und Feiertage). —
Der „Rosenhelmer Anzeiger“ erscheint täglich nachmittags 4 Uhr (mll Ausnahme der Sonn- 1G
Der Abonnemenkspreis beträgt vierteljährlich 1 Mark 95 Plennig. -
monatlich 65 Psennig. Für Postabonnenten: Zustellgebühr frei ins Haus 14 Pfennig monatlich.
Fernsprecher: Verlag und Redaktion Nr. 72: Inseraten-Abtellung Nr. 235.
Rosenheimer Anzeiger
Dlie elnspaltige Petitzelle im Anzeigenteil kostet 10 Pf., die Petitzeile im Reklameteil 30 Pf.
Annahme von Anzeigen. Reklamen und Beilagen durch die Annoncen Expeduion Hoal#enstein
& Vogler A.-G., Rosenheim. München, Nürnberg. Verlin usw.
Schluß der Anzeigen-Annahme 1 Uhr miuags.
Ros enheimer Tagblakt
Amtliches Publikations-Organ
Nummer 233 eibeis: Brigiian.
Freitag, 8. Oktober 1915
Der Bruch zwischen Rußland und Bulgarien.
Abbruch der diplomatischen Beziehungen.
Deutscher Protest bei der griechischen Regierung gegen die Truppenlandungen in Saloniki. — Griechenland und der Rücktrit
Venizelos. — Die bulgarische Antwort an Rußland. — Neue französische Angriffe in der Champagne unter schweren Verlusten
gescheitert. — Die Erledigung des „Arabic“-Falles mit Amerika. — Ein amerikanischer Protest an England.
Die Keiegslage.
WITB. Großes Haupkquartier, den
vG. Oltober, vormittags. Anuillich.
weestlicher Kriegsschauplatz.
An der Höhe nordöstlich Neuville wurde ein
französischer Handgranatenangriss abgewiesen.
In der Champagone versuchten dle fran-Zzofen
auch gen##c#n auf der blsherigen Ungritkfsfronidieolfenslve
wieder aufzunehmen
mut Rarkem Rrtillerlefeuer, das uch Rachmittags
zu größter Reftigkelt Keigerte,
glaubte der fFeind unfere Stellung für den
allgemeln beablsichilgten Angriff Hurmreit
machen zu können, während er auf der
Ganzen from seine Sturmtruppen berclt-Relltc.
Unter unserem auf der feindlichen Rüs.
gangsftellung liegenden Mrtillerlefeuer gelang
es den franzofen nur an einigen
Stellen ihre Truppen zum Sturm vorzubringen,
und wo sie Aurmien, wurcken e
wlecker unter schweren verlunen zurüuchk.
geworfen.
So brachen die an der Straße Somme Py-Sonain
mehrfach niederholten Sturmanläufe
sämtlich zusammen. Auch nördlich wie nordöillich
Beau- Sejour Ferme und nordwestlich von
Ville-fur-Tourbe waren die Angriffe völlig ersolglos.
In dem englischen Bericht vom 1. Oktober
uird behauptet, daß die Engländer im Luftlampf
die Oberhand uber unsere Flieger genonnen
hätten. Hierüber gibt folgende Zusammenftellung
den besten Aufschluß:
Im Monat September sind an deutschen Flugzeugen
verloren gegangen: Im Luftlampf 3,
vermißt 2, durch Abschuß von der Erde 2, im
ganzen Klugzeuge.
Im glelchen 2eltraum verloren unfcre
Gegner: JIm lulikampf engiander 4, fran,
zosen 11, durch Abschus von der érde eng.
länmder 1, franzosen 4, durch landung in
und binter unferen Umien: Engländer 3,
franzosen 7, im ganzen Engländer 8 und
franzosen 22, sind 3o.
Oestlicher Kriegsschauplat.
Beeresprpnppe des Eeneralfelbmarschalls
von Hindenburs.
Der Feind hat gestern zwischen Dryswiati—
See und Krewo erneut zu größeren Angriffen
cauesetzt. Sie sind abgeschlagen und in unserem
Tier zusammengebrochen. Anfangserfolge er—
zielte det Feind bei Kosjany und hart südlich
des Siszliew-Sees. Durch Gegenangriffe wurde
die Lage für uns unler schweren Verlusten für
den Feind wieder hergestellt.
Zu den Kämpfen auf der Westfront.
Heeresgruppe bes Generalselbmarschall-Hrinzen
Ceopolè von Bazern
und
BeeressrtC#ppe bes Gencralseldmarschalls
von Mackensen.
Die Lage ist unverändert.
Deeresgruppe des Gencrals von (insingen.
In der Gegend westlich von Czartorye#k haben
sich Kämpfe entwickelt.
Oberste Heeresleitung.
a I
Der amtliche österreichische Bericht.
WTB. Wien, 6. Olt. Amtlich wird
meldet:
Russischer Kriegsschauplat#.
Keine Veränderung.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Auf der Hochfläche von Vielgereuth wurde
um Mitternacht ein slarker italienischer Angriff,
der stellenweise nahe an unsere Hindernisse her
ankam, restlos abgewiesen.
Sflösstlicher Kriegsschanpltt.
Nichts Neues.
Der Stellvertreter des TChefs des Generalstabs:
non Hölex, Feldmarschalleutnant.
ge—
Der Bruch zwischen Kußland und
Bulgarien.
(Aufgenommen in Rosenheim am 7. Oktober,
früh 2.35 Uhr.)
Petersburg, 6. Okt. Ueber Kopenhagen.
Nach einer Mittellung der
Petersburger Telegraphenagentur
aus Zofia vom 5. Oktober ist die
Antwort der bulgarischen Regierung
auf das russische Ultimatum
um 2.40 Uhr übergeben worden.
Da ihr Inhalt unbefriedigend war,
hat der rufsische Gesandte der bulgarischen
Regierung den Abbruch
der diplomatischen Beziehungen
notisiziert. Die Wahrnehmung der
rusfsischen Interessen ist dem niederländischen
Geschäftsträger anvertraut
worden.
Sofia, 6. Okt. (Meldung der Agence Bulgare.
Die bulgarische Antwort auf das englisch-französisch-russische
Ultimatum wurde gestern
nachmittag überreicht. UAm Morgen wurde
seitens der bulgarischen Regierung den Bertretern
des Vierverbandes die Antwort auf ihre
Vorschläge vom 14. Sepiember mitgeteilt.
London., 6. Okt. Die „Morningpos!““ meldet
aus Petersburg: Der rufsische Gesandte in
Sofia kann infolge einer Blinddarmoperation
unmöglich abreisen. Er wnerde wahrscheinlich als
Privatmann in Sofia bleiben. bis er hergenellt
ist. Offiziell verläßt die russische Gesandtschait
heute abend Sofia. Die anderen Gesandtschaften
der Alli#lerten mürden iolgen. Der Vertreter
Griechenlande wird wahrscheinlich bleiben, bis
eine offene kriegerische Handlung gegen sein Land
seine Abreise herbeiführe.
Is-Die
Geschichle der Heuchelel.
WTB. Berlin, 6. Olt. Am Montagnach
mittag richteten die Verneter der Entente in
Sofia an die dulgarische Regierung die Korderung.
binnen 2= Stunden die diplomarischen
Beziehungen zu Deutichland und Ockerreich
Ungarn abzubrechen und samtliche (nebenbei be
merkt, gar nicht vorhandenen deutichen Öffi
ziere aus der bulgarischen Armee zu entlassen.
Es sind, wohlgemerkt, die Vertreier der drei
Mächte, die unter dem Motto: „Kur Freiheit
und Rechl, für Schutz und Unabhangigkei:
der kleinen Staaten'“ in den Kampf gezogen
sind, die diese in das Selbstbestimmungerecht
so lief einschneidende Korderung siellten. Die
bulgarische Regierung wird die gebuhrende Ant—
wort auf die Zumutung zu finden wisien, die
das wahre Gesicht der Entente enthülll. die
von hohlen Phrasen über die humanitären volkerbefreienden
ziele des gegenwärtigen Krieges
überfließt, alle schönen Grundsätze aber fallen
läßt, sobald sie glaubt, daß das ihren Interessen
dienlich ist.
Gleichzeitig mit dieser diplomatischen
marche in Sosia notifizieren unsere Gegner der
griechischen Regierung die beabsichtigte Ausschiffung
französischer und englischer Truppen in
Salonichi, angeblich zur Unterstützung Serbiens.
England riß sich durch diesen Schritt selbst die
heuchlerische Maske vom Gesicht, mit der es
seit Kriegsbeginn die Verletzung der belgischen
Neutralität dazu benutzte, um in der ganzen
Welt in der mürdelosesten Weise gegen Deutschland
Stimmung zu machen.
Wie verichieden aber liegen die beiden Fülle:
Im Falle Belgiens war das Vorgehen Deutschlands
durch den drohenden französischen Vormarsch
begründet. Es handelte sich um Not-—
De-