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zum Falle von Paris fünf Monate.“') Und wie viele Tausende
ämpften nicht auch in der deutschen Armee, die nach kaum zweioder
dreimonatlicher Ausbildung in's Feld rücken mußten? Wir
haben nicht gehört, daß. diese 9 schlechter schlugen wie die zweiund
dreijährig ged rillten Soldaten. Preußen stellte 1813
200,000 Mann in's Feld, obgleich nach dem Vertrage von Tilsit
vom Jahre 1807 es nur 40,000 Mann unter Waffen halten
durfte. Dies wurde nur möglich dadurch, daß die Soldaten nach
wenigen Monaten der Uebung entlassen wurden und Andere an
deren Stelle rückten. In Folge dieses Systems schrieb ein
französischer Gesandter dem ersten Napolcon: „Preußen habe
war nur 40,000 Soldaten, aber in jeder Uniform steckten wenigens
3 Mann.“
Der Berufssoldat ist der natürliche Feind des Volkssoldaten;
wo dieser erscheint, muß jener verschwinden. Daher
kommt es, daß unsere militärischen Autoritäten so absprechend
über die Volkswehr urtheilen und daß der ganze Troß derjenigen,
die in dem heutigen Militärsystem die Hauptstütze des gegenwärtigen
Staatssystems sehen, ihnen rauschenden Beifall klatschen
und das politisch nicht geschulte Volk kopfscheu zu machen suchen.
Doch gab es auch Berufosolbaten. die eine bessere Meinung
von der Volkswehr hatten, als unsere heutigen militärischen
Autoritäten, und zu diesen esorte einer, vor dessen Namen
Fun wie Feind den Hut abzie Dies ist der preußische
ldmarschall Neidhardt von beht Dies neben Scharnhorst
der Schöpfer der Ebargteo Landwehr.
*) neber diese sozusagen aus dem Boden gestampften Armeen Frankreichs
hat ein höherer preußischer Officier Oberst Colmar Freigerr r. d.
Goltz ein höchst interessantes Buch geschrieben, detitelt: „Léon Gambetta
und seine Armeen“. In diesem Buche werden dem Erxdiktator und
seinem Gehülfen Freycinet — von Fach Ingenieur und gegenwöärtig
Arbeitsminister Frankreichs — die höchsten Lobsprüche gezollt und offen
ausgesprochen, daß Gambetta eine theigunemaat zuStande gebracht,
Pes- höchst gefährlich w werden können, wenn Gambetta an
Stelle der Generale d'Aurelles und Bourbaki weniger verzopfte junge
Kräfte gesetzt hätte. Auf Grund dieser Erfahrungen und der Thatsache,
daß die deutsche Armee stark daran war, ihr Menschenmaterial zu
erschöpfen, kommt Freiher von Goltz zu merkwürdig demolratischen Vorschlägen.
Er befürwortet unter anderem eine wesentliche Verkürzung
der Dienstzeit und will, ganz wie wir, die militärische Jugenverziehung
in die Schule eingefügt wissen. Die 9 Offenheit womit der preu
Oberst sein Thema behandelte, hat ihm die Ungnade seiner ochwesenien
Behörde zugezogen.