrenback und Dr. Pfleger.
Preußische Wasserstraßen.
Im preußischen Abgeordnetenhause stand ein
Gesetzentmurf zur Beratung über die Bereillellung
weiterer Mittel für die durch das Gesetz
vom 1. April 1905 angeordneten Wasserstraßenbauten.
Nach der Vorlage nerden unter Abänderung
des Gesetzes von 1905 für die Hersiellung
einer Schiffahrtskanals vam Rhein zur
Weser und von Hamm i. Westfalen bis Lippstadt
252790000 Mi., im ganzen 13 200.000
Mark mehr als srüher gesordert. Die Vor#age
wurde in allen drei Lesungen ohne längere Debatte
angenommen.
Ferschiedene Nachrichten.
Verlin, 2. Mai. In einer Berliner Schantwirtsckoft
fiel einem Kriminalbeamilen auf, daß.
ein Mam grösere Mengen Schmucksachen zum
Verkauf andot und dann mit einem Kauflastigen
sich in seine Wehnung begab. Der Beamte
folgte ihnen heimlich und sah, wie sie ein Haus
in der Naunnnstrase betraten. Kier entdeüte man
nun für 50 17.,0 Mari Gel#n en. Pel'e #uw
die aus der Pfandleihe uen Gosdmann in ber
Oranien ttraße gsiahl. n u orden warenn.
gleicher Zeil entdedie bie Kriminalpolirei in *
Alerandtinenbrat## ein Schlernest, das jür
50½0 Ml. Seie, Tuche, Dragenwaren, Parfümerien.
Leder aren, und vieier endere aus
Diebstählen in der letten Zeil barg. Die gesckedigten
Gesck eile haben schn um . Teil die
ihnen gestohlenen Sachen, alles in allem ein baar
Wagenl adungen, nicder erlamt. — In VBerlin
murde am Freitag, den 27. April in einem
Eier= und Lebenemittelgeschäft in der Prin:enftrafe
eingebrochen. Den Einbreckern fielen 5
Kisten Eier in die Hände, serner 4 Ballon
Esenien für TKimbeen und Zi inrguenp udel,
Zentner Paraffinieren, 30(/ ½1 Schackteln *
dige Kerien, 20 Kaschen Kognat, 50 Flaichen
Rotuein, ein Posten Lebensmittel verschiedener
Art. 50 Schadbttein Schuhereme und 100 Stuck
Lilienmilc und Nansei; aller in ailem für
10010 Mark Waren. BVie jetzl sind die Täter
nicht crmittelt.
Stockholm, 2. Mai. Dem Beipiel
Schwedens folgend, erlien, wie „Verdens (dang“
meldet, jelt auck Nermeten ein Ausschamverdot
für Wein und Vier an drei Wc#ntagen.
Die zweite Fran.
—- von Unng Seyffert- Klingert.
([MNaochdruck verba#..
— nt weroe ic enonch erlayren, welchem
Umstande ich deinen Vesuch zu danten habe?“
fragte Julie ungeduldig.
„Der frühere Buchhaller Papas hatte mir
in seiner Familie eine Zustucht geboten, sagie
Irmgard traurig., „aber seine Mutter lien es
mich sühlen, daß meine Gegenwart ihr unan-Mrnehm
war, darum kann ich dort nicht länger
e
n
„Man hat dir den
dachte es mir!““
„Niemand hat mich gehen beiben — uUn
Gegenteil ist es sehr wohl möglich, daß man
mich bitten wird, zurückzukommen. rlulein
Howald war mie eine Schwester mu mir.“
rreden Du bist anspruchsvoll und
empfindlich wie eine Prinzessin, und das läßt
sich leiner gefallen auch ich nicht. Geh nur
wieder, hier ist kein Aun, für dich. Skanda
lös, daß dein VBater uns in dieser Noulage
zurüggelalfen, geradezu unerhört —“
mgard erhob sich haftig. „Ich erlanbe
nicht, 2 du meinen armen Papa angreisstin
meiner Gegenwart darfst du es nicht kunit
d# igiternd, scheu in Julies. haßerfülltes
e
»Nunia,ihkhatteteinandcrkechoks
wũrse zu machen; um dich herausguputzen war
ihm keine Summe zu boch! Und du haß seine
Nachgiebigten die gegenüber reichlich ausgenmußt.
Daher gonne #ch dir auch diese Keder=Laufpaß
gegeben, ich
lage. Suche nuͤr nachs einem m Obdach, ich habe
veina für dich- e —
/VNResenseimer Unzeiger:
D#e Kaeloffelversorgung Ddemisch-Berlin,
2. Mai. Jm Lekbst beitand grofe
Ungeu##sheit, wie die Ant eifeln sich halten wurden.
Gludlicherweise haben sie sid in den Mieten
recht gut gehalten. Schaerer Frost hat ihnen
nicht geschadet. Allerding= sind Schwerigkeiten
entsltanden durck die tleberick. wemmungen in
manchen Landesreilen uno die gra# Frucht igteit
in den letzten Wechen. Jedenfalls ist aber
das Quamum durä den Winter nicht geschmälert
u#rden. Wir sind aber nach wie vor gerwungen:
auberordentlich hausmhalten, denn die ganne
Ermte reicht auch unter den Zünftigsten Verhaltnüsen
nur bis zu dem Zeitprnkt, wo wir auf
die druhtariit rechnen dürfen, nämlick bis ansangs
Juli. Auch jetzt wird noch gelegenttich eine
Karl? * eltnappheit in die Erscheinung rreien und
war in eriter Linie wegen der Schwierigkeitei,
lie red. P#eilig an die Stellen heran- lschaffen, wro
jie gebraucht werden. Auferdem mul die Fruhjahrsbeitellung
unter allen Umtäncen voranechen.
Die tatiächligo Ernte beirug nach Ab-.
der Verluste nur 24 Millionen Tonnen.
Dieses geringe Quantum hat und geimmungen,
irgar an das Saalgut heranzugeben und dieses
um 2 Kil? für den Morgen zu verringern. Doc,
dürste das bei einer rationellen Be#ictschaftung
nicht ine Gewickht sallen. Die jetzt festgelegte Rationjerung
ist erfolgt auf (Gruno der Bestandsaufnahme
vom 1. März. Sie sichert unse den Bedarf
bis um 15. Juli.
Hef= und Persoualnachrichten.
Würzburg, 2. Mai. Die Abfahrt König
Lur#u#gs mil Gefolge nach Aschaffenburg ersolgte
heute früh. Das am Bahnhof zahlreich an-N#ende
Publilum brach in lebhafte Hochrufe
aus. Der lommandierende General Pflaum uno
Regierungepräsident von Seule nahmen an der
Fahrt im Sonderiug teil. In Achaffenburg
nahm der König eine Parade ab und besichtigte
bei einem Rundgang durch die Stadt den Hof-
garten, Lazarctte und die Lasendauten bei Seider.
München, 2. Mai. Der bayerische Ministerpräsident
Graf Lerlling erhielt während seines
Aufeuthalld in Wien die hHöchste dsierreichische
Ausreichnung, den Stesandorden, und Legationsrat
Frhr. von Stengel das Komiurtrenz
des Fean:-Joseph-Ordens.
„Deine Anschuldigungen muß ich zurnückweisen.“
sagie Irmgard nach Icklligkeit ringend,
„Paxa war oft böse, daß ich schen Luxus verschmahte,
er hätie mir so gern Rerlen und
Diamanten geschenkt, aber ich liebe die kaiten
Sieine, die gleißenden Geschmeide nicht, ein
dujtiges Tülltieis. eine frische Blume genüglen
mir. Ich habe von meinem Toilcllengelde
reiche Sbae gemacht!“
„Gemiß, mir entzog er alles, um dir mit
vollen Handen geben zu können!“ fuhr Julie
gercizt auf. „Wenn er mir einmal zehntausend
Mark gab, verlangte er, daß ich Jahr und Tag
damit reiche. Und wenn ich mich gegen dieses
Knausersostem euipörte, so nannte er mich eine
Verschwenderin —“
„Jehntausend Mark?“ entsetzte sich Irmgard,
zehntausend? und biese Summe gab er öster
als einmal im Ja
17 er gab zwanzigtausend
— wie der Neid dir aus
Wenn es auf dich angetommen
wäre, so hätle ich, die Gemahlin
bes - vorm Bantier, hinter dem Ladentisch stehen
als Verkäuferin meinen Unterhalt ver-7
müssen. Daher also seine Furcht vor
d wozu brauchtest. d so schrecklich viel
Geld? n fragte Irmgard
Julie lach:e, es klang Wesbeickend, glockenhell.
a, du entant terrible, Julie von Saldern hatte
steis noble Passionen, und wenn ich geahnt
hätte, Kaß Petzold so ein armer Tropf war —“
hafl meinen Vaker ruinsert und die
hat ihn getotet!“
us Julies dunflen Augen schossen r-h2sxs
Blüitze. Sle rauschte dicht zu Irmgard hera
und Dercu Handaelen ## EGW umilammernk.
erg.
, Auch dnpvxstcBenmnlsszukcvtc “s
Mäns#ener Neulgkei#en.
München. 2. Mai. Die Direltion der
Vayerischen Handelsbank hat beschlossen, lünftiahin
den fämtlichen Angestelllen der Bank eine
jährliche Kinder Teuerunge ulage ven 200 Mk.
für jeres im Familienverbande lebende Kind
bis um vellendeten 18. Lebensjahre, längstens
aber bis ann Eintritt in eine selbständige Er-U##blätigteit
zu gewähren. Vom Standpunite
der Bevöllerungspelitit aus und im Interesse
linderreicher Familien ist diese Mafnahme gemis
sehr zu begrũßen.
Bawerische Aachrichlen
Schwaben b. München, 2. Mai. Als der 59
Jahre alle, verheiratete Gruberguner Johann
Berper in Frephofen hinter seinem Haus arbeitete,
löste sich vom Hang ein mehrere 10!
Zenlner schnuerer Steinblec und rollte in die
Tiefe. Dabei rüf er mehrere schnere Stangin
mit. Berger wurde v#n einer der Stangen s0
unglüdlic getrasfen, das, er gugenblickiich tot
war. Er binrerlästk eine gr eße Familie: 2 Söhne
sichen im Felde, während das ileinste Kind
elwa ein Jahr allt ist.
Erding, 2. Mai. Mt
stürete die muehrere Meter L# Mauer einer banfälligen
Hollschupfe de: #. Pie4 #rl9 Dichtmair ein.
Nicht wenig erstaum und entrüstet aber waren
die berbeigeeilten Leute, als sich in der nun offenen
S hupfe K##3 iir Kohienvorräle zeigten,
mit denen vielen Familien während der langen
Källeit gehalien gewersen wäre.
Ingolstadt, Z. Mai. Die Arbeiterhäufer der
Hauptur ilslälte hier, die in der Nähe des Bahnbess,
vorerst 11 an der Zahl. vom Verkehreministerium
erti ichlel wurden, find jent soweir sertig,
das sie bereits im Mai begen werden.
Plan für meitere Wehnungen ist von der Verlehre
ver# altung genügeno gesichert, doch werden
solche v#rerst nicht gebaut, bis sich die aligemeinen
Verhältnisse geändert haben. Die Häuser
lind Klcinn ohnungsbauten mit 2. Lis 4 immeri,
gen Wehnungen und in ererputztem Vacsteinmauerweri
aujgesührt.
Kempten, 2. Mai. Ein Opfer der zurzeit
außer erdentiich zZahlreich niedergehenden Lawinen
wurde vo#getern nachmittag bei Rieuern bei.
Oberstderf der Leutuan Baron Dorndorf aus
München. Der Verunglückte hatte einc an der
gleichen Slelle zu Tal gegangene Lawine pas.
sieren wollen und war dabei von einer zweiten
verschütlet werden.
„Wage es, dieses Marhen wener zu verbreiten,
und du sollst mich kennen lernen. Ich
hasie dich ohnehin und freue mich, daß du
von deinem Glücksthron herabgestürzt bist .
Jahrelang os, dem vioden
Sjpiel des Zufalls ausgesetzt. Lerne auch du
ein folches Leben lennen, darbe und schmachte,
dumpfsem Getöfe
gleich mir, und wenn dann das heiße Verlangen
dich uberkommt, wieder als *
gestellte unter deinesgleichen zu leben, ihre Gewohnheiten
und Genüsse zu teilen, dann wirst
du es verftehen, warum ich den alternden
Mann beirateic, den ich für einen mehrjachen
Mtllionär hielt.“
„Also darum, nur um das Geld.“ sagle
rmgard dumpf. „oh, wie siein uuß ihn diese
Erkenmni- daniedergebeugt hab
„Nun, für mich war das Derrußtlein, mich
so gründlich getäuscht zu haben, auch nicht
gerade erhebend,“ bekannte Julie rücksichtelos.
„und nun geh, hier ist kein Raum für dich
debes Verständnis zwischen und un-„ndenkoar.
"“ wiederholte Irmgard, als sie
Stufe um Stuse die Treppe wleder hernbging,
awie war es möglich, daß Papa diele unnatürliche
Ehe loe ah, wie surchtbar hat er
den JIrrtum büßen müssen
er sie mußtte en
Nacht ein Logis zu suchen.
begann wieder zu schneien.
frostelnd Julammenschauern
blieb ihr nun ichtn übrig, aln die Gastgemasion
#1 Becanmer in Anmruch zu nehmen.
Dus war H##1.n ·# iniunte irb
Frau W Luitig. ihre mürterliche Freundin,
wohnte dier in der Nühe und sie hane wohl.
denken, ilr Daie
Es zogee
Die Mälle uene n
Wo der
Freitag, 4. Mai 19127
Er#nglande.
Innsbruck. 2. Mai. Die Maldonalpe d7
Oberinntale, Eigentum der Stadt Imst, die mit
40000 Kronen Kosten zu einer Mustersennerei
umgebaut wurde, ist von einer Lawine völlig zerstört
worden.
Bayerssches Oberland.
Oberauborf, 2. Mai Unerquickliche Dinge
über Preiswuchereien werden hier viel besprochen.
Zwei Geschäftsinhaberinnen sind wegen
ihres verwerslichen Treibens zu empfindlichen
Srtafen verurteilt w#rden. In dem einen Falle
murde die Kaufmannssrau Imalie Funk wegen
Kcktpreisitbeoschreitung u. Schösfengerict Ra—
senheim zu 150 bew. 30 Tagen Gesängnis
verurteill. Ein zueites Urkeil des gleichen Gerichtes
richtet sich. gegen die Stationsdienerofrau
Anna Sermerm in Burgberg, (Gde. Oberandorf.
Sie glaubte, bei Rellgersle Preiswuche r treiben
zu lönnen; ihr frevelhastes Korgehen gegen ihre
Miimensch en uß sie jetzt mit 70 Mk. Geldilr
oder mit 14 Tagen Gefängnis büßen. «
UicdcrafchamZMaiDiekzinnakskc
IlnlnllmAcoltckcicnniAIchau,qcngasnl
Mai an eine G. m. b. H. über, welche die zu erreugenden
Probulkle einigen Fabriken mit
Schwerarbeilern zuführen will. D as seit langen
Jahren bestehende Geschäft uird in der alten
joliden Weise wie bisher fortgeführt, wofür die
die Genossenschaft bildenden Gesellschafter au
der Fabrik= und Bankwest beste Gewähr leisten.
Kolbermoor, 2. Mai. Der Milchpreis stell
te si hiet bisher auf 24 Pfg. Während anders:
Preis in letzter JZeit erhöht wurde, ist
hier eine Preisherabsetzung auf 22 Pfg. verügt
worden. Darüber hat in den Kreisen der
ichbauern eine erregte Stimmung Platz ge
griffen. Das zeigt eine an uns gerichtete Zu
schrist, in der es heist: „Eine unerwartele und
ungemöhnliche Ueberraschung, die aber verschiedentlich
mit gemisckten Gefühlen ausfgenommen
wird, bereitete der 1. Mai der Einnmahnerschuft
von Kolbermoor. Eine gemeindeamtliche Be
lanntmachung tat den berblufften Bauern kund.
das. laut Beschiuß des Lebenemittelausschusses
der Höchstpreis für Stallfrischmilch im Kleinver
kauf auf 22 Psg. für den Virer herabgesetzt
murde. Für die sofortige Durchfuhrung dieses
Preises nurden alle Anordnungen getroffen.
Der Führer der hiesigen Milchbauern, welckher
seine Leute noch zu sammeln' suate. würde vor
geladen und einem strengen Verhör unteriogen.
Der Miülchverkauf wird durch Polizeiorgane
überwacht und jede Löchs lpreisüberschreitung un.
nachsichtlich zur Anzeige gebracht Rosenheim bat
leinen Grund, die Kelbermoorer vorläufig um
dieselr Micchpreis zu beneiden. Soviel wir wif
ien, bereiten sich hier. „Dinge vor, welche zum
hrößten Schaden der Betbraucher Uerden lon
nen“. Also die Zuschrift! Es ware sehr zu be
grüßen, wenn von auständiger Steile zu der
Preisherabfetzung, auch in ihrer Begrundung
Stellung genemmen würde, da 7 sich um eine
Jrage. handelt, welche für den Verbraucker 72
wohl als für den Produzenten von größter Wich
tigkeit ist.
* * r*
Kabtaä,taus oic Rliegenefangenen!
Wicderholt haben wir auf die Gesahren hin
gewiesen, denen unserr Lanowirte durch die Pla
ne unserer Feinde ausgesetzt sind, die in Aufrusen
in Geheimschrist die Kriegsgefangenen in
Deutschland aufsorderten, länolicke Annrisen in
Vrand zu slecen, Aguen und Triebe der Saal
lartoffein ausenstechen, Maschinen zu zerstören.
das Bieh u verjeuchen usw. Daj; diese Aufruje
velilommen ernst zu nehmen sino, beumei#t ein
In wenigen Minuten bottets die vornerm ;3
Willa erreicht. ftae so aft ihr heller Lichuml
erklungen wur. Aus moahveren Fenstern dlann
einladender Lichlichein. Ein Gefübl dre Geborgenseins
überkam das junge Mädchen, ue
zog die Glocke, und der Portier erichien.
Er Verneigte sich tief, zog aber vedauernd
die Aglen hoch
„Die Horrlldasten sind nicht zu sprechen,
anüdiges Fräulein.“
„Das macht nichts“ lächelte Irmgard harmlos,
„ich mache % es mir inzwischen bequem“
„Gnädige Jan ist nicht wohl und darf
uscht' gestört werder
Irmgard -aumele zurück, wie von einem
Schlage getrofsen. Kaum wußte sie, wie sie
wieder auf die Straße gekommen war.
Man ließ sich verleugnen vor ihr — die
Frau, welche sie jahrelang mit Zärtlichkeiten
überhäuft hatte, werndte. sch hercdlos ab von
Iihr, zun sie im Unglück
reßte die zen sest zusammen und
schritt weherd Ganz in der Nähe wohnte eine
Familie, der ihr Vater in dis!reter Weise oft
Wohltaten erwiesen.
Doklor Haller wohnte in einem Mietshaufe,
er hutte viele Kinder, deren Aelteste.
eine Altersgenossin Drmgard, bei Petzolds vies
Gutes Oenohen hatte.
Das Mädchen öffnele, maß Irmgard von
oben bis Mädche und sagie, ohne eine Anrede
abzuwarten:
.„Sie möchten es nicht übelnehmen, Fräulein,
aber der Derr Dattor isll auj seine Praxi
a####en, und man würde ee ihm sehr ver
argen, wenn er der allgemeinen Smeng,
die unbedingt gegen Sle in, zum
Lerner Ihnen iein Eä E