Der Zusammenbruch. 49
Gebiete stellte. Die Marxsche Händlerregierung war schon vorher ungebeten zwei
derartigen erwarteten Forderungen, denen nach Aufhebung des 1#Bookkrieges
und der Luftangriffe, entgegengekommen; als sie, mangels jeglichen völkischen Verständnisses
für ihre Bedeutung, am 12. Oktober auch diese dritte Forderung annahm,
war die Sache für Deu-schland verloren und nahm den Verlauf, den sie
nehmen mußte. Am 26. Oktober wurde budendorff verabschiedek.
Die Schuld des Demokratenprinzen Max von Baden und seiner demokratischen
Paladine Solf, Scheidemann, Haußmann, Erzberger und Gröber ist riesengroß.
Sie haben die schmachvollen Verhandlungen mit den Feinden geführt und
das deutsche Volk auf den Weg der Ehrlosigkeit gebracht, der mit der Annahme
der Fochschen Bedingungen endete.
Denn die Deutschen gehen aus dem Krieg hervor als ein Volk ohne Ehre; das
stand schon im Oktober rors fest. Nur die äußerste wirkliche Not hätte die Annahme
solcher Bedingungen, wie sie Foch stellte, ohne Verlust der Ehre gestattet;
in solcher Not befand sich das deutsche Volk nicht. „Wak kof ich mir for die Ehre“
ist ein Wahlspruch, den Galizier nach Berlin eingeführt haben. Oie alljüdische Presse
und ihre Mit= und Nachläufer, die seit Jahrzehnten dem Deutschen das völkische
Ehrgefühl aus dem Leibe herausfressen, wollten das Volk damals über den klaren
Sachverhalt hinwegkäuschen und sagken ihm vor, ein Volk, das vier Jahre lang
so hoch in Ehren der Übermacht skandgehalten habe, könne durch den schließlichen
Verzicht auf ehrenvollen Waffenstillstand und ehrenvollen Frieden nicht seiner
Ehre verlustig gehen. Gewiß nicht, wenn die Niederlage der Ubermacht und der
phosischen Erschöpfung zu verdanken gewesen wäre, aber dann wohl, wenn sie
durch den Umstand verursacht wurde, daß den armen betrogenen Soldaten Ehrund
Vaterlandsgefühl aus dem Herzen gestohlen wurde, wenn der Zusammenbruch
ein moralischer war. Es kann einer sechzig Jahre lang unter den schwierigsten
Verhältnissen ein Ehrenmann vom reinsten Wasser gewesen sein, wenn er in seinem
61. und 62. ehrlose Handlungen begeht, endet er als Ehrloser. Das ist nun
einmal geltendes Recht. Wer dem Volk dann noch die Scham über die verlorene
Ehre stiehlt, indem er ihm vorlügk, seine Ehre sei nicht dahin, der raubt
ihm die Möglichkeit der Wiedergeburt. Nur wer die völkische Wiedergeburk nicht
will und mit dem völkischen Jusammenbruch Ziele erreicht oder Geschäfte gemacht
hat, hat Ursache, dem Volk auch noch vorzureden, es hätte seine Ehre gewahrt.
Die Vorgänge der Revolution waren die folgerichtige Fortsetzung des Weges,
den man in den Palais der Regierung eingeschlagen hatte, übertragen in die Begriffswelt
und Gebräuche des Vorstadtstraßenpöbels, und keine Hand wäscht die
Regierung des Prinzen Max von ihrem vollen Anteil an der Schuld am Jusammenbruch
Deutschlands rein. Wenn jetzt aber behauptet wird, der endgültige und restlose
Zusammenbruch in der Form, wie er erfolgt ist, sei keine Folge der Revolution
gewesen, sondern lediglich die Liquidation des vom alten System hinterlassenen
Erbes, so ist das wieder ein neuer ungeheurer Betrug. Oenn die schmachvollen
edingungen des Feindes sind erst am ro. November in Berlin überreicht worden
—die Reise des Kuriers hatte einige heute noch nicht recht aufgeklärte Verzögerungen
erlitten — und niemand konnte die Regierung der Herren Ebert, Scheidemann,
Haußmann usw. zwingen, sie anzunehmen, oder verhindern, sie abzulehnen.
Einen Regierungswechsel wie damals nimmt man nicht vor, um das
Erbe im Sinne des Vorgängers weiterzuverwalten, sondern um neue Wege und
bessere Wege zu gehen; wenn man sich dazu nicht fähig fühlt, tritt man die
v. Llebig, Betrug. 4