Nuran:ex 2309
Feilnbach, 13. Olt. Die Kriegolage hat es
zur Pflicht gemacht, in allem sparsam umzugehen,
um dem Aushungerungsplan unserer
Beinde wirksam trotzen zu können. Gerade in
wirtschaftlicher Beziehung ist das von größter
Wichtigkeit, da wir vorher viel rom Ausland
abhängig waren, was nir gerade an der Einfuhr
von ausländischem Obst deutlich erseben.
Jährlich über 100 Millionen von unferem Geld
sind dafür ins Ausland gewandert, und unser
heimischer Obstbau hat darunter großen Schaden
leiden müssen. Im letzten Jahre vor dem
Krieg sind in die Münchener Großmarlthalte
allein 4000 Waggon ausländisches Obst eingeführt
worden. Wir sind nicht angemiesen auf
ausländisches Obst, zumal die Inlandsprodultion
in den letzten Jahren starl geiliegen ist
und fortwährend im Steigen sich besindet. Durch
Gründung von Organisationen usw. müssen enge
Beziehungen zwischen Konsumenten und Produzenten
hergestellt werden, und wenn auf diese
Weise zusammengearbeitet wird, dann fann auch
der deutsche Markt mit deutschem Obst versehen
werden. Diesem Ziele näherzutreten, hat sich
auch im vergangenen Jahre in Feilnbach eine
Organisation gebildet under dem Namen „Obstkaufsvereinigung“,
die eine recht segenereiche
Täligkeit entsaltet. Vereits in heurigen Geschäftsjahr
hatte sie in Frühobst bio zum 1.
Oktober cinen Umsatz von 12 0000 Ml. zu verzeichnen,
welcher hauptjächlich durch den Bau
einer neuen Obsthalle am Bahnhof ermöglicht
werden konnte. Das Obst wird hier von den
Mitgliedern (die sich aus drei Gemeinden zusammensetzen
angefahren. sortiert in mehrere
Qualitäten und an die Konsumenten, die sich
auf ganz Bayern erflrecken, je nach Feinneit
der Sorten in Schachteln, Spahn= und Weidckörben
oder in Faßpackung veriendet. Um mit
den Konfumenten in nähere Beziehungen treten
zu können, findet am Sonntag, den 22. Oltober
dahier in der Halle ein Obftmarkt mit
Auostellung slatt, r## Gelegenheit geboten i't,
sich mit gutem baltbaren Wimerobst zu verseben.
Teisendorf, 13. Olt. Der Pinzgauer Zucht
verband führt auf der von ihm brtriebenen
Jungviehw. ide Neuhaus, oberhalb Höglwoörth,
Kultur- und Entwässerungszarbeiten gröôheren
Stils durch. Die zu diesem Zweck vom Gesangenenlager
Puchleim zur Verfügung gesitellten
30 rufüschen Kriegegesangenen ercegten am
8. Oiloler Ei ihrem Marsch von Slalion Teisendorf
zu irrem Beilimmungsort in bunten
Unisormen und Pelzmützen das Interesse der
Bevöllerung.
Bad Rcichenhall, 12.
lich, sand am 27. Angust de. Is. in Großamain
ein schwerer Kamrf zwischen dem Gendarmeriewachtmeiter
Rudolf Kinger in Großgmain,
dem fahnenflüchtigen Sicinmethgehilsen
Johann Albaneli und siner Geliebten Sedwig
Sterzl stat#. Albaneki in an den dabei erlittenen
Verletzungen genorben. Seine Geliete
wurde jett, wie die Salzburger Blätler melden,
vom hiesigen Gericht wegen Verbrechens des
versuchten Mordes, össentlicher Gewalttäligkeit
und Diebstahl zu 3 Jahren schweren Kerker verurteilt.
Berchtesgasen, 13. Okt. Drei russische
Kriegsgesangene, darunter zwii Uralkosaken,
entslotben vom Lager in Girödig und über#-schritien
bei Schellenberg die Grenze. Da man
ihnen sagte, daß üller dem Verg die freie Schweiz
liege, beniegen fi: den Untersberg, kletterten
über die steil alsallenden Särwände, ühernachtelen
auf den sog. „10 Kasernen“ und flüchteten
sich dann auf das Unterkunftshuns am
Berchtesgadener Hochlhron, von wd sie durch
die telephonisch herbeigerusene Gendarmerie
Schellenberg völlig erschöpft und zerlumpt zu
Tal gebracht wurden.
Keliischnichten.
Kriegsgebenkkenze.
Aus Oesterreich ist die Anregung gekommen.
in Stadt und Land Wahrzeichen der Kriegszeit
zu errichten, in die jeder mit einer freiwilligen
Spende einen Nagel einschlagen soll. Diese
Anregung ist auch bei uns int Deutschen Reiche
aufgegrifsen worden, und zahlreich sind die Aufrufe,
welche Deutschlands Bevöllerung aufsordern,
solche eherne Wahrzeichen herzustellen, um
der Nalionalstistung für die Hinterbliebenen
der im Kriege Gesallenen möglichst viele Mittel
zuzuführen. Unter dem 1. Seplember d. J.
ist eine Kundgebung des Ministers Frhru. v.
Soden erschienen, in welcher die Errichtung einjsacher,
sachlicher Wahrzeichen empfohlen wird,
z. B. die Errichtung einer Gedenksäule mit dem
Wappenschilde des Ortes oder die Nagelung
eines Eisernen Kreuzes, das dann im Rathauesaale,
in der Kirchenvorhalle oder am Schulhaus
zum Gedächlnis angebracht werden kann.
Am meisten aber entspräche es wohl der Zeit,
daß Gemeinden und Orte an Kirchen und Ka-Okt.
Wie erinner-
pellen oder weithin sichtbar auf freiem Felde
ein hölzernes Kreuz als Zeichen bitteren Sterbens,
aber auch treuer Liebe und Hoffnung aufrichten
und jeder einen Nagel einschlägt. An anderen
Orten mag eine Türe der Kirche oder
des Gemeindehauses als Eiserne Türe in schlichter
Form an die Kriegszeit erinnern. Auch die
Errichtung einer Fahnenstange, deren Schaft mit
eisernen Nägeln beschlagen werden konn, oder
Rasenleimex Anzeiger.
einer Brücke mit einem Erinnerungszeichen versehen
kommt in Betracht. Zu diesen Anregungen
des Ministers Frhru. v. Soden wird in
der letzten Rummer des „Amloblatt für die
Erzdiözese München und Freising“ bemerlt:
„In se. Linie empfehlen auch wir die Errichtung
von würdigen und stilvollen Kriegs-Gedenkkreuzen,
an denen dann etwa auch die
Namen der gesallenen Helden in passender Weise
angebracht werden könnten. Auch die Aufstellung
einer Pieta oder Kreuzigungsgrurpe in
oder an der Kirche dürste eine würdige, pielälvolle,
an die Pflicht des Gebetes und Danle
mahnende Kriegoerinnerung für sernere Zeiten
sein.“ Das Ordinariat bemerlt aler ausdrücdlich,
daß Jabril= oder Schablonenware für diesen
Zweck obenso vermieden werden soll, wie die
Belastung der Gemeinden durch Ausstellung
von Prunl-Denkmälern.
Rosenheim, 134. Okt.
Unsere Königin begeht morgen ihr hohes
Namenssest. Die Feier beschränkt sich nach außen
auf feierliche Gottesdienste. Militärischerseits ist
für morgen 10 Uhr Kirchenxarade angelündigi,
während von 11 bis 12 Uhr unsere Militär
lapelle Standmusil am Mar-Josess-Platz a#
hält. Das bayerische Voll vereinigt sich in
dem Wunsche: Gott schütze unsere Königin und
das ganze königliche Haus!
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Eugen Richard Schech, Schiffsoffizier der Handelsmarine,
Vizesteuermann d. R. und Offiziersaspirant
der kaiserl. Marine, Nesse der Kaufmannewitue
Elise Manr in Masserburg.
K. Nealschule Rosenheim. Jine neuen
Schüler der K. Realschule zu Nosenhbeim, welche
sich der Aufnahmoprüfung noch niht unter
zogen haben, wollen sich am Dienstag, den 19.
DOliober vormitlage 10 Uhr im Realschulge
räude zur Prüsung einsinden. Alle Schüler der
K. Realschule Rosenheim ohne Auenahme haben
am Donnerstag, den 21. Oliober nachmittags
4 Uhr im Schnihofe der Anstalt zu erscheinen.
Feuerwehr. Der Lauplühung der Feuerwehren
Rosenheimo am Sonalag lag gleichmwie
der Gesamtür ung der Gedausle eines Mühlen
hranges zu Grunk.e. Bei kher Gesamtülung war
die Mittermühle, bei der Haupturung die Bucgermühle
in der Kärderstraße alo Brandgegen-##kjand
angenommen. Diese Uebungen waren
kriege itgemän, denn sie sanden an GCeläuden
statt, die zur cit gunz besonderen Schutzes le
dürsen. Der Angriff auf die Burgermühle darf
im Hinl#ick auf deren Lage als schwierig bezeiitanct
werden. Trotzdem waren nach Aurus die
Abteilungen um 111 Uhr in Wirksamleit. Sie
arbeiteien mit Sachlichleit und Ruge. Die Geräle
zeigten sich in bester Gebrauchsfähigkeit.
Der 1. Sleigeriug und die Drehleiter versahen
den Rettungodienst. Die neue Landspritze bemährie
sich aufs beste. Auffallend viele junge
Leule waren bei den Steigerzügen in Täligleit.
E: waren die Jungmannen der militärischen
Ingenderzielung Nosenheims, Jugendkompagnie
4. Turnvereine, die vollzählig mit 45 Jungleuten
den Kompagnien der Wehr beitraten,
um den durch Einberusungen entstandenen Entgang
auszugleichen. Cs war möglich, diese be—
reits mitilärisch erzogene Ingend in menigen
Wochen mit der Handhabung der Ceräte vertraut
zu machen, das Feigte der zm#ite Angriff,
der nur von den Jungen ausgeführt wurde.
Wer erinnert sich da nicht der Zeilen, in denen
die Feuerwehren errichtet wurden und nur dadurch
errichtet werden lonnten, weil die Turner
ihre Kräfte zur Verfügung siellten? Der Verlauf
der Uebung zeigte, daß die Mhr unter
tüchtiger, gewissenhafter Leilung ihrem guten
Zweck voll gewachsen ist und daß die Stadt der
Wehr ganz vertrauen dark. In der Krilit hielt
Kommandant Schlögl einen umfassenden lehrreichen
Rückblit auf den Uebungsverlauf, dankte
den Chargierten für die Opser, welche sie in
den letzten Wochen gebracht haben, dankte dem
Leiler der Jugendkompagnie 4, Hrn. Heliel,
welcher den Beitritt der Jungmannen veranlaßte.
Kurz vor 2 Uhr marschierten die Kompagnien,
die zusammen ein stattliches Korps
bilden, in ihre Feuerhäuser zurück. Ein Ehrenabend
sindet in der Wehr in diesem Jahre
nicht statt, da K. Ehrenzeichen nicht zur Verteilung
gelangien.
Die Bluttat in Fürstätt, welche sich
in der Nacht vom 27. Juni ds. Js. vor der
„Neuen Welt“ ereignete, fand jetzt ein gerichtliches
Nachspiel. Ein Dienstknecht, der früher
beim Estererbauer Quirin Vichler und zuletzt
in Hohenhosen in Dienst stand, wurde nachts
12 Uhr mit einer schweren Verletzung im Unterleib
auf der Straße ausgesunden. Er konnte
angeben, daß die Verletzung von Stichen herrührte,
welche ihm der Vauer Quirin zZellner
versetzt haben sollte. Die Verletzungen schienen
schwer zu sein, da die Gedärme durchschnitten
waren. Doch ist der Verletzte wieder geheilt.
Der Fall kam jetyzt vor der Strafkammer des
Landgerichts Traunstein zur Verhandlung. Jellner
wurde zu 1 Jahr 3 Monaten Gesängnis
se, will aber weitere Instanzen noch anrusen.
«
Gefunden. Ein goldener Ring wurde gesunden.
Abzuholen im magistratischen Geschäflszimmer
Nr. 2.
Wetterbericht für Freitag, 15. Oktober:
Keine Aenderung.
Musil und Theaker.
Die Kapelle der Tiroler Kaiser-Jäger
veranstaltet, wie bereils belannt, am
lommenden Samotag im Saale des Hotels
„Deutscher Kaiser“ ein Wohltätigkeitskonzert zu
Gunsten der Fürsorgeslelle für die Angehörigen
der Kriegsteilnehmer. Dazu ist eine vörzuglich
ausgewählte Vortragsordnung zusammengestellt.
Wir heben daraus folgende Nummern
hervor: Ourertüre zur Oper „Milhelm, Tell“
von Rossini; Geschichten aus dem Wiener
Wald, Walzer von J. Strauß; Zwelĩte ungar.
Rhapsodie von Liszt; Legende für Violine von
Wieniawsky; Fantasie aus der Oper „Lohengrin“
von Wagner; Fragmente aus der Operette
„Ideale Gattin“ von Lehor; Harfenständchen,
Trio, von Oelschlegel; Ballet-Ouverlüre
von Kremser; Fantasie aus Offenbachs
Werken von Fedras; Schlager auf. Schlager,
Dotpourri von Lincke; Dorfkinder, Walzer aus
der Operette „Zigeunerbrimas“ von Kali##ann.
Diese Auszählung zeigt, daß uns prächtige Perlen
seinsier Konzertmusik erwarten. Dechalb
dars wohl mit einem vollen Besuche des Konzertes
gerechnet werden. Der Vorverkauf in der
Jürsorgestelle in der Sedanstraße hat bereits
begonnen.
Hie bayersschen Berisseliten.
Verlustliste Nr. 227.
1. Insanterieregiment München. Schaß Johann,
Pitz, sehwer verwundet. Aigner Franz,
Allmühldorf, leicht verwundet. Gefreiler Jos.
Wenninger, Bachhausen, gefallen. Gesreiter Joses
Ballauf, Nottau, gesallen. Fritz Lahn, Kolbermoor,
gesalslen. Johann Handelshauser,
Penzberg, gesallen.
12. Insanterieregiment Neuulm. Leonhard
Brandl, Nühldorf am Jmn, schwer verletzt, gestorben
16. 0. 15. Alois Leit##er, Westenhofen,
leicht verwundet.
1. Jäger Bataillon Freising. Joseph Hintermaner,
Unterhdolwang, schwer vermunvel. Johaun
Vernöcer, Oflin, schwer verwundet. Joseph
Hilminger, Neulirchen, leicht verwundet.
Reserve-Jufanterieregiment Nr. 2. Og. Anderl,
Tölz, leicht verwundek, bei der Truppe.
Malihia## Heiß, Sindelodorf, leicht verwundet.
Johann Eimannsberger, Schmidham, gefallen.
Georg Prametsberger, Grünbach, schwer verwundet.
Reserve-Insanterie-Regiment Nr. 3: Johann
Weimierl, Kolbermoor, gesallen. Eduard. Straßberger,
Hohenaschau, leicht verwundet. Nilol.
Schreil, Wasserburg, leicht verwundet.
Reserve-Infanterieregiment Nr. 17. Josef
Maier, Loiberodorf, schwer verwundet; Kaspar
Huber, Zeilern, schwer verwundet. Tarer Hoser,
Holzuoll, schver vermundet, gestorb. 23. 9. 15.
Joseph Schösfmann, Geisenfeld, leicht verwun.
del.
Reserve Infanterieregiment Nr. 23. Martin
Vraun, Juchering, leicht verwundet. Matthias
Häuelmeyer, Eschelbach, gefallen.
Landwehr= Insanterieregiment Nr. 2. Anton
Menel, Reichenhall, schwer verwundet.
Landsiurm Infanteric-Bataillon Weilheim.
Martin Baumgariuer, Flintsbach, leicht verwundet.
"
8. Chevaulegersregiment Dillingen. Wimmer
Erust, Altötting, in Gefangenschaft.
1. Zuß Artillerieregiment München — Neu-Ulm.
Mar Gött, Schönewald, gesallen. Dionys
Schmotz, Schliersee, schmer verwundel.
1 Reserve-Fußz-Artillerieregiment Nr. 1. VPefreiler
Malthias Vogl, Rosenheim, leicht verwundet.
Gefreiter Georg Zauner, Forsting, l.
verwundet. Michacl Zechmeister, Stanggaß, gesallen.
1. Landwehr-Pionier-Kompagnie. 1. A.-K.
Anton Forstner, Mühlau, gesallen. Matthias
Gäuswürger, Steinkirchen, leicht verwundct, bei
der Truppe.
Bayerische Ehrenkafel.
Kürzlich ist die 65. Bayer. Ehrentafel erschienen.
Diese Veröffentlichungen von Heldentaten
bayerischer Mannschaften durch das
Kriegsarchio zählen rund 675 Aufzeichnungen
mit der Taxferkeitsmedaille auf. In der Einleitung
zur b5. Ehrentasel heißt es: „Spielten
sich unsere bisherigen Kleinschilderungen auschliehlich
auf den Kampfgesilden des Westens
ab, wo sich aus den ersten glänzenden Schlachlentscheidungen
ein an die Ausdauer und kühne
Opferfreudigkeit unserer unermüdlichen Streiter
riesige Anforderungen stellender Schützengrabenkrieg
mit Franzosen und Engländern wie
deren farbigen Seelenverwandten entwickelte, so
führen uns die großen Ereignisse des Weltringens
nunmehr auch in die Waldschluchten
der Karpathen und über die endlosen Blachselder
des unwirtlichen Ostens, um Wittelsbachs
Banner im herrlichsten Wettstreite mit den
Heersäulen der verbündeten Brudervoöller trotz
der erdrückenden Ueberzahl unserer Feinde von
Sieg zu Sieg eilen zu sehen. Wie in des Reiches
Westmark, in Belgien und in Frankreich haben
zuugre bayerischen Mannen auch in Galizien,
—-
Polen und Ruhland ihre vorbildliche Pllicht-Freitag,
15. Ortober 1813
treue und heldenmütige Tapferkeit in bewundernswerten
Taten ihrer Heereskörper und jedes
Einzelnen verewigt.“ Mit einer systematisch
bearleiteten Ehrentafel in diesem Umfang, in
die leider die mit dem Eisernen Kreuz ansgezeichneten
Taten (wohl an die 200000) wegen
ihrer großen Zahl nicht eingezeichnet werden
lönnen, steht Bayern von allen Staaten allein
da.
Aus dem Gerichteute.
Strafslammer des Landgerichts
Traunslein.
Traunstein, 13. Okt. Der Dienstlnecht Josef
Pötlinger war bei dem Bauern Nanner in
Gröben bedienstet und rerließ am 6. Mai ohne
Grund den Dienfst, angeblich weil ihn der Bauer
wiederholt mißhandelt und ihm Hundefleisch zu
essen gegeben hat. Bei der Verhandlung hat
sich ergeben, daß diese Anschuldigung nicht wahr
sei. Wegen Vergehen gegen das Kriegs-Zust.-G.
erhielt er eine Gefängnisstrase von 2 Monaten.
Außerdem hat er seinen Arbeitgeber mit Anzünden
bedroht; hiewegen wurde er zu 10 Tagen
Gesängnis verurteilt. Der Bauer Leidl in
Loidersdorf, der den Pöttinger in Dienst nahm,
erhielt wegen Vergeben? gegen das Kriegszu:
stand#gesetz eine Gesängniesstrafe von 1 Tag.
Der Gütler Hofmann in Großlarolinenfeld
hat an den Gütler Innozenz Steber in Aubing
ein Pserd verkauft ohne die vorgeschriebene Erlaubnis
eingeholt zu haben. Wegen Vergebens
gegen das Kriegezustandsgesetz erhiell Steber
eine Gefängniostrafe von 1 Tag.
Siche#ch##s,
Der Kleruskalender sür 1916 ist in
seinem 38. Jahrgang soeben bei der Veriags.
anstalt vorm. G. J. Manz in Regenskburg erschienen.
Ein darin behandeltes Thema „Der
Pan#, der deutsche Crislopat und der deutsae
ierus im Weltlrieg“ in hochinteressant. In
allen lirchlicken Belungen gibt der Kalender,
der gleichzeitig ein lirchlich Uatinisches Jahrbn?
für den lath. Klerus deutscher Zunge in, ireft
lichen Ausschluß. Der als GWanzleinenband gelundene
Kalender lostet nur 1.200 Mk.
Belibrieg.
*—*— “*“—
Ger- 4.
.
Die europüischen Brandstifter.
Verlin, 1.1. Olt. Zum Rüctritt Delcaio
schreibt der „Lokal- Anzeiger": König Eduard
hatle seinerzeit in ihm den willfährigten Fandlanger
seiner Einkreifungspolitil gefunden. Nun
ist in ihm der erste der enropäischen Vrandstifter
gesallen und der zweile jenseilo des Kanald mird
lald sein Schidsal tilen. Das „Verliner Tage:
llatt“ sieht in dim Ruätrilt Delcasss ein un.
freiwillig. Geständnis, daß das Gebönde der
französischen Außenpolilil einen gesährlichen
NRiß erhielt. Dekcassé hinterlasse seinem Nachsolger
eine bittere Erkschaft. (.).,
Geht Grey?
Wien, 11. Olt. Wi: aus NRotterdam gemeldet
wird, stehe der Rücklrilt Sir Edward
Greye unmittelbar bevor. Er empfange bereits
leine Besuche mehr. (J.,
Englands Neutralitätverlehung.
Stockholm, 14. Okt. Iu der neuen Verletzung
der schwedischen Neutralität durch England
schreibt „Stockholms Dagbladet“: Irgend
ein Versuch, einen derartigen llebergriff zu ent.
schuldigen, dürfe nicht gemacht werden lönnen.
Hier scheint vielmehr die reine Willkür geherrscht
zu haben. Die Rücksichtslosigkeit des Befehlshabers
des englischen Kriegsfahrzeuges setzle sich
mit vollem Bewußtsein über sonnenklare Rechtegebote
hbinweg. Das Geschehene mag uns dringend
an die Gefahren, die für unsere Neutralität
in der Ausdehnung des Handelskrieges auf der
Ostsee mit sich gebracht werden, erinnern. Auf
die breiten Schichten unserer Bevölkerung wird
der englische Uebergriff einen tiesen Eindruck
machen und er wird keineswegs durch ein einsaches
Bedauern der englischen Regierung über
den Vorfall ausgeglichen werden können. Der
Widerspruch zwischen der willtürlichen Art, mit
der England jetzt unter Kränkung der neutralen
Staaten seine Herrschaft über die Meere aufrechtzuerhalten
sucht, und den schönrednerischen
Erklärungen andererseits, die England zu Begiun
des Krieges abgab über seine Fürsorge für
die neutralen Staaten, ist allzu durchsichtig ge-Versenkt.
„ 14. Okt. Das Fischerfahrzeug
„Vulture“ aus Grimsby ist in der Nor see versenkt
worden. Man glaubt, daß die aus zehn
Mann bestehende Besatzung ertrunken ist; drei
Leichen wurden bereits gefunden. — Nach einer
anderen Meldung ist das Fahrzeug auf eine
Mine gestoßen.
Die Anleihen in Amerika.
Paris, 14. Okt. Aus Newyork wird berichtet:
Frankreich sucht bei hiesigen Bankiers einen
Exportkredit von 200 Millionen Dollar nach,
unabhängig von der englisch-französischen Anleihe.
(Z.)
London