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1813 wurde er Generalstabschef der schlesischen
Armee, ist in dieser Stellung bis
zum Ende des Befreiungskriegs geblieben
und hat den größten Anteil an dessen glücklichem
Ausgang gehabt. Nach der Schlacht
bei beigsig erhob ihn König Friedrich Wilhelm
III. in den Grafenstand und verlieh
ihm 1814 eine Dotation. Nach dem zweiten
Pariser Frieden erhielt G. als General
der Infanterie das Kommando des rheinischen
Armeekorps, nahm aber schon 1816
seinen Abschied und zog sich nach seinem
Schloß Erdmannsdorf im Riesengebirge
zurück. Doch wurde er 1818 zum Gouverneur
von Berlin und Mitglied des
Staatsrats und 1825 zum Feldmarschall
ernannt und erhielt 1831 beim Ausbruch
des polnischen Aufstands den Oberbefehl
über die Beobachtungsarmee an der polnischen
Grenze. Er starb schon 24. Aug.
1831 in Posen an der Cholera. Sein
Standbild von Erz ist 1855 in Berlin am
Opernplatz aufgestellt worden. Vgl. Pertz,
Das Leben des Feldmarschalls Neithardt
v. G. (1864—69 3 Bde.; Bd. 4 und 5
von Delbrück, 1880—81).
Gnesen, Erzbistum im ehemaligen Königreich
Polen, zu dessen Sprenget nebst
den preußischen die Bistümer Breslau,
Kammin u. Lebus und seit dem 12. Jahrh.
Posen gehörten. Es wurde ums Jahr
1000 begründet. Der Erzbischof war Leat
des päpstlichen Stuhls und seit 1416
Primos von Polen. Kraft dessen hatte er
das Recht, den polnischen König zu krönen,
und war seit 1572 bis zur Wahl des neuen
Königs Reichsverweser. 1821 wurde G.
mit dem neu errichteten Erzbistum EDs
vereinigt, der Erzbischof siedelte nach Posen
über; doch blieb in G. ein Domkapitel mit
einem Weihbischof bestehen.
Goeben, August Karl von, preuß.
General der Infanterie, geb. 10. Dez. 1816
zu Stade, trat 1833 in die preußische Armee,
nahm 1836 seinen Abschied und
machte fünf Felbzüge im Karlistenheer in
Spanien mit. 1842 wurde er wieder im
preußischen Heer angestellt und zum Generalstab
kommandiert. Im Stab des Prinzen
von Preußen machte er 1849 den Feldzug
in Baden sowie 1860 den spanischen
Feldzug in Marokko mit. Im dänischen
Gnesen — Görres.
Feldzug 1864 zeichnete er sich bei Düppel
und Alsen aus und führte 1866 eine Division
bei der Mainarmee. Die wesentlichsten
Erfolge dieses Feldzugs waren sein Werk.
Er schlug die Bayern bei Dermbach und
Kissingen, die Osterreicher bei Aschaffen-=burg,
erzwang ülegen das 8. Bundesarmeekorps
den Übergang über die Tauber
undbesetzte 1. Aug. Würzburg. Imddeutschfranzösischen
Feldzug 1870/74 befehligte
er das 8. Armeekorps, kämpfte bei Saarbrücken
und Gravelotte und nahm an der
Einschließung von Metz teil. Alsdann
marschierte er mit der ersten Armee nach
dem Norden, focht bei Amiens (27. Nov.)
und an der Hallue (23. den und schlug
aidherbe 3. Jan. 1871 bei Bapaume.
r übernahm nun den Oberbefehl über
die erste Armee und vernichtete in der
Schlacht bei St. Quentin 19. Jan. die
französische Nordarmee. Dafür wurde er
durch das Großkreuz des Eisernen Kreuzes
ausezeichnet. Seit dem Frieden nahm
er als Kommandeur des 8. Korps seinen
Sitz wieder in Koblenz= wo er 13. Nov.
1880 starb. Seine Fe Rüge in Spanien
und Marokko hat er in den Werken: . Vier
Jahre in Spaniene (1841) sowie Reiseund
Lagerbriefe aus Spanien und vom
spanischen Heer in Marokko= (1863, 2
Bde.) beschrieben.
Goldne Vnlle, das vom Kaiser KarlIV.
auf dem Reichstag Nürnberg 1355 beratene,
zu Metz 1356 erlassene deutsche
Reichsgrundgesetz, welches die Kaiserwahl
ordnete und die sieben Kurfürsten einsetzte;
sie führt ihren Namen von dem
golenen Siegel und wird im Original im
mer zu Frankfurt a. M. aufbewahrt.
Göllheim (Gellheim), Ort in der
bayr. Aheinpfah, Bezirk Kirchheimbolanden,
berühmt durch den Sieg Herzog
Albrechts von Osterreich über König Adolf
(s. d.) 2. Juli 1298, in welchem dieser fiel.
Görres, Jakob Joseph von, deutscher
Schriftsteller und Politiker, *
24. Jan. 1776 zu Koblenz, studierte Medizin
in Bonn, wandte sich aber dann der
Politik zu. 1799 ging er an der Spitze
einer Deputation nach Paris, um die
gänzliche Vereinigung des linken Rheinufers
mit Frankreich zu erwirken, kam