Metadata : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1844. (21)

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nämlich  die  Wirkungen  der  Electricität  auf  thierische  Körper
zu  beobachten,  hatte  Galvani  Froschschenkel,  von  der
Haut  entblösst,  vermittels  kupferner  Dräthe  an  cinem
eisernen  Geländer  aufgehängt.  Als  die  Füsse  derselben  durch
einen  Zufall  mit  dem  eisernen  Geländer  in  Berührung
  kamen,  geriethen  die  Schenkel  in  heftige  Zuckungen.
Galvani  glaubte,  dass  die  Ursache  dieser  Erscheinungen  in
einer  besondern  thierischen  Electricität  zu  suchen  sei.  Aber
der  Professor  A.  Volta,  welcher  Galvani’s  Versuche  einer
Prüfung  unterwarf,  zeigte,  dass  überhaupt  jedesmal,  wenn
zwei  verschiedene  Metalle  in  Derührung  kommen,  dieselben
sich  electrisch  erregen,  und  erklärte  daher  die  angeführten
Zuckungen  für  eine  Folge  der  durch  den  Froschschenkel
  sich  ausgleichenden  Electricität  der  beiden
Metalle.  Man  hat  nun  verschiedene  Vorrichtungen  erfunden,
  um  den  Galvanismus  verstärkt  darzustellen.  —

Die  Wirkungen  des  Galvanismus  sind  vielseitig.  Von  ausserordentlicher
  Wichtigkeit  ist  die  Entdeckung  desselben  aber  für
die  Telegraphen,  das  heisst  in  unserer  Sprache  Fernschreiber;
  denn  sie  tragen  menschliche  Gedanken  mit  Windeseile,
  ja  mit  Blitzesschnelle  von  Land  zu  Land,  wesshalb
man  sie  auch  wohl  Dlitzpost  genannt  hat.

31.  Der  electro-magnelische  Telegraph.

Kennt  ihr  ihn?  Habt  ihr  nicht  schon  den  Drath  geschen,
der  neben  der  Eisenbahn  auf  hohen  Pfählen  läuft?

Wenn  man  einen  Kupferdrath  an  dem  einen  Ende  mit
einer  Kupferplatte,  an  dem  andern  mit  einer  Zinkplatte  anlöthet,
und  diese  beiden  Platten  in  den  feuchten  Eraboden  steckt,  so
nimmt  der  Drath  ganz  wunderliche  Eigenschaften  an.  Fasst
man  ihn  mit  feuchten  Iländen  an  und  reisst  ihn  auseinander,
so  fühlt  man  in  den  Händen  ein  stechendes  Reissen  und  sieht
im  Dunkeln  sogar  einen  kleinen  Funken  von  einem  Ende  zum
andern  überspringen.

Weiter.  Wenn  man  den  Drath  um  eine  Spule  von  Holz
wickelt  und  durch  die  Spule  ein  weiches  Eisen,  2.  B.  einen
bBretternagel  steckt,  so  wird  dieses  Eisen  magnelisch,  d.  h.  ein
anderes  Eisen,  das  man  unter  jenes  legt,  bleibt  daran  kleben
Nimmt  man  den  Nagel  aber  heraus  oder  den  Drath  auseinander,
  so  ist  auch  der  Nagel  nicht  mehr  magnelisch,  und  das
daran  klebende  Eisen  fällt  ab.  Ihr  seht  also,  es  ist  hier  etwas
in  dem  Drathe,  was  diese  Erscheinung  hervorbringt,  und  dieses
Etwas  heisst  der  galvanische  Strom.

Solche  Dräthe  nun,  deren  Endplatten  in  die  Brde  gelegt
sind,  führt  man  von  einer  Stadt  zur  andern.  Um  aber  die
Trennung  und  Wiedervereinigung  des  Drathes  recht  schnell  und
leicht  zu  bewirken,  hat  man  Klappen  angebracht,  wie  etwa  an