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Preussen die Eigenschaft eines Staates zu; nach seiner Auffassung
ist daher eine Personalunion begrifflich nicht möglich, weil
nur ein Staat vorhanden ist, sofern nicht HÄneL auch hier eine
neue Terminologie einführen will.
Die Eingangs erwähnte Lehre HÄNnELSs, dass die Einzelnstaaten
nur Einrichtungen des Reiches, Teile seiner Organisation
seien, lässt sich mit der erörterten Wirksamkeit der
preussischen Staatsgewalt im Reiche und der organisatorischen
Gestaltung der preussischen Hegemonie nicht
vereinen.
Auch die von HäÄnerL erörterte Kompetenz-Kompetenz des
Reiches schafft noch keinen Einheitsstaat; denn die Bestimmung
der staatsrechtlichen Natur des Reiches kann nur auf Grund des
gegenwärtig geltenden Verfassungsrechtes erfolgen; die Annahme
des Einheitsstaates und der monarchischen Stellung des Kaisers
kann nicht damit begründet werden, dass in dem Art. 78 der
Verfassung, dessen „corrosiven Charakter“ auch Bayern beim
Eintritte in den Bund nicht verkannt hat, die Möglichkeit
liegt zur Umwandlung des Bundes in einen deutschen Einheitsstaat.
Vorerst ist weder der Einzelnstaat Preussen, ohne dessen
Zustimmung die Abänderung der Verfassung unmöglich ist, noch
ein anderer Bundesstaat zu einem blosen Organe des Reiches geworden.
Wäre Deutschland ein Einheitsstaat, so wäre die dargelegte
hervorragende Stellung des preussischen Ministeriums nicht
inöglich; der Reichskanzler müsste auf allen Gebieten der Reichsthätigkeit
der Vorgesetzte dieses Ministeriums, wie der Ministerien
der übrigen Bundesstaaten sein.