486 Möürtze: Rechnen und Mathematik.
Mannigfaltigkeit von Aufgaben, wie ich sie bisher in keiner Aufgabensammlung gefunden
habe. Besonders 'muß ich die ungemeine Ausgiebigkeit der Sammlung an
wirklich brauchbaren, den tatsächlichen Verhältnissen des Lebens entnommenen Aufgaben
rühmend hervorheben.“
c) Wenn auch die Mehrzahl der im Gebrauch befindlichen Logarithmentafeln
noch fünfstellig ist, so läßt sich doch bemerken, daß die vierstelligen Tafeln immer
mehr an Boden gewinnen. Am verbreitetsten sind die beiden Tafeln von Schülke
und Rohrbach.
Schülke, A., Vierstellige Logarithmentafel. Leipzig, B. G. Teubner.
Das Buch hat bei den Freunden vierstelliger Logarithmen eine freundliche Aufnahme
und wohlverdiente Anerkennung gefunden. Im einzelnen ist zu bemerken,
daß die Proportionalteile gänzlich fehlen, da die Interpolationsrechnung im Kopfe
erledigt werden könne und müsse, daß die Tabelle für Sinus und Kosinus von der
für Tangens und Kotangens völlig getrennt ist, daß die künstlichen Kennziffern der
trigonometrischen Logarithmen durch ein äußeres Kennzeichen überflüssig gemacht
und daß für die Winkel bis 5 Grad die Logarithmen auf hundertstel Grade angegeben
sind Die Tabellen für die Anwendungen sind bei aller Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit
sehr übersichtlich und beschränken sich in anerkennenswerter Weise auf
Gebiete, die im Unterricht an höheren Schulen mehr oder weniger häufig berührt
werden.
Rohrbach, C., Vierstellige logarithmisch-trigonometrische Tafeln. Gotha,
E. F. Thienemann.
Die Einrichtung der Tafeln weicht von der (nach ihr erschienenen) Schülkeschen
Tafel zunächst darin ab, daß die bei den fünfstelligen Tafeln gebräuchliche Zusammenstellung
(O0 bis 45 Grad von oben und links usw.) beibehalten ist und daß
für die Winkel von 0° bis 8° sich eine besondere Tafel vorfindet, die von Minute
zu Minute vorschreitet. Ferner sind Proportionaltäfelchen vorhanden, um den Schüler
auf den Gebrauch größerer Logarithmentafeln vorzubereiten. Die Tabellen der
physikalischen, geographischen und astronomischen Konstanten zeigen eine ähnliche
Anordnung wie in der Schülkeschen Tafel, sind aber reicher ausgestattet als bei
Schülke.
Beide Tafeln weisen eine so große Menge von Vorzügen auf, daß dem Lehrer,
der eine vierstellige Tafel seinen Schülern in die Hand geben will, die Wahl zwischen
ihnen schwer halten wird.
d) Weit verbreitet sind die Rechenbücher von Schellen-Lemkes und Harms
und Kallius. Neben diesen gibt es zahllose ältere und neuere Rechenbücher und
Rechenhefte, die gleichfalls in den Schulen gebraucht werden. Diesterwegs Wort:
„die Zeit ist zu kostbar, um Aufgaben zu diktieren“ hat für die unteren Klassen
weit mehr Beachtung gefunden als für die mittleren und oberen, und daraus erklärt
sich der Umfang, den die Rechenliteratur angenommen hat. Unter den neueren Erscheinungen
möchte ich zuerst das Rechenbuch von Günther und Boehm nennen,
dem M. Simon!) den Mangel jeder Phrase und die größte Sorgfalt in der Auswahl
der Zahlen in den Beispielen nachrühmt. Die Aufgaben sind streng nach der
Schwierigkeit geordnet und führen fast ausnahmslos auf einfache Resultate. Dieser
Vorzug hat zweifellos viel zu der raschen Verbreitung des Buches beigetragen. Die
sehr großen Zahlen, die allerdings nur am Schluß der einzelnen Abschnitte auftreten,
dürfen im Unterricht nur ausnahmsweise Verwendung finden, da sie den
Schüler zu gedankenlosem, mechanischem Rechnen veranlassen, ohne seine Rechenı)
Vgl. Simon, M. u. D,, 8. 117.