Metadata : Blätter für Rechtsanwendung. XIX. Band. (19)

96  Einrede  der  Minderjährkgkelt.  —  Injurie.  Retorslon.

gelassen  würde  ;  indem  gerade  daraus  essichtlich  wäre,
aß  es  dem  Beklagten  mit  seiner  Deklaration  nicht
Ernst  ist,  und  er  die  Beschimpfung  nicht  bereue,  und
indem  in  einer  solchen  offenbar  nicht  aus  freiem
Antriebe  und  aus  der  Absicht,  dem  Kläger  zu  satisfaziren,
  hervorgegongenen  Deklaration  keine  genügende
Satisfaktion  für  den  Beleidigten  gefunden  werden  könnte.
OAGE.  v.  5.  Jamar  1854.  Nr.  350  5/44.

7.
Einrede  der  Minderjährigkeit.

In  den  Motiven  einer  oberstrichterlichen  Entscheidung
  kommt  hierüber  vor:

Die  Behauptung,  der  Beklagte  sei  bei  Eingehung
  des  Rechtsgeschäftes  noch  minderjährig  und
deshalb  nicht  dispositionsfähig  gewesen,  bildet  nach
heutigem  Prozeßrechte  eine  vom  Beklagten  gehörig
vorzuschützende  Einrede.  Diese  muß  aber  im  vorliegenden
  Falle  als  versäumt  angesehen  werden,  da
se  in  der  Exzeptionsschrift  gar  nicht  vorkommt,  sonern
  erst  in  der  Duplik  zur  Sprache  gebracht  ist....
Erk.  des  OAG.  zu  Lübeck  v.  8.  März  1853.

Frankfurter  Sammlung  (von  J.  J.  Römer)

Bd.  1  S.  53.  ·  ·"  6

8.
Injurienklage.  Einrede,  nur  retorqulrt  zu  haben.
Vall.  Bb.  1  S.  104.

Nur  wenn  augeullickliche  Erwiderung  einer  erlittenen
  Injurie  stattgefunden  hat,  so  daß  jene  als  ein
Akt  abgedrungener  Selbstvertheidigung  Enscheint,  mag
der  Injurienklage,  welche  wegen  des  beleidigenden
Inhalts  der  Erwiderung  erhoben  wird,  mit  der  Einrede,
  nur  retorguirt  zu  haben,  begegnet  werden  können.

Vgl.  OAGE.  v.  9.  März  1852.  Nr.  11936%1

P  :  J.  A.  Seuffert.  Verl.:  Palm  &  Enke  (Adolph  Enle)
*  F7  in  Siustert.  Druck  von  Junge  &  Sohn.