Metadata : Gesetzsammlung für das Fürstentum Reuß älterer Linie. 1908. (57)

82.
Der  Gemeindevorstand  hat,  sobald  er  durch  die  Anzeige  oder  auf  anderem
Wege  von  dem  Ausbruch  der  Pferdeinfluenza  oder  von  dem  Verdacht  eines  solchen
Kenntnis  erhalten  hat,  das  Landratsamt,  bezw.  wenn  es  sich  um  Ortschaften  im
Amtsgerichtsbezirk  Burgk  handelt,  den  Amtsrichter  in  Burqk  auf  die  schnellste  und
sicherste  Weise  hiervon  zu  unterrichten.
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Das  Landratsamt  bezw.  der  Amtsrichter  in  Burgk  hat  sofort  den  Landestierarzt

  zur  Feststellung  der  Pferdeinfluenza  zuzuziehen.
84.

Der  erstmalige  Ausbruch  der  allgemein  als  Influenza  bezeichneten  Kraukheiten
  der  Pferde  (Pferdestaupe  und  Brustseuche)  in  einem  bis  dahin  seuchefreien
Gehöfte  ist  nach  erfolgter  Feststellung  durch  den  Landestierarzt  von  dem  Landratsamt
  bezw.  dem  Amtsrichter  in  Burgk  in  geeigneter  Weise  in  der  betreffenden  Gemeinde
  und  durch  Bekanntmachung  im  Amts=  und  Verordnungsblatt  zur  öffentlichen
Kenntnis  zu  bringen,  auch  den  Polizeibehörden  aller  dem  Seuchenorte  benachbarten
Gemeinden  mitzuteilen.

Soweit  es  sich  hierbei  um  Gemeinden  des  Fürstentums  handelt,  hat  der
betreffende  Gemeindevorstand  den  Seuchenausbruch  auf  ortsübliche  Weise  zur  Kenntnis
  der  Ortseinwohner  zu  bringen.  In  gleicher  Weise  ist  zu  verfahren,  wenn  dem
Gemeindevorstand  von  Behörden  benachbarter  Staaten  eine  Mitteilung  vom  Ausbruch
  der  Pferdeinfluenza  zugeht.

Ist  der  Ausbruch  der  Influenza  (Pferdestaupe  und  Brustseuche)  unter  dem
Pferdebestande  eines  Gehöftes  durch  das  Gutachten  des  Landestierarztes  festgestellt,
so  bedarf  es  bis  zum  Erlöschen  der  Seuche  (8  10)  einer  sachverständigen  Feststellung
weiterer  Krankheitsfälle  unter  den  Pferden  des  verseuchten  Gehöftes  nicht  mehr.

86.

Ist  in  einem  Pferdebestand  die  Influenza  oder  der  Verdacht  derselben  vom
Landestierarzt  festgestellt  worden,  so  kann  letzterer  die  sofortige  Absonderung  der
seuchekranken  und  seucheverdächtigen  Pferde  von  den  gesunden  Pferden  anordnen,
sofern  sie  ohne  besondere  Schwierigkeiten  4%  %  ist.

Die  seuchekranken  und  der  a:  verdächtigen  Pferde  unterliegen  der
Gehöftsperre.

Die  Entfernung  der  der  Gehöftsperre  unterworfenen  Pferde  aus  dem  Seuchengehöfte
  darf  ohne  auedrückliche  Erlaubnis  des  Landratsamtes  bezw.  des  Amtsrichters
in  Burgk  nicht  stattfinden.  Diese  Erlaubnis  darf  nur  erteilt  werden,  wenn  bei  der
Ausführung  der  Pferde  jede  mittelbare  oder  unmittelbare  Berührung  mit  anderen