Full text : Die Gründung des Deutschen Ordenstaates in Preußen.

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wirklichung  der  Wünsche  des  Ordens  besonders  begünstigen  zu  wollen.
  Um  nun  diesen  dem  Papste  anzuzeigen  und  daran  die  Bitte  des
Ordens  zu  knüpfen,  er  möge  einen  Legaten  zur  Vollziehung  der  längst
bestimmten  Landesordnung  nach  Preußen  senden,  reiste  gegen  Ende  des
Jahres  1245  der  Predigerbruder  Heidenrich  im  Auftrage  des  Ordens
nach  Lyon.  /0)  Mit  hoher  Freude  empfing  Innocenz  den  Bericht  von
den  günstigen  Erfolgen  des  Abtes  Opizo  in  Preußen.  Denn  auch  ihm
war  der  lange  Ausschub,  den  die  Angelegenheit  der  Preußischen  Bisthüwelche

  zu  verhandeln  den  Polnischen  Bischöfen  nicht  zukam,  worüber  sich  die  Ritter
auch  wahrlich  keine  Polnischen  Rathschläge  einholten,  endlich  ei  e  Sache,  die  der
Papst  sich  vorbehalten,  —  die  also  der  Legat  allein,  höchstens  mit  Zuratheziehung
des  Ordens,  zu  entscheiden  gehabt  bätte.  Wie  wunderlich  überhaupt  eine
Preußische  Synode  —  von  Polnischen  Bischöfen!  —  Die  Wahl  der
Bischöfet  Auch  dies  war  kein  Gegenstand,  bei  dem  man  Fremde  gem  mitreden
ließ.  Dann  aber  finden  sich  in  der  That  über  ein  Jahr  nach  der  angeblichen  Zeit
dieser  „Synode“  noch  immer  keine  Preußischen  Bischöfe.  Der  früheste,  Heidenrich
von  Kulm,  kommt  1246  vor,  die  beiden  andern  von  Ermland  und  Pomesanien  erst
12491!  Sind  die  Bischöfe  aus  Polen  aber  vielleicht  zur  Weihe  der  erwählten  Bischöfe
  herbeigerufen  worden?  Auch  das  nicht;  denn  Heidenrich,  der  am  frühesten
gewählte,  sagt  ausdrücklich,  daß  er  „  von  des  Papstes  eigner  Hand,  also  zu  Lyon
die  Bischofsweihe  empfangen  habe.  Es  fehlt  mithin  der  „Synode  auf  den  Sonntag
  Quasimodogeniti  1244  in  dem  Kloster  der  grauen  monche  zu  Thern  in  der  alten
stadt=  nicht  weniger,  als  Alles:  Wilhelm,  um  sie  zu  berufen,  die  Preußischen  Bischöfe,
um  auf  ihr  zu  tagen,  und  die  Gegenstände  der  Berathung  selbst,  sie  wird  daher  mit
dem  1195  zu  Akkon  gehaltenen  Ordenskapitel,  dem  1213  in  Rom  gehaltenen  Consistorium
  und  ähnlichen  von  Simon  Grunau  erdichteten  „Synodis“  in
eine  Reihe  gehören.  Bgl.  hierüber,  wie  über  die  ganze  Geschichte  Christians  und
der  ersten  Ankunft  des  Ordens  in  Preußen  nach  Simon  Grunau,  73###  .  O.
besonders  S.  158  ff.

340)  Da  Heidenrich  Acta  Bor.  II.  721  selbst  berichtet,  daß  er  in  Lyon  zum
Bischof  geweiht  worden  sei,  und  da  wir  ihn  schon  am  10.  März  1246  in  Preußen
als  Bischof  von  Kulm  finden  (Cod.  d.  Pr.  I.  66.),  im  Jahre  1245  aber  Christian
noch  lebte  und  noch  keins  der  Bisthümer  besetzt  war  (Cod.  d.  Pr.  I.  62.),  so  muß
Heidenrich  1)  gegen  Ende  1245  oder  sogleich  in  den  ersten  Tagen  1216  in  Lvon  gewesen
  sein  und  2)  seine  Sendung  sich  eben  auf  die  Einrichtung  der  Bisthümer  bezogen
  haben,  wie  denn  seine  in  Lyon  sofort  geschehene  Weihe,  die  erste  nach  Christian,
  eben  zum  deutlichen  Beweise  dient,  daß  zu  ihrer  Zeit  der  Papst  die  Ausführung
  der  längst  gegebenen  Einrichtung  Preußens  ernstlich  betrieben.