Sage das Ina-Marie, Gott schütze und helfe den Jungens auch weiter und sei mit Dir und den Frauen allen.
Papa Wilhelm.
König Ludwig von Baiern hat dem Kaiser und der Kaiserin telegraphisch seine Glückwünsche zum
Siege des deutschen Kronprinzen ausgesprochen.
Die Stimmung in Belgien ist trostlos. Sie warten von Tag zu Tag auf englische und französische
Hilfe, die nicht mehr kommen kann. Belgien sieht es allmählich ein, daß es von den Lumpen von Engländern,
Franzosen und Russen schmählich hinters Licht geführt worden ist. Die nach Haag geflohenen Belgier berichten,
daß die Bevölkerung von Wut und Empörung gegen die Regierung erfüllt sei, die sie hinters Licht geführt habe.
Der Gouverneur der Festung Metz, von Oven, hat ein warnendes Beispiel für Franktireure konstituiert.
Er erließ folgende öffentliche Bekanntmachung: Bei dem gestrigen Kampf um Romeny ist bedauerlicherweise
wiederum hinterrücks von Zivilpersonen auf unsere braven Truppen, das vierte bayrische Infanterie-Regiment
geschossen worden. Ich habe die Schuldigen erschossen, die Häuser aber völlig niederbrennen
lassen, so daß der Ort Romeny vernichtet ist. Das mache ich zur Warnung für alle anderen Ortschaften.
Neun erbeutete Geschütze stehen in Straßburg. 21 erbeutete französische Geschütze trafen in Karlsruhe
ein. Gestern sind unzahlige Truppentransporte nach Rußland über den hiesigen Hauptbahnhof befördert
worden. Dieselben wurden tüchtig gepflegt und mit Erfrischungen verseben. Heute sollen von unseren hiesigen
Schutzleuten 100 Mann eingezogen werden. ·
Gestern waren anläßlich der Siege bei Metz viele Häuser beflaggt und um 1 Uhr läuteten die Kirchenglocken
anläßlich der Besetzung der Festung Namur. Der Weg nach Frankreich ist auch auf dieser Seite offen.
Die Kriegenachrichten von der östlichen Grenze beunruhigten schwache Gemüter sehr. Daß wir die Russen
in unsere Dörfer und kleine Städte hereinlassen, wie Gumbinnen, Insterburg usw., das ist doch nur ein wohl
durchdachter Plan unserer Kriegsleitung. Wir lassen die Russen mit ihren Regimentern ruhig bis an unsere
befestigten Stätten herankommen und wenn sie slch dann recht sicher und siegesfreudig fühlen, dann fallen wir
ihnen nicht nur in die Front, sondern auch in den Rücken. Es wird hier genau gehen wie bei Mülhausen und
bei Metz. Eine Furcht hierüber ist unbegründet. Die Einwohner, die meistens alle ausgewandert und in das
Innere geflohen sind, werden nachher hinlänglich entschädigt.
Hans plaudert:
Meinen gestern nach Dayton Ohio gesandten Brief erhielt ich heute zurück mit dem Vermerk: Auf Befehl
der Militärbehörde nicht zu befördern.
Beinahe gleichzeitig mit diesem erhielt ich heute vormittag Besuch von Herrn und Frau Martin, in Dayton,
Ohio, Nordamerika, Deutsch-Amerikaner, welche wegen des Krieges vorerst nicht zurückbefördert werden können.
Sie reisen morgen nach Berlin, um dort bei der Regierung wegen ihrer Rückfahrt vorstellig zu werden.
Sie erzählten mir, daß die Berichte, welche die Zeitungen über das Verhalten der Deutschen zu den Amerikanern
geben, grenzenlos grausenhaft und verlogen seien. Ja wir sollten gegen die Amerikaner noch roher und
greuelhafter vorgegangen sein, als die Belgier gegen unsere Frauen und Kinder. Sie freuen sich alle, daß die
Aufnahme bier in Deutschland eine großartige, freundschaftliche und liebenswördige sei. Da die Verhandlungen
mit Holland und Italien wegen Stellens von Schiffen, welche die Amerikaner neben dem Dampfer Tenessee
hinüberbringen sollen, in die Wege geleitet sind, so hoffen sie, daß sie schon in den nächsten Tagen zurückbefördert
werden können.
Der amerikanische Dampfer hat mehrere Tausend Dollars mit herübergebracht, um den etwa notdürftigen
Deutsch-Amerikanern, die sich in Deutschland aufhalten, Hilfsmittel zur Überfahrt zu reichen. Die meisten
derselben sind jedoch gut bemittelt.
Heute sollen in Hamburg 100 Schutzleute einberufen worden sein zur Grenze im Osten. Gestern sind wieder
unzählige Truppen an die russische Grenze durch den Hauptbahnhof befördert worden. Sie wurden hier verpflegt,
stiegen alle aus den Waggons aus und ließen sich den gereichten Imbiß wohl schmecken. Mit Hochs
auf Hamburg verließen dieselben den Bahnhof wieder und fuhren unter Sang und Klang zum Bahnhofe
binaus. Sie sind alle, soweit wir sle persönlich gesehen haben, mutig und munter.
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