Volltext : Beschreibung des Oberamts Gmünd

Gmünd.  201

Auguftinersstlofters)  unfern  (norbweftlih)  von  der  HeiligeKreuzkirche
gelegen.

Die  fehr  große,  1758  im  Zopfftil  vollendete  Kirche  ift  außen
ganz  einfach,  bietet  aber  innen  einen  großartigen,  rei  und  fehon  ge=Ihmüdtn
  Raum,  einjhiffig,  flachgemwölbt,  mit  polygongefählofjenem
Ehore,  und  ganz  bededt  mit  Studaturen  und  Fresken;  dieje  ftellen
das  Leben  ded  H.  Auguftinud  dar.  Am  bedeutennften  find  die  beiden
riefigen  Dedkenfresfen,  an  der  ded  Schiffes  fteht  der  Name  des  Malers:
Joh.  Anwander  invenit  et  pinxit  1757.  An  der  Nordwand  des
Chores  ift  ein  fehr  Hübfched  marmorned  Grabfteindhen  eined  Senfft
von  Sulpurg  T  1515  eingemauert.  Der  große,  mit  vielen  Säulen
geihmücte  Hochaltar  zeigt  ein  gutes  Delbild:  Auguftinus  Tchmettert
drei  SIrrlehrer  nieder.  Die  Kirchen  und  Chorjtühle  find  in  tüchtigem
NRococeo  gefähnikt.

5.  In  ähnlichem,  nur  noch  prächtigerem  Stile  tft  die  im  Jahre
1762  »on  Baumeijter  Keller  aus  Dinkelsbühl  vollendete  Dominis
fanerfircde  gehalten,  die  jet  leider  jamt  dem  anjtoßenden,  au
hubih  und  großartig  erbauten  Klofter  zu  einer  Kajerne  verwendet
wird,  In  Die  Kirche  wurden  mehrere  Böden  bineingezogen;  von  dem
oberften  aud  erblidt  man  noch  die  herrlichen  Dedenfreöfen,  weldhe
au  von  Joh.  Anwander  gemalt  wurden,  im  Jahre  1764,  und  Dies
jenigen  der  Auguftinerkirhe  an  Schönheit  noch  übertreffen.  In  dem
jet  ganz  meißgetünchten,  1284  gegründeten,  1724  neu  gebauten
Klofter  erhielt  fich  eine  Fredfe  nur  an  der  Dede  Des  fchonen  jleinernen
  Treppenhaufjes:  Erzengel  Michael  mit  dem  böjen  Feind  unter  fidh.

b.  Außerhalb  der  Stadt  Liegen:

1.  Die  Kirche  zu  St.  Leonhard  mit  Meßnerhaus  beim  Yriedhof
  an  der  Straße  nad  Gottedzell  gelegen;  leider  wurde  auch  Diejed
trefflihe  Gebäude  in  den  Suhren  1776—1779  verzopft,  ed  ward
im  14.  Jahrhundert  aus  Almojen  und  Opfern  in  hohen  Verhältnifjen
  und  einfachen  gothijchen  Kormen  erbaut.  Die  jchönen  Spihbogenfeniter
  find  jegt  Halb  vermauert  und  in  das  Innere,  dad  einft
im  Schiffe  eben  gevedt,  im  Chore  gewölbt  mar,  find  nun  flache,
reih  mit  Studaturen  und  Gemälden  gejchmürkte  Zopfgemwölbe  eingezogen.
  Die  Kirche,  innen  69’  lang  und  34°  breit,  ijt  aus  fehr
Ihönem  Quaderwerf  aufgeführt  und  an  der  Meftfeite,  defen  Steingiebel
  mit  einem  außerordentlih  fehönen,  gothifchen  Steinfreuze  ges
ziert  if,  Durch  das  hier  anftohenne  Meßnerhaud  verbaut.  An  der
Süpjeite  de3  Schiffe  fleht  1471,  ohne  Zmeifel  dad  Jahr  einer
Reftauration  und  über  dem  Cingang  tft  ein  alte8  Steinbild  ver
Mutter  Gottes  und  neben  das  fpäte,  unbedeutende  ded  h.  Leonhard
aufgeftelt.  Der  Chor  hat  fchlanfe,  fchlichte  Strebepfeiler,  die  mit
alterthHümlichen  Giebelblumen  befrönt  find.  Das  Innere  der  Kirche