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seinen Neffen und Thronfolger hinterher nach Petersburg. Der
Prinz war zuvorkommender gegen die russischen Großen, als Joseph
gewesen war. Das ward anerkannt; aber den Gang der
Dinge hielt seine Liebenswürdigkeit nicht auf. Die Zeit des Bündnisses
zwischen Rußland und Preußen lief ab. Katharine weigerte
sich es zu erneuern. Um des neuen Freundes willen, dessen Freundschaft
sie bedurfte, damit er nicht ihrem Lieblingsplane gegen die
Türken ein Hindernis entgegen stelle, opferte sie den alten, der
seine Dienste bereits erwiesen hatte, dessen mögliche fernere Dienste
in jedem Falle geringer waren, als die des neuen.
Eine merkwürdige Verkettung der Dinge führte im nächsten
Jahre die Czarin Katharine zur Stiftung der bewaffneten Neutralität
zur See. Wir berühren dieselbe auch in anderer Hinficht,
weil der Minister Herzberg, der Herold des Ruhmes für Friedrich II.,
es angemessen gehalten hat für den preußischen König zu beanspruchen,
daß dieser zuerst für das Recht der Neutralen zur See
aufgetreten sei. Was Friedrich II. in dieser Beziehung gethan,
verhält sich also. «
In dem Kriege mit Frankreich bis 1748 hatten die Engländer
fünf neutrale preußische Schiffe weggenommen. Friedrich II. ließ
nicht ab dieselben zurückzufordern.!) Er konnte es, weil er für
dieses Mal ein Mittel in Händen hatte. In den Friedensschlüssen,
durch welche Maria Theresia ihm Schlesien abtrat, hatte er die
Bezahlung einer Schuld von beinahe zwei Mill. Thaler an englische
Kanfleute übernommen. Als ein neuer Termin zur Zahlung
dieser Schuld heranrückte, setzte der König Friedrich in Berlin ein
Tribunal nieder, welches in der Streitsache zwischen seinen geschädigten
Unterthanen und den englischen Kapern zu Gunsten der
ersteren entschied. Demgemäß hielt der König seine Unterthauen
aus der Summe schadlos, welche er an die Engländer schuldete.
1) Oeuv. IV. 31.