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wird's auf dein Verhalten in der Jugend ankommen, welches Prädikat
die Hoffnung verdient.
Und nun die Wirkungen dieser Hoffnung. Es liegt in ihrem
Begriffe, daß sie aufheitert und Mut macht. In der Arbeit, Beschwerde
und Gefahr richtet sie die sinkende Kraft auf. Im Schmerz
und in Leiden gewährt sie Geduld, Trost in Betrübnis. „Ich werde
die Früchte meiner Anstrengung ernten", sagt der Arbeitende, wenn
ihm der Schweiß von der Stirne rinnt. „Ich hoffe, glücklich durchzukommen",
denkt der Kämpfende: „es wird bald vorüber gehen“,
der Leidende; „wir werden uns wiedersehen", der Abschiednehmende.
— So liegt ein mächtiger Reiz zur Tätigkeit und wirksame Linderung
menschlicher Not und Plage in der Hoffnung, und oft hat man sie
einen Balsam genannt. Ob sie aber immer erfüllt wird? — Was
tut's, hat man sich doch froh und gekräftigt gefühlt, und wenn es
mißlang, so faßt man wieder neue Hoffnung. Und nicht immer
bloß für sich selbst, auch für andere, besonders sehr befreundete
Personen. Fürs Vaterland, für die Menschheit hofft man, weil das
Gute, das ihnen widerfährt, uns selbst auch Freude machen wird.
Es gehört mit zu praktischer Lebensweisheit zu verhüten, daß
man nicht Narr der Hoffnung werde. Und dazu wäre folgender
Rat empfehlenswert: Hoffe das Beste immer von dir selbst, nicht
von andern, am allerwenigsten vom Zufalle! — Lautet das aber
nicht stolz und gottlos? — Gewiß nicht, wenn wir das Du oder
Ich selbst als ein solches denken, das in frommem Vertrauen auf
Gott, ergeben in jede seiner Fügungen, seine ganze Kraft an würdige
Zwecke setzt. — In allen den Fällen freilich, wo mit unserer Kraft
nichts Hetan ist, We deine ganze Hoffnung auf den Hcöchsten:
„Befiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten
Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden
ibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein
got gehen kann.“
Disposition zu dem vorherigen Aufsatz.
A. Die Jugend soll besonders die Zeit sein, wo die Hoffnungen
in ihrer vollen Blüte stehen.
B. So verdient denn diese freundliche Begleiterin unseres Lebens
eine nähere Aufmerksamkeit.
1. Was ist Hoffnung?
2. Was ist der Gegenstand der Hoffnungen?
3. Die Beschaffenheit der Hoffnung, — töricht und eitel;
vernünftig und wohlbegründet.
4. Die Wirkungen der Hoffnung.
O. Nutzanwendung fürs Leben. (Nach Bomhard.)