Metadaten : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1904. (95)

Nuran:ex  2309

Feilnbach,  13.  Olt.  Die  Kriegolage  hat  es
zur  Pflicht  gemacht,  in  allem  sparsam  umzugehen,
  um  dem  Aushungerungsplan  unserer
Beinde  wirksam  trotzen  zu  können.  Gerade  in
wirtschaftlicher  Beziehung  ist  das  von  größter
Wichtigkeit,  da  wir  vorher  viel  rom  Ausland
abhängig  waren,  was  nir  gerade  an  der  Einfuhr
  von  ausländischem  Obst  deutlich  erseben.
Jährlich  über  100  Millionen  von  unferem  Geld
sind  dafür  ins  Ausland  gewandert,  und  unser
heimischer  Obstbau  hat  darunter  großen  Schaden
  leiden  müssen.  Im  letzten  Jahre  vor  dem
Krieg  sind  in  die  Münchener  Großmarlthalte
allein  4000  Waggon  ausländisches  Obst  eingeführt
  worden.  Wir  sind  nicht  angemiesen  auf
ausländisches  Obst,  zumal  die  Inlandsprodultion
  in  den  letzten  Jahren  starl  geiliegen  ist
und  fortwährend  im  Steigen  sich  besindet.  Durch
Gründung  von  Organisationen  usw.  müssen  enge
Beziehungen  zwischen  Konsumenten  und  Produzenten
  hergestellt  werden,  und  wenn  auf  diese
Weise  zusammengearbeitet  wird,  dann  fann  auch
der  deutsche  Markt  mit  deutschem  Obst  versehen
werden.  Diesem  Ziele  näherzutreten,  hat  sich
auch  im  vergangenen  Jahre  in  Feilnbach  eine
Organisation  gebildet  under  dem  Namen  „Obstkaufsvereinigung“,
  die  eine  recht  segenereiche
Täligkeit  entsaltet.  Vereits  in  heurigen  Geschäftsjahr
  hatte  sie  in  Frühobst  bio  zum  1.
Oktober  cinen  Umsatz  von  12  0000  Ml.  zu  verzeichnen,
  welcher  hauptjächlich  durch  den  Bau
einer  neuen  Obsthalle  am  Bahnhof  ermöglicht
werden  konnte.  Das  Obst  wird  hier  von  den
Mitgliedern  (die  sich  aus  drei  Gemeinden  zusammensetzen

  angefahren.  sortiert  in  mehrere

Qualitäten  und  an  die  Konsumenten,  die  sich
auf  ganz  Bayern  erflrecken,  je  nach  Feinneit
der  Sorten  in  Schachteln,  Spahn=  und  Weidckörben
  oder  in  Faßpackung  veriendet.  Um  mit
den  Konfumenten  in  nähere  Beziehungen  treten
zu  können,  findet  am  Sonntag,  den  22.  Oltober
  dahier  in  der  Halle  ein  Obftmarkt  mit
Auostellung  slatt,  r##  Gelegenheit  geboten  i't,
sich  mit  gutem  baltbaren  Wimerobst  zu  verseben.


Teisendorf,  13.  Olt.  Der  Pinzgauer  Zucht
verband  führt  auf  der  von  ihm  brtriebenen
Jungviehw.  ide  Neuhaus,  oberhalb  Höglwoörth,
Kultur-  und  Entwässerungszarbeiten  gröôheren
Stils  durch.  Die  zu  diesem  Zweck  vom  Gesangenenlager
  Puchleim  zur  Verfügung  gesitellten
  30  rufüschen  Kriegegesangenen  ercegten  am
8.  Oiloler  Ei  ihrem  Marsch  von  Slalion  Teisendorf
  zu  irrem  Beilimmungsort  in  bunten
Unisormen  und  Pelzmützen  das  Interesse  der
Bevöllerung.

Bad  Rcichenhall,  12.
lich,  sand  am  27.  Angust  de.  Is.  in  Großamain
  ein  schwerer  Kamrf  zwischen  dem  Gendarmeriewachtmeiter
  Rudolf  Kinger  in  Großgmain,
  dem  fahnenflüchtigen  Sicinmethgehilsen
Johann  Albaneli  und  siner  Geliebten  Sedwig
Sterzl  stat#.  Albaneki  in  an  den  dabei  erlittenen
  Verletzungen  genorben.  Seine  Geliete
wurde  jett,  wie  die  Salzburger  Blätler  melden,
vom  hiesigen  Gericht  wegen  Verbrechens  des
versuchten  Mordes,  össentlicher  Gewalttäligkeit
und  Diebstahl  zu  3  Jahren  schweren  Kerker  verurteilt.


Berchtesgasen,  13.  Okt.  Drei  russische
Kriegsgesangene,  darunter  zwii  Uralkosaken,
entslotben  vom  Lager  in  Girödig  und  über#-schritien
  bei  Schellenberg  die  Grenze.  Da  man
ihnen  sagte,  daß  üller  dem  Verg  die  freie  Schweiz
liege,  beniegen  fi:  den  Untersberg,  kletterten
über  die  steil  alsallenden  Särwände,  ühernachtelen
  auf  den  sog.  „10  Kasernen“  und  flüchteten
  sich  dann  auf  das  Unterkunftshuns  am
Berchtesgadener  Hochlhron,  von  wd  sie  durch
die  telephonisch  herbeigerusene  Gendarmerie
Schellenberg  völlig  erschöpft  und  zerlumpt  zu
Tal  gebracht  wurden.

Keliischnichten.
Kriegsgebenkkenze.

Aus  Oesterreich  ist  die  Anregung  gekommen.
in  Stadt  und  Land  Wahrzeichen  der  Kriegszeit
  zu  errichten,  in  die  jeder  mit  einer  freiwilligen
  Spende  einen  Nagel  einschlagen  soll.  Diese
Anregung  ist  auch  bei  uns  int  Deutschen  Reiche
aufgegrifsen  worden,  und  zahlreich  sind  die  Aufrufe,
  welche  Deutschlands  Bevöllerung  aufsordern,
  solche  eherne  Wahrzeichen  herzustellen,  um
der  Nalionalstistung  für  die  Hinterbliebenen
der  im  Kriege  Gesallenen  möglichst  viele  Mittel
  zuzuführen.  Unter  dem  1.  Seplember  d.  J.
ist  eine  Kundgebung  des  Ministers  Frhru.  v.
Soden  erschienen,  in  welcher  die  Errichtung  einjsacher,
  sachlicher  Wahrzeichen  empfohlen  wird,
z.  B.  die  Errichtung  einer  Gedenksäule  mit  dem
Wappenschilde  des  Ortes  oder  die  Nagelung
eines  Eisernen  Kreuzes,  das  dann  im  Rathauesaale,
  in  der  Kirchenvorhalle  oder  am  Schulhaus
  zum  Gedächlnis  angebracht  werden  kann.
Am  meisten  aber  entspräche  es  wohl  der  Zeit,
daß  Gemeinden  und  Orte  an  Kirchen  und  Ka-Okt.

  Wie  erinner- 



pellen  oder  weithin  sichtbar  auf  freiem  Felde
ein  hölzernes  Kreuz  als  Zeichen  bitteren  Sterbens,

  aber  auch  treuer  Liebe  und  Hoffnung  aufrichten
  und  jeder  einen  Nagel  einschlägt.  An  anderen
  Orten  mag  eine  Türe  der  Kirche  oder
des  Gemeindehauses  als  Eiserne  Türe  in  schlichter
  Form  an  die  Kriegszeit  erinnern.  Auch  die
Errichtung  einer  Fahnenstange,  deren  Schaft  mit
eisernen  Nägeln  beschlagen  werden  konn,  oder

 

Rasenleimex  Anzeiger.

einer  Brücke  mit  einem  Erinnerungszeichen  versehen
  kommt  in  Betracht.  Zu  diesen  Anregungen
  des  Ministers  Frhru.  v.  Soden  wird  in
der  letzten  Rummer  des  „Amloblatt  für  die
Erzdiözese  München  und  Freising“  bemerlt:
„In  se.  Linie  empfehlen  auch  wir  die  Errichtung
  von  würdigen  und  stilvollen  Kriegs-Gedenkkreuzen,
  an  denen  dann  etwa  auch  die
Namen  der  gesallenen  Helden  in  passender  Weise
angebracht  werden  könnten.  Auch  die  Aufstellung
  einer  Pieta  oder  Kreuzigungsgrurpe  in
oder  an  der  Kirche  dürste  eine  würdige,  pielälvolle,
  an  die  Pflicht  des  Gebetes  und  Danle
mahnende  Kriegoerinnerung  für  sernere  Zeiten
sein.“  Das  Ordinariat  bemerlt  aler  ausdrücdlich,
  daß  Jabril=  oder  Schablonenware  für  diesen
  Zweck  obenso  vermieden  werden  soll,  wie  die
Belastung  der  Gemeinden  durch  Ausstellung
von  Prunl-Denkmälern.
Rosenheim,  134.  Okt.

Unsere  Königin  begeht  morgen  ihr  hohes
Namenssest.  Die  Feier  beschränkt  sich  nach  außen
auf  feierliche  Gottesdienste.  Militärischerseits  ist
für  morgen  10  Uhr  Kirchenxarade  angelündigi,
während  von  11  bis  12  Uhr  unsere  Militär
lapelle  Standmusil  am  Mar-Josess-Platz  a#
hält.  Das  bayerische  Voll  vereinigt  sich  in
dem  Wunsche:  Gott  schütze  unsere  Königin  und
das  ganze  königliche  Haus!

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Eugen  Richard  Schech,  Schiffsoffizier  der  Handelsmarine,
  Vizesteuermann  d.  R.  und  Offiziersaspirant
  der  kaiserl.  Marine,  Nesse  der  Kaufmannewitue
  Elise  Manr  in  Masserburg.

K.  Nealschule  Rosenheim.  Jine  neuen
Schüler  der  K.  Realschule  zu  Nosenhbeim,  welche
sich  der  Aufnahmoprüfung  noch  niht  unter
zogen  haben,  wollen  sich  am  Dienstag,  den  19.
DOliober  vormitlage  10  Uhr  im  Realschulge
räude  zur  Prüsung  einsinden.  Alle  Schüler  der
K.  Realschule  Rosenheim  ohne  Auenahme  haben
am  Donnerstag,  den  21.  Oliober  nachmittags
4  Uhr  im  Schnihofe  der  Anstalt  zu  erscheinen.

Feuerwehr.  Der  Lauplühung  der  Feuerwehren
  Rosenheimo  am  Sonalag  lag  gleichmwie
der  Gesamtür  ung  der  Gedausle  eines  Mühlen
hranges  zu  Grunk.e.  Bei  kher  Gesamtülung  war
die  Mittermühle,  bei  der  Haupturung  die  Bucgermühle
  in  der  Kärderstraße  alo  Brandgegen-##kjand
  angenommen.  Diese  Uebungen  waren
kriege  itgemän,  denn  sie  sanden  an  GCeläuden
statt,  die  zur  cit  gunz  besonderen  Schutzes  le
dürsen.  Der  Angriff  auf  die  Burgermühle  darf
im  Hinl#ick  auf  deren  Lage  als  schwierig  bezeiitanct
  werden.  Trotzdem  waren  nach  Aurus  die
Abteilungen  um  111  Uhr  in  Wirksamleit.  Sie
arbeiteien  mit  Sachlichleit  und  Ruge.  Die  Geräle
  zeigten  sich  in  bester  Gebrauchsfähigkeit.
Der  1.  Sleigeriug  und  die  Drehleiter  versahen
den  Rettungodienst.  Die  neue  Landspritze  bemährie
  sich  aufs  beste.  Auffallend  viele  junge
Leule  waren  bei  den  Steigerzügen  in  Täligleit.
E:  waren  die  Jungmannen  der  militärischen
Ingenderzielung  Nosenheims,  Jugendkompagnie
  4.  Turnvereine,  die  vollzählig  mit  45  Jungleuten
  den  Kompagnien  der  Wehr  beitraten,
um  den  durch  Einberusungen  entstandenen  Entgang
  auszugleichen.  Cs  war  möglich,  diese  be—
reits  mitilärisch  erzogene  Ingend  in  menigen
Wochen  mit  der  Handhabung  der  Ceräte  vertraut
  zu  machen,  das  Feigte  der  zm#ite  Angriff,
der  nur  von  den  Jungen  ausgeführt  wurde.
Wer  erinnert  sich  da  nicht  der  Zeilen,  in  denen
die  Feuerwehren  errichtet  wurden  und  nur  dadurch
  errichtet  werden  lonnten,  weil  die  Turner
ihre  Kräfte  zur  Verfügung  siellten?  Der  Verlauf
  der  Uebung  zeigte,  daß  die  Mhr  unter
tüchtiger,  gewissenhafter  Leilung  ihrem  guten
Zweck  voll  gewachsen  ist  und  daß  die  Stadt  der
Wehr  ganz  vertrauen  dark.  In  der  Krilit  hielt
Kommandant  Schlögl  einen  umfassenden  lehrreichen
  Rückblit  auf  den  Uebungsverlauf,  dankte
den  Chargierten  für  die  Opser,  welche  sie  in
den  letzten  Wochen  gebracht  haben,  dankte  dem
Leiler  der  Jugendkompagnie  4,  Hrn.  Heliel,
welcher  den  Beitritt  der  Jungmannen  veranlaßte.
  Kurz  vor  2  Uhr  marschierten  die  Kompagnien,
  die  zusammen  ein  stattliches  Korps
bilden,  in  ihre  Feuerhäuser  zurück.  Ein  Ehrenabend
  sindet  in  der  Wehr  in  diesem  Jahre
nicht  statt,  da  K.  Ehrenzeichen  nicht  zur  Verteilung
  gelangien.

Die  Bluttat  in  Fürstätt,  welche  sich
in  der  Nacht  vom  27.  Juni  ds.  Js.  vor  der
„Neuen  Welt“  ereignete,  fand  jetzt  ein  gerichtliches
  Nachspiel.  Ein  Dienstknecht,  der  früher
beim  Estererbauer  Quirin  Vichler  und  zuletzt
in  Hohenhosen  in  Dienst  stand,  wurde  nachts
12  Uhr  mit  einer  schweren  Verletzung  im  Unterleib
  auf  der  Straße  ausgesunden.  Er  konnte
angeben,  daß  die  Verletzung  von  Stichen  herrührte,
  welche  ihm  der  Vauer  Quirin  zZellner
versetzt  haben  sollte.  Die  Verletzungen  schienen
schwer  zu  sein,  da  die  Gedärme  durchschnitten
waren.  Doch  ist  der  Verletzte  wieder  geheilt.
Der  Fall  kam  jetyzt  vor  der  Strafkammer  des
Landgerichts  Traunstein  zur  Verhandlung.  Jellner
  wurde  zu  1  Jahr  3  Monaten  Gesängnis
se,  will  aber  weitere  Instanzen  noch  anrusen.
  «

Gefunden.  Ein  goldener  Ring  wurde  gesunden.
  Abzuholen  im  magistratischen  Geschäflszimmer
  Nr.  2.

 

Wetterbericht  für  Freitag,  15.  Oktober:
Keine  Aenderung.

 

Musil  und  Theaker.

Die  Kapelle  der  Tiroler  Kaiser-Jäger
  veranstaltet,  wie  bereils  belannt,  am
lommenden  Samotag  im  Saale  des  Hotels
„Deutscher  Kaiser“  ein  Wohltätigkeitskonzert  zu
Gunsten  der  Fürsorgeslelle  für  die  Angehörigen
der  Kriegsteilnehmer.  Dazu  ist  eine  vörzuglich
ausgewählte  Vortragsordnung  zusammengestellt.
  Wir  heben  daraus  folgende  Nummern
hervor:  Ourertüre  zur  Oper  „Milhelm,  Tell“
von  Rossini;  Geschichten  aus  dem  Wiener
Wald,  Walzer  von  J.  Strauß;  Zwelĩte  ungar.
Rhapsodie  von  Liszt;  Legende  für  Violine  von
Wieniawsky;  Fantasie  aus  der  Oper  „Lohengrin“
  von  Wagner;  Fragmente  aus  der  Operette
  „Ideale  Gattin“  von  Lehor;  Harfenständchen,
  Trio,  von  Oelschlegel;  Ballet-Ouverlüre
  von  Kremser;  Fantasie  aus  Offenbachs
Werken  von  Fedras;  Schlager  auf.  Schlager,
Dotpourri  von  Lincke;  Dorfkinder,  Walzer  aus
der  Operette  „Zigeunerbrimas“  von  Kali##ann.
Diese  Auszählung  zeigt,  daß  uns  prächtige  Perlen
  seinsier  Konzertmusik  erwarten.  Dechalb
dars  wohl  mit  einem  vollen  Besuche  des  Konzertes
  gerechnet  werden.  Der  Vorverkauf  in  der
Jürsorgestelle  in  der  Sedanstraße  hat  bereits
begonnen.

Hie  bayersschen  Berisseliten.
Verlustliste  Nr.  227.

1.  Insanterieregiment  München.  Schaß  Johann,
  Pitz,  sehwer  verwundet.  Aigner  Franz,
Allmühldorf,  leicht  verwundet.  Gefreiler  Jos.
Wenninger,  Bachhausen,  gefallen.  Gesreiter  Joses
  Ballauf,  Nottau,  gesallen.  Fritz  Lahn,  Kolbermoor,
  gesalslen.  Johann  Handelshauser,
Penzberg,  gesallen.

12.  Insanterieregiment  Neuulm.  Leonhard
Brandl,  Nühldorf  am  Jmn,  schwer  verletzt,  gestorben
  16.  0.  15.  Alois  Leit##er,  Westenhofen,
leicht  verwundet.

1.  Jäger  Bataillon  Freising.  Joseph  Hintermaner,
  Unterhdolwang,  schwer  vermunvel.  Johaun
  Vernöcer,  Oflin,  schwer  verwundet.  Joseph
  Hilminger,  Neulirchen,  leicht  verwundet.

Reserve-Jufanterieregiment  Nr.  2.  Og.  Anderl,
  Tölz,  leicht  verwundek,  bei  der  Truppe.
Malihia##  Heiß,  Sindelodorf,  leicht  verwundet.
Johann  Eimannsberger,  Schmidham,  gefallen.
Georg  Prametsberger,  Grünbach,  schwer  verwundet.


Reserve-Insanterie-Regiment  Nr.  3:  Johann
Weimierl,  Kolbermoor,  gesallen.  Eduard.  Straßberger,
  Hohenaschau,  leicht  verwundet.  Nilol.
Schreil,  Wasserburg,  leicht  verwundet.

Reserve-Infanterieregiment  Nr.  17.  Josef
Maier,  Loiberodorf,  schwer  verwundet;  Kaspar
Huber,  Zeilern,  schwer  verwundet.  Tarer  Hoser,
Holzuoll,  schver  vermundet,  gestorb.  23.  9.  15.
Joseph  Schösfmann,  Geisenfeld,  leicht  verwun.
del.

Reserve  Infanterieregiment  Nr.  23.  Martin
Vraun,  Juchering,  leicht  verwundet.  Matthias
Häuelmeyer,  Eschelbach,  gefallen.

Landwehr=  Insanterieregiment  Nr.  2.  Anton
Menel,  Reichenhall,  schwer  verwundet.

Landsiurm  Infanteric-Bataillon  Weilheim.
Martin  Baumgariuer,  Flintsbach,  leicht  verwundet.
  "

8.  Chevaulegersregiment  Dillingen.  Wimmer
Erust,  Altötting,  in  Gefangenschaft.

1.  Zuß  Artillerieregiment  München  —  Neu-Ulm.

  Mar  Gött,  Schönewald,  gesallen.  Dionys
Schmotz,  Schliersee,  schmer  verwundel.
1  Reserve-Fußz-Artillerieregiment  Nr.  1.  VPefreiler
  Malthias  Vogl,  Rosenheim,  leicht  verwundet.
  Gefreiter  Georg  Zauner,  Forsting,  l.
verwundet.  Michacl  Zechmeister,  Stanggaß,  gesallen.


1.  Landwehr-Pionier-Kompagnie.  1.  A.-K.
Anton  Forstner,  Mühlau,  gesallen.  Matthias
Gäuswürger,  Steinkirchen,  leicht  verwundct,  bei
der  Truppe.

Bayerische  Ehrenkafel.

Kürzlich  ist  die  65.  Bayer.  Ehrentafel  erschienen.
  Diese  Veröffentlichungen  von  Heldentaten
  bayerischer  Mannschaften  durch  das
Kriegsarchio  zählen  rund  675  Aufzeichnungen
mit  der  Taxferkeitsmedaille  auf.  In  der  Einleitung
  zur  b5.  Ehrentasel  heißt  es:  „Spielten
sich  unsere  bisherigen  Kleinschilderungen  auschliehlich
  auf  den  Kampfgesilden  des  Westens
ab,  wo  sich  aus  den  ersten  glänzenden  Schlachlentscheidungen
  ein  an  die  Ausdauer  und  kühne
Opferfreudigkeit  unserer  unermüdlichen  Streiter
  riesige  Anforderungen  stellender  Schützengrabenkrieg
  mit  Franzosen  und  Engländern  wie
deren  farbigen  Seelenverwandten  entwickelte,  so
führen  uns  die  großen  Ereignisse  des  Weltringens
  nunmehr  auch  in  die  Waldschluchten
der  Karpathen  und  über  die  endlosen  Blachselder
  des  unwirtlichen  Ostens,  um  Wittelsbachs
Banner  im  herrlichsten  Wettstreite  mit  den
Heersäulen  der  verbündeten  Brudervoöller  trotz
der  erdrückenden  Ueberzahl  unserer  Feinde  von
Sieg  zu  Sieg  eilen  zu  sehen.  Wie  in  des  Reiches
Westmark,  in  Belgien  und  in  Frankreich  haben
zuugre  bayerischen  Mannen  auch  in  Galizien,

 

 

—- 



Polen  und  Ruhland  ihre  vorbildliche  Pllicht-Freitag,

  15.  Ortober  1813

treue  und  heldenmütige  Tapferkeit  in  bewundernswerten
  Taten  ihrer  Heereskörper  und  jedes
  Einzelnen  verewigt.“  Mit  einer  systematisch
bearleiteten  Ehrentafel  in  diesem  Umfang,  in
die  leider  die  mit  dem  Eisernen  Kreuz  ansgezeichneten
  Taten  (wohl  an  die  200000)  wegen
ihrer  großen  Zahl  nicht  eingezeichnet  werden
lönnen,  steht  Bayern  von  allen  Staaten  allein
  da.

 

Aus  dem  Gerichteute.
Strafslammer  des  Landgerichts
Traunslein.

Traunstein,  13.  Okt.  Der  Dienstlnecht  Josef
  Pötlinger  war  bei  dem  Bauern  Nanner  in
Gröben  bedienstet  und  rerließ  am  6.  Mai  ohne
Grund  den  Dienfst,  angeblich  weil  ihn  der  Bauer
wiederholt  mißhandelt  und  ihm  Hundefleisch  zu
essen  gegeben  hat.  Bei  der  Verhandlung  hat
sich  ergeben,  daß  diese  Anschuldigung  nicht  wahr
sei.  Wegen  Vergehen  gegen  das  Kriegs-Zust.-G.
erhielt  er  eine  Gefängnisstrase  von  2  Monaten.
Außerdem  hat  er  seinen  Arbeitgeber  mit  Anzünden
  bedroht;  hiewegen  wurde  er  zu  10  Tagen
  Gesängnis  verurteilt.  Der  Bauer  Leidl  in
Loidersdorf,  der  den  Pöttinger  in  Dienst  nahm,
erhielt  wegen  Vergeben?  gegen  das  Kriegszu:
stand#gesetz  eine  Gesängniesstrafe  von  1  Tag.

Der  Gütler  Hofmann  in  Großlarolinenfeld
hat  an  den  Gütler  Innozenz  Steber  in  Aubing
ein  Pserd  verkauft  ohne  die  vorgeschriebene  Erlaubnis
  eingeholt  zu  haben.  Wegen  Vergebens
gegen  das  Kriegezustandsgesetz  erhiell  Steber
eine  Gefängniostrafe  von  1  Tag.

Siche#ch##s,

Der  Kleruskalender  sür  1916  ist  in
seinem  38.  Jahrgang  soeben  bei  der  Veriags.
anstalt  vorm.  G.  J.  Manz  in  Regenskburg  erschienen.
  Ein  darin  behandeltes  Thema  „Der
Pan#,  der  deutsche  Crislopat  und  der  deutsae
ierus  im  Weltlrieg“  in  hochinteressant.  In
allen  lirchlicken  Belungen  gibt  der  Kalender,
der  gleichzeitig  ein  lirchlich  Uatinisches  Jahrbn?
für  den  lath.  Klerus  deutscher  Zunge  in,  ireft
lichen  Ausschluß.  Der  als  GWanzleinenband  gelundene
  Kalender  lostet  nur  1.200  Mk.

Belibrieg.

 

 

 

*—*—  “*“—
Ger-  4.
.

Die  europüischen  Brandstifter.

Verlin,  1.1.  Olt.  Zum  Rüctritt  Delcaio
schreibt  der  „Lokal-  Anzeiger":  König  Eduard
hatle  seinerzeit  in  ihm  den  willfährigten  Fandlanger
  seiner  Einkreifungspolitil  gefunden.  Nun
ist  in  ihm  der  erste  der  enropäischen  Vrandstifter
gesallen  und  der  zweile  jenseilo  des  Kanald  mird
lald  sein  Schidsal  tilen.  Das  „Verliner  Tage:
llatt“  sieht  in  dim  Ruätrilt  Delcasss  ein  un.
freiwillig.  Geständnis,  daß  das  Gebönde  der
französischen  Außenpolilil  einen  gesährlichen
NRiß  erhielt.  Dekcassé  hinterlasse  seinem  Nachsolger
  eine  bittere  Erkschaft.  (.).,

Geht  Grey?

Wien,  11.  Olt.  Wi:  aus  NRotterdam  gemeldet
  wird,  stehe  der  Rücklrilt  Sir  Edward
Greye  unmittelbar  bevor.  Er  empfange  bereits
leine  Besuche  mehr.  (J.,

 

Englands  Neutralitätverlehung.

Stockholm,  14.  Okt.  Iu  der  neuen  Verletzung
  der  schwedischen  Neutralität  durch  England
  schreibt  „Stockholms  Dagbladet“:  Irgend
ein  Versuch,  einen  derartigen  llebergriff  zu  ent.
schuldigen,  dürfe  nicht  gemacht  werden  lönnen.
Hier  scheint  vielmehr  die  reine  Willkür  geherrscht
zu  haben.  Die  Rücksichtslosigkeit  des  Befehlshabers
  des  englischen  Kriegsfahrzeuges  setzle  sich
mit  vollem  Bewußtsein  über  sonnenklare  Rechtegebote
  hbinweg.  Das  Geschehene  mag  uns  dringend
  an  die  Gefahren,  die  für  unsere  Neutralität
in  der  Ausdehnung  des  Handelskrieges  auf  der
Ostsee  mit  sich  gebracht  werden,  erinnern.  Auf
die  breiten  Schichten  unserer  Bevölkerung  wird
der  englische  Uebergriff  einen  tiesen  Eindruck
machen  und  er  wird  keineswegs  durch  ein  einsaches
  Bedauern  der  englischen  Regierung  über
den  Vorfall  ausgeglichen  werden  können.  Der
Widerspruch  zwischen  der  willtürlichen  Art,  mit
der  England  jetzt  unter  Kränkung  der  neutralen
Staaten  seine  Herrschaft  über  die  Meere  aufrechtzuerhalten
  sucht,  und  den  schönrednerischen
Erklärungen  andererseits,  die  England  zu  Begiun
  des  Krieges  abgab  über  seine  Fürsorge  für
die  neutralen  Staaten,  ist  allzu  durchsichtig  ge-Versenkt.


„  14.  Okt.  Das  Fischerfahrzeug
„Vulture“  aus  Grimsby  ist  in  der  Nor  see  versenkt
  worden.  Man  glaubt,  daß  die  aus  zehn
Mann  bestehende  Besatzung  ertrunken  ist;  drei
Leichen  wurden  bereits  gefunden.  —  Nach  einer
anderen  Meldung  ist  das  Fahrzeug  auf  eine
Mine  gestoßen.

Die  Anleihen  in  Amerika.

Paris,  14.  Okt.  Aus  Newyork  wird  berichtet:
  Frankreich  sucht  bei  hiesigen  Bankiers  einen
Exportkredit  von  200  Millionen  Dollar  nach,
unabhängig  von  der  englisch-französischen  Anleihe.
  (Z.)

London