Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Numimer  102

Follitische  Kundschan.

Das  bayer.  Kanalbauami-Das

  bayerische  Kanakbauamt  ist  nun,  wie
amtkich  mĩtgeteilt  wird,  beim  Verlehrsministerium
  errichtet  worden.  Für  das  Personal  des

ichen  Strasten-,  Brücken=  und  Wasserbauns

  wird  das  Verkehrsministerium  eine  gesonderte

  Abteilung  des  Verkehreministeriatb#attes

  neben  dem  eisenbahn--  und  postdienstlichen

Teil  erscheinen  lassen,  die  die  Bezeiq-nung  erhält:

„Verkehrsminülerialblatt  für  das  Kbnireich
Bayern,  Straten=  und  uasserbaudienstlicher

eil“.

Der  Reichsverfassungsausschuß.

Der  Verfassungsausschuf  des  Reichelags  hat
sich  Mittu##c  gebildet.  Zum  Vorsitzenden  wurde
  gewählt  der  Abge  rrd.  Schidemann  (Syz.),
aum  sllbertietenden  Woarsitzenden  der  Abgeordnete
  Dr.  v.  Ve  1  (lens),  u  Schrülführern  die
Abge#rdneten  Vruyn  (Deutsche  Frattion)  und
List.  Ehlingen  (natl.).  Ven  der  sozialdemokratischen
  Arbeitsgemeinsckaft  Hehoren  noci.  Haase
und  Ledebeur  dem  Ausschun  an.  Das  Jentrum
entsendet  dam  die  Abg.  Snahn,  Grök#e#,  Hitze,
Fehrenback  und  Dr.  Pfleger.

Preußische  Wasserstraßen.

Im  preußischen  Abgeordnetenhause  stand  ein
Gesetzentmurf  zur  Beratung  über  die  Bereillellung
  weiterer  Mittel  für  die  durch  das  Gesetz
vom  1.  April  1905  angeordneten  Wasserstraßenbauten.
  Nach  der  Vorlage  nerden  unter  Abänderung
  des  Gesetzes  von  1905  für  die  Hersiellung
  einer  Schiffahrtskanals  vam  Rhein  zur
Weser  und  von  Hamm  i.  Westfalen  bis  Lippstadt
  252790000  Mi.,  im  ganzen  13  200.000
Mark  mehr  als  srüher  gesordert.  Die  Vor#age
wurde  in  allen  drei  Lesungen  ohne  längere  Debatte
  angenommen.

Ferschiedene  Nachrichten.

Verlin,  2.  Mai.  In  einer  Berliner  Schantwirtsckoft
  fiel  einem  Kriminalbeamilen  auf,  daß.
ein  Mam  grösere  Mengen  Schmucksachen  zum
Verkauf  andot  und  dann  mit  einem  Kauflastigen
  sich  in  seine  Wehnung  begab.  Der  Beamte
folgte  ihnen  heimlich  und  sah,  wie  sie  ein  Haus
in  der  Naunnnstrase  betraten.  Kier  entdeüte  man
nun  für  50  17.,0  Mari  Gel#n  en.  Pel'e  #uw
die  aus  der  Pfandleihe  uen  Gosdmann  in  ber
Oranien  ttraße  gsiahl.  n  u  orden  warenn.
gleicher  Zeil  entdedie  bie  Kriminalpolirei  in  *
Alerandtinenbrat##  ein  Schlernest,  das  jür
50½0  Ml.  Seie,  Tuche,  Dragenwaren,  Parfümerien.
  Leder  aren,  und  vieier  endere  aus
Diebstählen  in  der  letten  Zeil  barg.  Die  gesckedigten
  Gesck  eile  haben  schn  um  .  Teil  die
ihnen  gestohlenen  Sachen,  alles  in  allem  ein  baar
Wagenl  adungen,  nicder  erlamt.  —  In  VBerlin
  murde  am  Freitag,  den  27.  April  in  einem
Eier=  und  Lebenemittelgeschäft  in  der  Prin:enftrafe
  eingebrochen.  Den  Einbreckern  fielen  5
Kisten  Eier  in  die  Hände,  serner  4  Ballon
Esenien  für  TKimbeen  und  Zi  inrguenp  udel,
Zentner  Paraffinieren,  30(/  ½1  Schackteln  *
dige  Kerien,  20  Kaschen  Kognat,  50  Flaichen
Rotuein,  ein  Posten  Lebensmittel  verschiedener
Art.  50  Schadbttein  Schuhereme  und  100  Stuck

Lilienmilc  und  Nansei;  aller  in  ailem  für

 

   

   

10010  Mark  Waren.  BVie  jetzl  sind  die  Täter
nicht  crmittelt.
Stockholm,  2.  Mai.  Dem  Beipiel

Schwedens  folgend,  erlien,  wie  „Verdens  (dang“
meldet,  jelt  auck  Nermeten  ein  Ausschamverdot
für  Wein  und  Vier  an  drei  Wc#ntagen.

Die  zweite  Fran.
—-  von  Unng  Seyffert-  Klingert.
([MNaochdruck  verba#..
—  nt  weroe  ic  enonch  erlayren,  welchem
Umstande  ich  deinen  Vesuch  zu  danten  habe?“
fragte  Julie  ungeduldig.

„Der  frühere  Buchhaller  Papas  hatte  mir
in  seiner  Familie  eine  Zustucht  geboten,  sagie
Irmgard  traurig.,  „aber  seine  Mutter  lien  es
mich  sühlen,  daß  meine  Gegenwart  ihr  unan-Mrnehm
  war,  darum  kann  ich  dort  nicht  länger
e

n
„Man  hat  dir  den
dachte  es  mir!““
„Niemand  hat  mich  gehen  beiben  —  uUn
Gegenteil  ist  es  sehr  wohl  möglich,  daß  man
mich  bitten  wird,  zurückzukommen.  rlulein
Howald  war  mie  eine  Schwester  mu  mir.“
rreden  Du  bist  anspruchsvoll  und
empfindlich  wie  eine  Prinzessin,  und  das  läßt
sich  leiner  gefallen  auch  ich  nicht.  Geh  nur
wieder,  hier  ist  kein  Aun,  für  dich.  Skanda
lös,  daß  dein  VBater  uns  in  dieser  Noulage
zurüggelalfen,  geradezu  unerhört  —“
mgard  erhob  sich  haftig.  „Ich  erlanbe
nicht,  2  du  meinen  armen  Papa  angreisstin
  meiner  Gegenwart  darfst  du  es  nicht  kunit
  d#  igiternd,  scheu  in  Julies.  haßerfülltes
e
»Nunia,ihkhatteteinandcrkechoks
wũrse  zu  machen;  um  dich  herausguputzen  war
ihm  keine  Summe  zu  boch!  Und  du  haß  seine
Nachgiebigten  die  gegenüber  reichlich  ausgenmußt.
  Daher  gonne  #ch  dir  auch  diese  Keder=Laufpaß

  gegeben,  ich

 

 

lage.  Suche  nuͤr  nachs  einem  m  Obdach,  ich  habe
veina  für  dich-  e  —

/VNResenseimer  Unzeiger:

 

 

 

 

 

D#e  Kaeloffelversorgung  Ddemisch-Berlin,

  2.  Mai.  Jm  Lekbst  beitand  grofe
Ungeu##sheit,  wie  die  Ant  eifeln  sich  halten  wurden.
  Gludlicherweise  haben  sie  sid  in  den  Mieten
  recht  gut  gehalten.  Schaerer  Frost  hat  ihnen
nicht  geschadet.  Allerding=  sind  Schwerigkeiten
entsltanden  durck  die  tleberick.  wemmungen  in
manchen  Landesreilen  uno  die  gra#  Frucht  igteit
  in  den  letzten  Wechen.  Jedenfalls  ist  aber
das  Quamum  durä  den  Winter  nicht  geschmälert
  u#rden.  Wir  sind  aber  nach  wie  vor  gerwungen:
  auberordentlich  hausmhalten,  denn  die  ganne

  Ermte  reicht  auch  unter  den  Zünftigsten  Verhaltnüsen
  nur  bis  zu  dem  Zeitprnkt,  wo  wir  auf
die  druhtariit  rechnen  dürfen,  nämlick  bis  ansangs
  Juli.  Auch  jetzt  wird  noch  gelegenttich  eine
Karl?  *  eltnappheit  in  die  Erscheinung  rreien  und
war  in  eriter  Linie  wegen  der  Schwierigkeitei,
lie  red.  P#eilig  an  die  Stellen  heran-  lschaffen,  wro
jie  gebraucht  werden.  Auferdem  mul  die  Fruhjahrsbeitellung
  unter  allen  Umtäncen  voranechen.
  Die  tatiächligo  Ernte  beirug  nach  Ab-.
  der  Verluste  nur  24  Millionen  Tonnen.

Dieses  geringe  Quantum  hat  und  geimmungen,
irgar  an  das  Saalgut  heranzugeben  und  dieses
um  2  Kil?  für  den  Morgen  zu  verringern.  Doc,
dürste  das  bei  einer  rationellen  Be#ictschaftung
nicht  ine  Gewickht  sallen.  Die  jetzt  festgelegte  Rationjerung
  ist  erfolgt  auf  (Gruno  der  Bestandsaufnahme
  vom  1.  März.  Sie  sichert  unse  den  Bedarf
  bis  um  15.  Juli.

Hef=  und  Persoualnachrichten.

Würzburg,  2.  Mai.  Die  Abfahrt  König
Lur#u#gs  mil  Gefolge  nach  Aschaffenburg  ersolgte
  heute  früh.  Das  am  Bahnhof  zahlreich  an-N#ende
  Publilum  brach  in  lebhafte  Hochrufe
aus.  Der  lommandierende  General  Pflaum  uno
Regierungepräsident  von  Seule  nahmen  an  der
Fahrt  im  Sonderiug  teil.  In  Achaffenburg
nahm  der  König  eine  Parade  ab  und  besichtigte
bei  einem  Rundgang  durch  die  Stadt  den  Hof- 



garten,  Lazarctte  und  die  Lasendauten  bei  Seider.

München,  2.  Mai.  Der  bayerische  Ministerpräsident

  Graf  Lerlling  erhielt  während  seines
Aufeuthalld  in  Wien  die  hHöchste  dsierreichische
Ausreichnung,  den  Stesandorden,  und  Legationsrat
  Frhr.  von  Stengel  das  Komiurtrenz
des  Fean:-Joseph-Ordens.

„Deine  Anschuldigungen  muß  ich  zurnückweisen.“
  sagie  Irmgard  nach  Icklligkeit  ringend,
„Paxa  war  oft  böse,  daß  ich  schen  Luxus  verschmahte,
  er  hätie  mir  so  gern  Rerlen  und
Diamanten  geschenkt,  aber  ich  liebe  die  kaiten
Sieine,  die  gleißenden  Geschmeide  nicht,  ein
dujtiges  Tülltieis.  eine  frische  Blume  genüglen
mir.  Ich  habe  von  meinem  Toilcllengelde
reiche  Sbae  gemacht!“

„Gemiß,  mir  entzog  er  alles,  um  dir  mit
vollen  Handen  geben  zu  können!“  fuhr  Julie
gercizt  auf.  „Wenn  er  mir  einmal  zehntausend
Mark  gab,  verlangte  er,  daß  ich  Jahr  und  Tag
damit  reiche.  Und  wenn  ich  mich  gegen  dieses
Knausersostem  euipörte,  so  nannte  er  mich  eine
Verschwenderin  —“

„Jehntausend  Mark?“  entsetzte  sich  Irmgard,
zehntausend?  und  biese  Summe  gab  er  öster
als  einmal  im  Ja
17  er  gab  zwanzigtausend
—  wie  der  Neid  dir  aus
Wenn  es  auf  dich  angetommen
  wäre,  so  hätle  ich,  die  Gemahlin
bes  -  vorm  Bantier,  hinter  dem  Ladentisch  stehen

als  Verkäuferin  meinen  Unterhalt  ver-7
  müssen.  Daher  also  seine  Furcht  vor

d  wozu  brauchtest.  d  so  schrecklich  viel
Geld?  n  fragte  Irmgard
Julie  lach:e,  es  klang  Wesbeickend,  glockenhell.
a,  du  entant  terrible,  Julie  von  Saldern  hatte
steis  noble  Passionen,  und  wenn  ich  geahnt
hätte,  Kaß  Petzold  so  ein  armer  Tropf  war  —“
hafl  meinen  Vaker  ruinsert  und  die
hat  ihn  getotet!“
us  Julies  dunflen  Augen  schossen  r-h2sxs
Blüitze.  Sle  rauschte  dicht  zu  Irmgard  hera
und  Dercu  Handaelen  ##  EGW  umilammernk.

erg.

 

,  Auch  dnpvxstcBenmnlsszukcvtc  “s

Mäns#ener  Neulgkei#en.

München.  2.  Mai.  Die  Direltion  der
Vayerischen  Handelsbank  hat  beschlossen,  lünftiahin
  den  fämtlichen  Angestelllen  der  Bank  eine
jährliche  Kinder  Teuerunge  ulage  ven  200  Mk.
für  jeres  im  Familienverbande  lebende  Kind
bis  um  vellendeten  18.  Lebensjahre,  längstens
aber  bis  ann  Eintritt  in  eine  selbständige  Er-U##blätigteit
  zu  gewähren.  Vom  Standpunite
der  Bevöllerungspelitit  aus  und  im  Interesse
linderreicher  Familien  ist  diese  Mafnahme  gemis
  sehr  zu  begrũßen.

Bawerische  Aachrichlen

Schwaben  b.  München,  2.  Mai.  Als  der  59
Jahre  alle,  verheiratete  Gruberguner  Johann
Berper  in  Frephofen  hinter  seinem  Haus  arbeitete,
  löste  sich  vom  Hang  ein  mehrere  10!
Zenlner  schnuerer  Steinblec  und  rollte  in  die
Tiefe.  Dabei  rüf  er  mehrere  schnere  Stangin
mit.  Berger  wurde  v#n  einer  der  Stangen  s0

 

 

unglüdlic  getrasfen,  das,  er  gugenblickiich  tot

war.  Er  binrerlästk  eine  gr  eße  Familie:  2  Söhne
sichen  im  Felde,  während  das  ileinste  Kind
elwa  ein  Jahr  allt  ist.

Erding,  2.  Mai.  Mt
stürete  die  muehrere  Meter  L#  Mauer  einer  banfälligen
  Hollschupfe  de:  #.  Pie4  #rl9  Dichtmair  ein.
Nicht  wenig  erstaum  und  entrüstet  aber  waren
die  berbeigeeilten  Leute,  als  sich  in  der  nun  offenen
  S  hupfe  K##3  iir  Kohienvorräle  zeigten,
mit  denen  vielen  Familien  während  der  langen
Källeit  gehalien  gewersen  wäre.

Ingolstadt,  Z.  Mai.  Die  Arbeiterhäufer  der
Hauptur  ilslälte  hier,  die  in  der  Nähe  des  Bahnbess,
  vorerst  11  an  der  Zahl.  vom  Verkehreministerium
  erti  ichlel  wurden,  find  jent  soweir  sertig,
  das  sie  bereits  im  Mai  begen  werden.
Plan  für  meitere  Wehnungen  ist  von  der  Verlehre
  ver#  altung  genügeno  gesichert,  doch  werden
solche  v#rerst  nicht  gebaut,  bis  sich  die  aligemeinen
  Verhältnisse  geändert  haben.  Die  Häuser
lind  Klcinn  ohnungsbauten  mit  2.  Lis  4  immeri,
gen  Wehnungen  und  in  ererputztem  Vacsteinmauerweri
  aujgesührt.

Kempten,  2.  Mai.  Ein  Opfer  der  zurzeit
außer  erdentiich  zZahlreich  niedergehenden  Lawinen
  wurde  vo#getern  nachmittag  bei  Rieuern  bei.
Oberstderf  der  Leutuan  Baron  Dorndorf  aus
München.  Der  Verunglückte  hatte  einc  an  der
gleichen  Slelle  zu  Tal  gegangene  Lawine  pas.
sieren  wollen  und  war  dabei  von  einer  zweiten
verschütlet  werden.

„Wage  es,  dieses  Marhen  wener  zu  verbreiten,
  und  du  sollst  mich  kennen  lernen.  Ich
hasie  dich  ohnehin  und  freue  mich,  daß  du
von  deinem  Glücksthron  herabgestürzt  bist  .
Jahrelang  os,  dem  vioden
Sjpiel  des  Zufalls  ausgesetzt.  Lerne  auch  du
ein  folches  Leben  lennen,  darbe  und  schmachte,

dumpfsem  Getöfe

gleich  mir,  und  wenn  dann  das  heiße  Verlangen
  dich  uberkommt,  wieder  als  *
gestellte  unter  deinesgleichen  zu  leben,  ihre  Gewohnheiten

  und  Genüsse  zu  teilen,  dann  wirst
du  es  verftehen,  warum  ich  den  alternden
Mann  beirateic,  den  ich  für  einen  mehrjachen
Mtllionär  hielt.“

„Also  darum,  nur  um  das  Geld.“  sagle
rmgard  dumpf.  „oh,  wie  siein  uuß  ihn  diese
Erkenmni-  daniedergebeugt  hab

„Nun,  für  mich  war  das  Derrußtlein,  mich
so  gründlich  getäuscht  zu  haben,  auch  nicht
gerade  erhebend,“  bekannte  Julie  rücksichtelos.
„und  nun  geh,  hier  ist  kein  Raum  für  dich
debes  Verständnis  zwischen  und  un-„ndenkoar.

  "“  wiederholte  Irmgard,  als  sie
Stufe  um  Stuse  die  Treppe  wleder  hernbging,
awie  war  es  möglich,  daß  Papa  diele  unnatürliche
  Ehe  loe  ah,  wie  surchtbar  hat  er
den  JIrrtum  büßen  müssen
er  sie  mußtte  en
Nacht  ein  Logis  zu  suchen.
begann  wieder  zu  schneien.
frostelnd  Julammenschauern
blieb  ihr  nun  ichtn  übrig,  aln  die  Gastgemasion
  #1  Becanmer  in  Anmruch  zu  nehmen.
Dus  war  H##1.n  ·#  iniunte  irb
Frau  W  Luitig.  ihre  mürterliche  Freundin,
wohnte  dier  in  der  Nühe  und  sie  hane  wohl.

denken,  ilr  Daie
Es  zogee
Die  Mälle  uene  n

 

Wo  der

 

Freitag,  4.  Mai  19127

Er#nglande.

Innsbruck.  2.  Mai.  Die  Maldonalpe  d7
Oberinntale,  Eigentum  der  Stadt  Imst,  die  mit
40000  Kronen  Kosten  zu  einer  Mustersennerei
umgebaut  wurde,  ist  von  einer  Lawine  völlig  zerstört
  worden.

Bayerssches  Oberland.

Oberauborf,  2.  Mai  Unerquickliche  Dinge
über  Preiswuchereien  werden  hier  viel  besprochen.
  Zwei  Geschäftsinhaberinnen  sind  wegen
ihres  verwerslichen  Treibens  zu  empfindlichen
Srtafen  verurteilt  w#rden.  In  dem  einen  Falle
murde  die  Kaufmannssrau  Imalie  Funk  wegen
Kcktpreisitbeoschreitung  u.  Schösfengerict  Ra—
senheim  zu  150  bew.  30  Tagen  Gesängnis
verurteill.  Ein  zueites  Urkeil  des  gleichen  Gerichtes
  richtet  sich.  gegen  die  Stationsdienerofrau
Anna  Sermerm  in  Burgberg,  (Gde.  Oberandorf.
Sie  glaubte,  bei  Rellgersle  Preiswuche  r  treiben
zu  lönnen;  ihr  frevelhastes  Korgehen  gegen  ihre
Miimensch  en  uß  sie  jetzt  mit  70  Mk.  Geldilr
oder  mit  14  Tagen  Gefängnis  büßen.  «

UicdcrafchamZMaiDiekzinnakskc

IlnlnllmAcoltckcicnniAIchau,qcngasnl
Mai  an  eine  G.  m.  b.  H.  über,  welche  die  zu  erreugenden
  Probulkle  einigen  Fabriken  mit
Schwerarbeilern  zuführen  will.  D  as  seit  langen
Jahren  bestehende  Geschäft  uird  in  der  alten
joliden  Weise  wie  bisher  fortgeführt,  wofür  die
die  Genossenschaft  bildenden  Gesellschafter  au
der  Fabrik=  und  Bankwest  beste  Gewähr  leisten.

Kolbermoor,  2.  Mai.  Der  Milchpreis  stell
te  si  hiet  bisher  auf  24  Pfg.  Während  anders:
Preis  in  letzter  JZeit  erhöht  wurde,  ist
hier  eine  Preisherabsetzung  auf  22  Pfg.  verügt

  worden.  Darüber  hat  in  den  Kreisen  der
ichbauern  eine  erregte  Stimmung  Platz  ge
griffen.  Das  zeigt  eine  an  uns  gerichtete  Zu
schrist,  in  der  es  heist:  „Eine  unerwartele  und
ungemöhnliche  Ueberraschung,  die  aber  verschiedentlich
  mit  gemisckten  Gefühlen  ausfgenommen
wird,  bereitete  der  1.  Mai  der  Einnmahnerschuft
von  Kolbermoor.  Eine  gemeindeamtliche  Be
lanntmachung  tat  den  berblufften  Bauern  kund.
das.  laut  Beschiuß  des  Lebenemittelausschusses
der  Höchstpreis  für  Stallfrischmilch  im  Kleinver
kauf  auf  22  Psg.  für  den  Virer  herabgesetzt

murde.  Für  die  sofortige  Durchfuhrung  dieses
Preises  nurden  alle  Anordnungen  getroffen.
Der  Führer  der  hiesigen  Milchbauern,  welckher
seine  Leute  noch  zu  sammeln'  suate.  würde  vor
geladen  und  einem  strengen  Verhör  unteriogen.
Der  Miülchverkauf  wird  durch  Polizeiorgane
überwacht  und  jede  Löchs  lpreisüberschreitung  un.
nachsichtlich  zur  Anzeige  gebracht  Rosenheim  bat
leinen  Grund,  die  Kelbermoorer  vorläufig  um
dieselr  Micchpreis  zu  beneiden.  Soviel  wir  wif
ien,  bereiten  sich  hier.  „Dinge  vor,  welche  zum
hrößten  Schaden  der  Betbraucher  Uerden  lon
nen“.  Also  die  Zuschrift!  Es  ware  sehr  zu  be
grüßen,  wenn  von  auständiger  Steile  zu  der
Preisherabfetzung,  auch  in  ihrer  Begrundung
Stellung  genemmen  würde,  da  7  sich  um  eine
Jrage.  handelt,  welche  für  den  Verbraucker  72
wohl  als  für  den  Produzenten  von  größter  Wich
tigkeit  ist.

 

*  *  r*

Kabtaä,taus  oic  Rliegenefangenen!

Wicderholt  haben  wir  auf  die  Gesahren  hin
gewiesen,  denen  unserr  Lanowirte  durch  die  Pla
ne  unserer  Feinde  ausgesetzt  sind,  die  in  Aufrusen
in  Geheimschrist  die  Kriegsgefangenen  in
Deutschland  aufsorderten,  länolicke  Annrisen  in
Vrand  zu  slecen,  Aguen  und  Triebe  der  Saal
lartoffein  ausenstechen,  Maschinen  zu  zerstören.
das  Bieh  u  verjeuchen  usw.  Daj;  diese  Aufruje
velilommen  ernst  zu  nehmen  sino,  beumei#t  ein

In  wenigen  Minuten  bottets  die  vornerm  ;3
Willa  erreicht.  ftae  so  aft  ihr  heller  Lichuml
erklungen  wur.  Aus  moahveren  Fenstern  dlann
einladender  Lichlichein.  Ein  Gefübl  dre  Geborgenseins
  überkam  das  junge  Mädchen,  ue
zog  die  Glocke,  und  der  Portier  erichien.

Er  Verneigte  sich  tief,  zog  aber  vedauernd
die  Aglen  hoch

„Die  Horrlldasten  sind  nicht  zu  sprechen,
anüdiges  Fräulein.“

„Das  macht  nichts“  lächelte  Irmgard  harmlos,
  „ich  mache  %  es  mir  inzwischen  bequem“

„Gnädige  Jan  ist  nicht  wohl  und  darf
uscht'  gestört  werder

Irmgard  -aumele  zurück,  wie  von  einem
Schlage  getrofsen.  Kaum  wußte  sie,  wie  sie
wieder  auf  die  Straße  gekommen  war.

Man  ließ  sich  verleugnen  vor  ihr  —  die
Frau,  welche  sie  jahrelang  mit  Zärtlichkeiten
überhäuft  hatte,  werndte.  sch  hercdlos  ab  von
Iihr,  zun  sie  im  Unglück

reßte  die  zen  sest  zusammen  und
schritt  weherd  Ganz  in  der  Nähe  wohnte  eine
Familie,  der  ihr  Vater  in  dis!reter  Weise  oft
Wohltaten  erwiesen.

Doklor  Haller  wohnte  in  einem  Mietshaufe,
  er  hutte  viele  Kinder,  deren  Aelteste.
eine  Altersgenossin  Drmgard,  bei  Petzolds  vies
Gutes  Oenohen  hatte.

Das  Mädchen  öffnele,  maß  Irmgard  von
oben  bis  Mädche  und  sagie,  ohne  eine  Anrede
abzuwarten:

.„Sie  möchten  es  nicht  übelnehmen,  Fräulein,
  aber  der  Derr  Dattor  isll  auj  seine  Praxi
a####en,  und  man  würde  ee  ihm  sehr  ver
argen,  wenn  er  der  allgemeinen  Smeng,
die  unbedingt  gegen  Sle  in,  zum

Lerner  Ihnen  iein  Eä  E