Volltext : Geschichte der Hohenzollern.

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verwickelt  wurde,  an  welchem  auch  der  Kurfürst  Theil  nahm:  spielte  sich  der  Kampf
zum  Nachtheil  des  Letzteren  eine  Zeit  lang  auf  dieses  Gebiet.  Friedrich  II.  wußte
durch  einen  Vergleich  mit  dem  übermächtigen  Nachbar  die  Herrschaften  Kotbus,
Peitz,  Teupitz,  Beeskow,  Storkow  und  das  Land  Beerfelde  zu  bebalten  (1459).

Glücklicheren  Erfolg  hatte  der  Kurfürst  in  dem  Erwerbe  der  Neumark,
welche  seit  dem  Jahre  1402  von  der  Mark  Brandenburg  getrennt  gewesen  war.
Friedrich  I.  hatte  zu  viele  anderweitige  Sorgen  gehabt,  um  ernstlich  auf  die
Wiedererwerbung  dieses  wichtigen  Landstriches  zu  denken;  der  Sohn  aber  richtete
unverzüglich  sein  Augenmerk  auf  diese  Angelegenheit.  Der  deutsche  Orden  machte
sich  auch  auf  die  ernstlichsten  Maßregeln  von  Seiten  desselben  gefaßt  und  verband
  sich  zu  diesem  Zwecke  mit  den  Herzögen  von  Pommern.  Im  Jahre  1443
versuchte  der  Orden  durch  eine  Summe  von  30,000  Gulden  alle  ferneren
Ansprüche  Friedrich's  auf  das  streitige  Land  zum  Schweigen  zu  bringen.  Bei
dieser  Gelegenheit  hatte  er  förmlich  anerkannt,  daß  Siegmund's  Veräußerung
der  Neumark  keine  Verletzung  der  goldnen  Bulle  und  deshalb  rechtmäßig  gewesen
sei.  Was  ihm  durch  Rechtsanspruch  nicht  gelungen  war,  gewährte  ihm  die
umsichtige  Benutzung  günstiger  politischer  Verhältnisse.  Seit  der  Niederlage  von
Tannenberg  (1411)  gegen  die  Polen  kränkelten  die  Angelegenheiten  des  Ordens;
die  Polen  wurden  von  Tage  zu  Tage  mächtiger,  die  preußischen  Unterthanen
schwieriger,  das  Ende  seiner  glorreichen  Zeit  schien  gekommen.  Im  Jahre  1454
war  ein  neuer  blutiger  Krieg  zwischen  dem  Orden  und  dem  König  Casimir  ausgebrochen.
  Ersterem  mangelte  es  an  allen  Mitteln,  den  Kampf  mit  Nachdruck
zu  führen,  deshalb  nahm  er  willig  das  Anerbieten  des  Kurfürsten  an,  welcher
nicht  nur  Geld  versprach,  sondern  auch  freie  Werbung  in  seinen  Besitzungen,
so  wie  Durchzug  für  alle  Kriegsvölker  des  Ordens  gestattete.  Im  folgenden
Jahre  wurde  der  Handel  endgültig  abgeschlossen  und  die  vielbestrittene  Neumark
dem  Kurfürsten  für  100,000  rheinische  Gulden  nach  üblicher  Weise  auf  Wiederkauf,
  der  jedoch  bei  Lebzeiten  Friedrich's  nicht  bewerkstelligt  werden  sollte,  überlassen.
  Durch  diesen  wichtigen  Rückkauf  näherte  sich  die  Markgrafschaft  Brandenburg
  wieder  ihrer  ehemaligen  Größe.

Wenn  Friedrich  II.  durch  diese  Vermehrung  seiner  Macht  und  seines
Einflusses  eine  ungewöhnliche  Herrschereinsicht  bekundete,  so  ergiebt  sich  diese  in
noch  weit  höherem  Grade  durch  sein  Benehmen  bei  solchen  Umständen,  wo
sich  ihm  statt  wirklicher  Macht  nur  blendender  Glanz  und  Schimmer  darboten.
Schon  oben  ist  erzählt  worden,  daß  ihm  die  Krone  Polens  als  Gatten  der
Prinzessin  Hedwig  bestimmt  war.  Auch  nach  ihrem  Tode  noch  bot  sich  zum
zweiten  Male  eine  Aussicht  auf  diesen  Thron,  als  König  Wladislaw  in  der
Schlacht  bei  Varna  gegen  den  Sultan  Murad  gefallen  war  (1444).  Cafimir
nämlich,  Großherzog  von  Lithauen,  der  Bruder  des  abgeschiedenen  Königs,  fand
wegen  der  Eifersucht  seiner  bisherigen  Unterthanen  Schwierigkeiten  in  Bezug  auf
die  Annahme  der  polnischen  Krone.  Gern  hätte  es  daher  ein  großer  Theil  der
Polen  gesehen,  wenn  Friedrich  den  Thron  bestiegen  hätte,  auf  den  fie  auch