Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

überhaupt  noch  33  ausführen  zu
lassen.  Da  die  ung  sich  gegenüber  an
Duerspekusanten.  bisher  vollständig  passio  gezeigt
  hat,  so  wird,  wie  allgemein  angenommen
wird,  die  plötzliche  Einführung  von  Höchstpreisen
für  Zucker  auch  einen  Millionenkrach  auf  dem
Zuckermarkte  zur  Folge  haben,  der  auch  den
□nsammenbruch  der  ganzen  russischen  Volkswirtschaft
  beschleunigen  wird.

Bryan.

Newyork,  14.  Juni.  (Reuter.)  Bryan  veröffentlichte
  wiederum  eine  Erklärung,  in  der  er
sagt,  daß  die  Note  nach  seinem  Abtreten  beträchtlich
  abgeändert  worden  sei.  Diese  Aenderung
  sei  aber  nicht  hinreichend  gewesen,  um  ein
Zurückziehen  der  Demission  zu  rechlfertigen.
Bryan  zweifelt  nicht,  daß  im  Kriegsfalle  das
ganze  Land  Wilson  unterstützen  werde.  In  seinem
  Appell  an  die  Deutsch-Amerikaner  sagte
Bryan:  Es  ist  natürlich,  daß  in  dem  Konflikt
zwischen  Eurem  Vaterland  und  anderen  europäischen
  Nationen  Eure  Sympathien  auf  der  Seite
Eures  Geburtslandes  sind.  Das  verdenkt  Euch
Niemand  und  wenn  es  nicht  so  wäre,  würde  man
Euch  tadeln.  (3.)

Washington,  14.  Juni.  In  einem  Aufruf
  an  die  Deutsch-Amerikaner  betont  Bryan,
daß  Wilson  für  den  Frieden  sei.  Bryan  schlägt
eine  internationale  Vereinbarung  vor,  welche
den  Transport  von  Munition  auf  Passagierdampfern
  verbietet.  Er  ist  anderer  Meinung
als  Wilson  hinsichtlich  der  Politik,  die  gegenüber
  der  Einmischung  Englands  in  die  Rechte
des  neutralen  Handels  einzuschlagen  sei.  Bryan
war  der  Ansicht,  daß  die  Note,  welche  die  Alliierten
  erneut  aufforderte,  nicht  den  amerikanischen
  Handel  zu  behelligen,  gleichzeitig  mit  der
Note  an  Deutschland  abgesandt  werden  kahte,
(3.)

Die  spanischen  Truppen  in  Marokko.

Madrid,  14.  Juni.  (Agence  Havas.)  Die
Blälter  melden,  daß  die  gegenwärtig  in  Marokto
  stehenden  10000  Mann  in  ihre  Heimat
zurückgesandt  werden.

-  -
IMIMIIMMIOIMC
Der  zerstörte  Zeppelin.
Köln,  14.  Juni.  Die  „Köln.  Ztg.“  berichtet:
  Ueber  die  im  amtlichen  franzölischen  Bericht
  vom  10.  Juni  erwähnte  Zerstörung  eines
[eppelins  hat  die  englische  Admiralität  unter
dem  7.  d.  M.  folgenden  Bericht  gegeben:  Heute
morgen  um  3  Uhr  griff  der  Flieger  Unterleutnant
  R.  A.  Warneford  von  der  Kgl.  Flotte
in  einer  Höhe  von  6000  Fuß  (1800  Meter)
einen  Zeppelin  zwischen  Gent  und  Brüssel  an.
Er  warf  seche  Bomben,  das  Luftschiff  explodierte,
  fiel  zu  Boden  und  verbrannte  in  kurzer
GZeit.  Die  Gewalt  der  Explosion  warf  den
Morane-Eindecker  um;  es  gelang  dem  Flieger
zwar,  die  Maschine  aufzmichten,  er  mußte  aber
im  seindlichen  Lande  eine  Notlandung  unternehmen.
  Er  konnte  indes  wieder  auffliegen  und
lehrte  wohlbehalten  zu  seinem  Schuppen  zurück.
Der  „Daily  Telegraph“  meldet  aus  Rokterdam:
Der  Zeppelin  wurde  bei  seiner  Rücklehr  von
einem  Erkundungsfluge  über  der  belgischen  Küste
nach  Gent  am  Montagmorgen  bereite  seit  einiger
Feit  von  zwei  englischen  Fliegern  verfolgt.  Das
Luftschiff  war  sehr  boch  gestiegen,  um  zu  vermeiden,
  daß  die  englischen  Flugzeuge  es  über—
fliegen  konnten.  Als  es  sich  Gent  näherte,  mußte
es  tiefer  gehen,  um  später  landen  zu  können.

#mden.  so  dol  und  sum  lagen  die  langen  Korridore
und  die  Flucht  der  hohen  Gemächer.  in  denen
dereinst  ein  so  glänzendes  Leben  und  Treiben  geberrscht
  hatte,  da.  Arbeitszimmer  der
verstorbenen  Reichs.  enräsin  war  nichts  verändert.
Bei  dem  Scheine  einer  kleinen  Bleudlaterne,
deren  Strahl  Philipp  rings  umher  fallen  ließ,
lonnte  Ludwig  Günther  wahrnehmen,  daß  noch
jedes  Stück  Möbel  an  seinem  Platze#  stand.  Obschon
  er  nichts  befürchten  zu  mussen  glaubte  und
sich  in  seinem  gutem  Rechte  *  S  dem
Culel  Sophie  Charlottens  doch  d  Herz  in
lauten,  unregelmäßigen  Schlägen  rund  eine  hochgradige
  Beklemmung  benahm  ihm  fast  den  Atem.
Da  war  die  dunkel  getäfelte  Wand,  von  der  die
Großmutter  gesprochen:  er  zählte  die  Felder  bis
ns  fünften  ab  und  wollte  eben  nach  der  ver,
orgenen  Feder  sorschen,  als  ein  lautes  Geräusch
im  Nebensaa  e  die  beiden  Männer  erschre4t  zue
  merule  ließ;  zugleich  öffnete  sich  die  Tür
und,  von  dem  Lichte  zweier  silbernen  Armleuchter
beu  bestrahlt,  stand  der  Reichsgraf  Wilhem  mit
seiner  Gemahlin  und  hinter  diesem  Paare  eine
Le  Anzahl  Bediensteicr,  allerlei  Wafsen  in  der

Für  einige  Augenblicke  war  es  Ludwig
Güniher,  als  müsse  er  sich,  eine  Stütze  suchend.
negen  die  Wand  lehnen.  Das  Zimmer  drehte  sich
mit  ihm  im  Kreise.  So  groß  war  die  Wirkung

des  Schreckens  und  der  Ueberraschung.  Mit  wohlberechneter
  Langsamleit  trat  Reichsgraf  Wilbelm
auf  seinem  Vetter  zu,  musterte  ihn  von  oben  bis
unten  und  sagte  dann  mit  beißendem  Oohne:

„Hat  Larg  also  wirklich  recht  gesehen:  ich
wollte  es  nicht  glauben.  Er  hat  es  ja  weit  geung

1  paar  Jahren  gebracht,  Musjöh!  Aber  der
Pan-  war  schlecht:  eimnstecken  und  mimunehmen

N  S

3-3  —  n  srauadsischen  E—.  —W——  ##ô3
Oben  Horsiore.  Häufer  in  t.  #  unten  eine  serschofsene-  Straße-#n  in  Carench

II—#

 

 

Diesen  Umstand  machten  sich  die  beiden  englischen
  Flieger  zunutze;  sie  richteten  zuerst  ein
heftiges  Feuer  mit  ihren  Maschinengewehren
auf  das  Lenkluftschiff.  Dieses  erwiderte,  ohne
daß  von  irgendeiner  Seite  ein  Ergebnis  erzielt
worden  wäre.  Der  Zeppelin  mußte  aber  inzwischen
  tiefer  gehen,  und  es  gelang  dann  den
leiden  Fliegern,  ihn  zu  überfliegen,  wobei  der
Fliegerleutnant  Warneford  einige  Bomben  warf,
die  den  Zeppelin  trafen  und  kleine  Explosionen
lerworriefen.  In  wenigen  Sekunden  aber  stand
das  ganze  Luftschiff  in  Flammen  und  stürzle
neben  dem  Beguinenstift  von  St.  Elisabe  th  in
Gent  nieder.  Das  Beguinenstift  fing  Feuer;
es  lam  zu  Schreckensszenen,  bei  denen  mehrere
Personen  ums  Leben  kamen.  (J.)
4  #  *#

Der  Ka##  zur  see.
Versenkt.

London,  14.  Juni.  (Reutermeldung.)  Ein
Fischerfahrzeug  landete  in  Milfordhaven  die  Besatzungen
  des  Kohlendampfere  „Crown  of  In
dia“  und  des  norwegischen  Seglers  „Be  Fugar,
die  von  einem  deutschen  Untersceboot  beim  Cap
St.  Ann-Head  versenkt  worden  waren.  Ein
deutsches  Unterseeboot  versenlte  den  Dampser
.„Hopemount“  im  Bristolkanal.  Die  Besatzung
wurde  gerettet.  Der  Fischdampfer  „Queen  Ale
randra“  wurde  bei  Dundee  torpediert.  Die
Besatzung  wurde  gerettei.  (J.)

Minen  im  russischen  Eiomcer.

Stockholm,  14.  Juni.  Nach  einer  von  der
russischen  Admiralität  veroffentlichten  Warnung
sollen  alle  Schiffe,  die  auf  dem  Eismeer  ver-#ehren,
  ihre  Route  so  einrichten,  daß  sie  min
destens  NKO  Faden  Wassertiese  hätten.  Es  ist
zu  befürchten,  daß  die  Deutschen  an  der  Mur
manküste  im  äußersten  Norden  Rußlands  Minen

 

 

ahite  §  hier  nichto.  Lie  kostbaren  alten  Gold  und

gestreut  hätten.  (3.)
Silbermunzen,  die  vordem  in  diciem  ianm  verwahrt
  wurden,  sind  lanne  forl.“

Dieser  abschenliche  Hohu  in  den  Worten  der
Rcichsgrafen,  die  klar  hervortretende  Arsicht.  in

zu  beleidigen  und  zu  kranlen,
Gunther  das  Blit  in  den  Kopf:  er  bezwang  üich
aber  mit  ungebeurer  Millenstraff.  Sich  hoch  àn
richtend,  blicte  er  seinem  Widerfacher  jest  in  die
Augen  und  erwiderte:
nicht  aus  unerlaubten  Veweginden
  hierhergekommen  bin,  weist  Tu  jo  geu
vie  i  Du  beschimpfst  Dich  selber,  wenn  Du
beschimpfft;  deun  das  sileiche  lut  sließt  in
unseren  Adern,  und  meinen  Namen  führst  auch
Du.  Wilhelm  Bes  Friedrich,  Reichsgraf  und
edler  Herr  zu  Varc
Graf  Gortl  antwortete  mit  lautem,  misitönendem
  Lachen:  „Sich’  doch  einer  an,  auch
noch  stol  tut  das  Herrchen.  Von  gleichem  Bluie
uno  gleichem  Namen  spricht  er.  Sage  doch  an,
sche,  Dir  denn  dar  Recht,  den
Namen  Varcl  zu  führen,  wer  liefert  den  Beweis,
daß  nur  ein  einziger  versprengter  Troyfen  des
edlen  Blutes  der  Oldenburgs  und  Beutiucks  in
Deinen  Adern  sließt  Die  lörichte  alte  Frau  ist
tot,  die  in  ihrer  Verblendung  die  Land  über  Tich
hielt.  Ich  habe  DTich  damals  gewarnt,  nicht,
Jae  neinen  Weg  zu  kreuzen.  Jreiwillig  laufst
u  dem  Löwen  in  die  Höhle,  nun  büße  es
—  Heda,  Ihr  Leute!“  Er  winkte  eine  Anzahl
  seiner  Bebienleße  herbei.  „Führt  den  Mann
ab  mmer  sicher  und  seht  zu,  daß  die
Türen  gut  verschlossen,  die  Fenster  far  sältig  vertrieben

  Ludnin

gitten  hr  haftet  mir  jür  den  Gefangenen.“
dzis  ünther  ward  blaß  wie  der  Kalk  an
der  d,  und  seine  Augen  sprühten  Flammen,

doch  eirsh  er  kein  Wort,  sondern  blickte  seinen

 

#e#  ##llcen  Actsch#

Aus  den  Kämpfen  in  Nordwestrußn
  d.

Berlin,  14.  Juni.  Der  Berichterstatter  des
„Berl.  Lok.-Anz.“  meldet:  Das  Mißverhöältnis
zwischen  der  Zahl  der  gesangenen  Offiziere  und
derjenigen  der  Mannschaften  ist  auffällig.  Es
beweist  einesteils,  daß  die  russische  Armee  slark
an  Offiziersmangel  leidet,  andernteils,  daß  sich
die  Offiziere  hinter  der  Front  aufhalten,  da  sie
nur  dadurch  erzwingen  können,  daß  ihre  Leute
zum  Angriff  vorgehen.  Diese  Auffassung  wird
auch  durch  Gefangene  bestätigt,  die  erzählen,  daß
sich  bei  den  Angriffen  Offiziere  mit  Maschinengewehren
  hinter  den  Sturmkolonnen  aufstellten
und  bei  der  kleinsten  Stodung  des  Angriffes
auf  die  eigenen  Mannschoften  feuerten.  Auf
meiner  dreitägigen  Fahrt  an  der  Dubissafront
sah  ich  die  graufamen  Spuren  dieses  Kampfes,
der  hier  seit  Wochen  so  unerbittlich  ausgefochten
wird,  wie  vielleicht  an  keiner  der  anderen  Fronten.
  Das  ganze  Gelände  ist  weit  und  breit
von  Schützengräben  durchfurcht.  Alle  Ortschaften,
  die  sich  an  der  Kampffront  befinden,  sind
zu  Asche  geworden.  4  Kilometer  östlich  der  Dubissa,
  bei  Mehßle,  sah  ich  einen  dichtgedrängten
Schützengraben,  wo  anscheinend  die  ganze  Besatzung
  von  deutschen  Schrapnells  dahingemäht
wurde.  Unweiht  davon,  beim  Waldweg  gegen
Rehegie,  liegt  auf  einer  Lisiere  eine  ganze
Schwarmlinie  russischer  Soldaten,  die  von  deutschen
  Maschinengewehren  auf  etwa  20  bie  30
Meter  Entfernung  getötet  wurden.  Die  russischen
  Verluste  an  Toten  und  Verwundeten  müs.
sen  ganz  ungehener  gewesen  sein.  Auf  den  Feldern
  und  den  Straßengräben  liegen  unzählige
Gewehre  umber  und  Hunderttausende  von  Patronen.


Gegner  nur  unverwandt  an.  Plhilipp  dagegen,
der  bis  jent  stumm  und  bebend  dagestanden  hatte
und  sich  am  liebsten  in  ein  Mauseloch  verkrochen
haben  würde,  sprang  in  dem  Augenblick,  als  sich
ein  paar  robuste  Lalaien  dem  jungen  Grafen
nahern  wollten.  vor,  sirenelte  in  Boxerstellung  die
Vemeil  seiner  Jacke  auf  und  zeigte  seine  mächtigen
Fäusfn
"  (#nterstelt  Euch  nicht.  meinen  jungen,  gnädigen
  Derrn  auch  bloß  anzurühren.“  schrie  er  zorn.
embrannt,  „oder  schlage  Euch  allen  den
Schadel  ein.  Wir  sind  leine  Spitzbuben  und  keine
Ginbrecher,  weiß  Se.  Exzellenz  der  Herr
Graf,  das  !  Du,  Hinnerk,  und
Du,  Claas,  Ihr  beide  lennt  uns  ganz  genau.
meinen  Herrn  und  mich:  Ihr  waret  schon  ahier
auf  dem  Schlosse  als  mich  die  hochselige  Frau
Reichsgräfin  in  Dienst  nahm,  und  meinen  gñädi  ·
gut  vcmt  habt  Ihr  fwwachfen  schen,  und  jetzt
1  Ihr,  Lumpenpack,  es  wagen,  Eure  Hand

—  ihn  aufzuheben!  Bner  schall  jo
lan

Wielleichi  wärc  es  wirklich  zu  einem  Faustlampfe
  gelommen,  dessen  Ausgang  bei  der  Ueberzahl

  der  Schloßdie  nerschaft  nicht  zweifelhaft  hätte
sein  lönnen,  allein  Ludwig  Günther  trat  vor  und
sagte,  indem  er  von  Sir  mil  einer  Handbewegung
  schweigen  heischte:  „Tut,  was  Euer
Herr  Euch  besohlen  hat,  Feuu  fubrt  mich  ab:
ich  werde  willig  folgen  ohne  jeden  Widerstand.
Ich  will  doch  einmal  sehen,  wie  weit  es  mein
Belter  treiben  wird.  Ein  edler  Ruhmeslitel  für
uhn,  seinen  eigenen  Verwandten  beschimpft  zu
bahen  Damit  trat  er  den  beiden  erwähnten
Lalaien  entgegen  und  ließ  sich  von  ihnen  in  die
Mitte  nehmen  und  abführen.  Nur  als  einer  der
beiden  er  wagen  wollte,  die  Hand  auf  seine
Schulter  zu  legen,  sah  er  den  dreisien  Patron  mit

Janlen.
Trient,  eine  harte  Nuß.

Genf,  14.  Juni.  Depeschen  aus  Verona  melden,
  das  Trentino  sei  derartig  befestigt,  oaß
ein  Vorwärtskommen  fast  ausgeschlossen  erscheine.
  Trient  sei  gegenwärtig  eine  ungehrure
Kaserne.  Die  Offensive  werde  große  Verluste  erfordern.
  Auch  Moailänder  Blätter  suchen  den
bioherigen  Mißerfolg  der  italienischen  Offensive
durch  stärkste  Befestigung  der  Grenze  zu  erlären.
  (3.)

Die  italienischen  „Helden“.
Wien,  14.  Juni.  Aus  dem  Kriegspressequartier
  wird  gemeldet:  In  welcher  Art  die
Ztaliener  in  den  von  ihren  Konnationalen  bewohnlen
  Grenzstrichen  unseres  Landes  Krieg
führen,  zeigen  folgende  Ereignisse:  Zu  den  un
mittelbar  an  der  italienischen  Grenze  befindli.
chen  Orten,  die  als  vor  unserer  Widerstandslinie
  liegend,  geräumt  wurden,  gehört  auch  das
lleine  Dörschen  Casotto  im  Isticotal.  Berei:s
am  27.  Mai  rückte  italienische  Infanterie  in
ciner  Stärke  von  ungefähr  einer  Kompagnie
gegen  die  gänzlich  unverteidigte  Ortschaft  vor.
Gleichzeitig  crôffnele  italienische  Artillerie  das
Feuer,  wodurch  acht  Häuser  beschädigt  wurden.
Ohne  Motivierung  schoß  nun  die  italienische
Infanterie  in  den  Ort  und  verwundete  vier
Frauen.  Sofort  nach  dem  Einzuge  begannen  die
Italiener  mit  der  Plünderung  der  Ortschaft,
die  bei  späteren  Besuchen  stets  fortgesetzt  wurde.
Sie  machten  keinerlei  Unterschied.  Sie  nahmen
nicht  nur  Gegenstände,  die  sie  zur  Vervollständigung
  der  Ausrüstung  benötigten,  sondern
raubten  alles,  was  ihnen  irgendwie  wertvoll
dünkte.  Auch  das  Gasthaus  des  Lucca  Sar.
tori,  dessen  beide  Söhne  schon  im  Herbst  nach
Jlalien  desertierten,  wurde  ebenso  geplündert
und  demoliert,  wie  das  Hab  und  Gut  der  laisertreuen
  Bevölkerung.  Die  Freude  der  Jtaliener
  sollte  nur  von  lurzer  Dauer  sein;  denn,
als  nach  einigen  Tagen  auch  die  letzten  Bewoh
ner  Casotios,  die  bis  dahin  ausgehalten  hatten.
zu  uns  geflücktet  waren,  eröffnete  unsere  Artillerie
  das  Feuer  und  säuberte  die  Ortschaft  von
den  italienischen  Truppen.  Die  Vorgange  zeigen,
  wie  sehr  der  italienische  Historiker  Molmenti
  Recht  hat,  der  jüngst  im  „Corriere  della
Sera“  schrieb,  daß  die  italjenische  Bevölkerung
Oesterreichs  sich  über  den  Krieg  weniger  freue,
als  man  in  Iatalien  glaube,  daß  sie  vielmehr
durch  die  Ereignisse  erschrectt  und  verwirrt
wurde.

Die  wilden  Stiecrc.

(beuf,  14.  Juni.  Aus  Nom  wird  nach  Pa.
ris  gemeldet:  Die  italienischen  Truppen  haben
Coligna  erreickt.  Ihre  Artltllerie  fegt  jent  die
Straße  nach  Caparetto  und  Pelz'o.  Während
ihrer  Angriffe  auf  die  osterreichischen  Befesti
gungen  des  Mont  Corada  gebrauchten  die  J#a#
liener  wilde  Stiere,  wesche  gegen  die  Stacbel.
drahtbefestigungen  getrieben  wurden.  Mit  ihren
Hörnern  mußten  diese  Tiere  den  Jitalienern
einen  Weg  zum  Feinde  bahnen.  Diese  neue
Angriffomethode  brachie  gluckliche  Ergebnisse.
den  die  Insanterie,  welche  hinter  den  Sn##
ren  marschierte,  lonnte  nach  einem  lurzen  Wider
stand  des  Feindes  das  Forl  im  Surme  nehmen.
dessen  Garnison  die  Waffen  flreckte.  Die  angewendelen
  Tiere  waren  wilde  Getirgsstiere:  um

sie  gegen  die  Oesterreicher  zu  kreiben,  ließ  man

hinter  ihnen  einige  Bomben  platzen!  Groß
artig!  WMordelerle  diese  wilden  Stiere.

Schade  nur,  daß  von  der  Eroterung  cines  Forls#
durch  die  Jtaliener  gar  nichls  bekannt  ist.

einem  Blicke  an,  daß  dieser  unvillinruch  zuruckjubr.
  Murrend  solate  Philipꝛ:  den:  VReispiele
ELII

I#välen,  ars
bei  vor  sich  be

Reich#r  n  Wilhem  hatte  Zu.  dur  iekte  Bemerlung
  Ludwig  Guniherr  #n#ur  zu  eiem  verachtlichen
  Achselzucken  geantworte:  jert  munterte
er  die  beiden  (e'angenen  noch  einmal  icharf  und
wollie  im  Aumenlch  noch  elwas  brmierlen.  alsene
  Gemahlin  in  ihm  lrai  und  in  laitem.  weg
wer'enden  Done  bemerlte:  Ware  cx  nicht  bei##er,
den  beiden  Missetatern  die  Hande  auf  den  Rucken
u  schnuren.  damu  wir  auf  all  Kalle  sicher  sind.
sic  drechen  nicht  aus?

Ouoline!“  schrir  Ludwin  (Guntber,
Aransamen  Worte  deuliuch  agrhort  ha#c,
ichtige:  n  Schmerz.  „Das  —  dar  ist
grausam:  dar  i#sl  unedrl.  einer  ##an
dame  9.  leich  unwüurdia.

m  urdragen  ward,  bummeoe  er  da

der  die
in  aufmehr
  als
und  Edel.

 

Die  (Güann  zuchie  sich  mammen  und
mande  ihr  schoner  Geüucht,  dar  renkan  anfallend
bleich  erschten.  dem  zunter-.  voll  zu.  Erx  lag  ein

ratseihamer  Ausdruckh  u  den

und  fur  einen  Augenblich  wan  es
Schloßherrin  herzuiormacn  wollte,  um  den
Scherzen  ihre  Gefangenen  zu  eutreißen.  Graj
Wilhelm.  der  doch  wohl  die  Temunigung  seincs
Vetlers  uicht  bis-  auf  die  außerste  Spine  treiben
wollic.  antwortete  auf  den  Verschlag  seiner  Gemahlin
  nur  mit  einem  eneraischen  Kopsschüneln.
doch  verriet  der  Blick  mi  dem  er  die  ganze
Gruppec.  die  beiden  (befangenen  und  ihre  stömmigen
Hüter.  umante,  cbensao  viel  hamisches  Triumph.
gesuhl  wie  pe  iertate  Rachgter.

LAII

zugen  desselben.
fast,  als  ob  die