418 Aus der Reichs-Gewerbeordnung.
Insbesondere muß, soweit es die Natur des Betriebes
zuläßt, bei der Arbeit die Trennung der Geschlechter
durchgeführt werden, sofern nicht die Aufrechterhaltung
der guten Sitten und des Anstandes durch
die Einrichtung des Betriebes ohnehin gesichert ist.
In Anlagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß
die Arbeiter sich umkleiden und nach der Arbeit sich
reinigen, müssen ausreichende, nach Geschlechterm getrennte
Ankleide= und Waschräume vorhanden sein.
Die Bedürfnisanstalten müssen so eingerichtet sein,
daß sie für die Zahl der Arbeiter ausreichen, daß den
Anforderungen der Gesundheitspflege entsprochen wird
und daß ihre Benutzung ohne Verletzung von Sitte
und Anstand erfolgen kann.
8 120c. Gewerbeunternehmer, welche Arbeiter unter
achtzehn Jahren beschäftigen, sind verpflichtet, bei der
Einrichtung der Betriebsstätte und bei der Regelung
des Betriebes diejenigen besonderen Rüchsichten auf Gesundheit
und Sittlichkeit zu nehmen, welche durch das
Alter dieser Arbeiter geboten sind.
§ 120d. Die zuständigen Polizeibehörden sind befugt,
im Wege der Verfügung für einzelne Anlagen die
Ausführung derjenigen Maßnahmen anzuordnen, welche
zur Durchführung der in §8§ 120 a bis 120c enthaltenen
Grundsätze erforderlich und nach der Beschaffenheit der
Anlage ausführbar erscheinen. Sie können anordnen,
daß den Arbeitern zur Einnahme von Mahlzeiten außerhalb
der Arbeitsräume angemessene, in der kalten
Jahreszeit geheizte Räume unentgeltlich zur Verfügung
gestellt werden.
Soweit die angeordneten Maßregeln nicht die Beseitigung
einer dringenden, das Leben oder die Gesundheit
bedrohenden Gefahr bezwechen, muß für die Ausführung
eine angemessene Frist gelassen werden.
Den bei Erlaß dieses Gesetzes bereits bestehenden
Anlagen gegenüber können, solange nicht eine Erweiterung
oder ein Umbau eintritt, nur Anforderungen ge-