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Wirtembergische Kriegsdienste fübrte. Bei der feindlichen Ueberschwemmung
nach der Nördlinger Schlacht sollte er die Festung
Hohentwiel vertheidigen, und seiner Tapferkeit sowohl,
als seinem unerschdpflichen Genie in Erfindung neuer Hülfsmittel
hatte der Herzog die Erhaltung dieses wichtigen Orts
den ganzen Krieg hindurch zu verdanken, den er selbst schon
aufgegeben hatte, den Wirtemberg auch gewiß auf ewig verloren
haben würde, wenn nicht Wiederhold trotz aller Befchle
des Herzogs, die Festung den Oesterreichern zu überlassen, bis
zum völligen Frieden dieselbe vertheidigt hätte. Es war in der
That für einen guten Offizier, was Wiederhold unstreitig gewesen,
keine geringe Verläugnung, in Wirtembergischen Kriegsdiensten
zu bleiben 9), aber er hatte sich einmal die Vertbeidigung
von Hohentwiel gleichsam zu seinem Geschäfte gemacht,
*) Die damalige Verfassung des Wirtembergischen Militairwesens
erldutert vortrefflich folgende Stelle aus einem Schreiben des
Martin von Degenfeld, eines Schwedischen Obristen, dem
der Herzog das Oberkommando seiner Pölker übertrug. Vom
10. Sept. 1633.
„Gebt mir mit meiner Ploauirung (von Villingen) wie dem
„Klaus Narren, da er Frankfurt aushungern wollte. Wenn
„ich Volk begehr, schreibt man mir aus der Canzlei, ich solle
„diele oder jene Compagnie hinweglassen. Dieweil ich aber be-„sinde,
daß es nit gut thutt, zwaven Herren zu dienen, sinte-„mal
Ihr F. Gn. und dero Canzlei Befehl nicht allezeit über-„einstimmen,
also bleibe ich billig bei dem, was von J. F.
„Gn. selbsten mir befohlen wird, und wie es Dero Dienst er-„fodert.
So babe ich auch nit Urfach einige hinwegzuschicken,
„dann anstatt ihnen befohlen worden sich wieder einzustellen,
„reuten und gehen die übrige auch davon, wie dann die Land-„renterkompagnien
(ausser der Jägerkompagnie) mehrertheils
„UÜber acht oder neun Pferd nit sind, welche auch allweg ferti-„gen,
den übrigen nachzufolgen, dah also meine Ploquirung
„mit obbemeldter Klaus Narren Belagerung nit übel überein-„stimmt.“