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auch nicht noch überdieß eine Menge der traurigsten Beispiele
aus ehemaligen Zeiten über die fürchterlichen Folgen
jenes barbarischen Gebrauches belehrte. Die alte Idee, daß
die Folter eine Art von Gottes-Urtheil sey, ist längst verschwunden,
und so ist sie im Grunde nichts mehr als ein
Polster für faule, ungeschickte Inquirenten, und eine Consequenz
aus dem abscheulichen Grundsatze, daß es besser sey,
wenn einige Unschuldige unterlägen, als ein Schuldiger
entgehe. Indeß haben die Vertheidiger der Tortur eben dieses
Argument, weil es auf diese Weise gar zu offenbar
Grausamkeit und Unvernunft in sich trägt, noch umgewandt
uud ##erklärt (so steht es auch im Justinianeischen Codex“):
es geschehe aus zarter Sorgfalt für das Leben eines Menschen,
weil sonst so mancher Verbrecher durchkommen wörde;
oder umgekehrt: es sey gar zu hart, daß ein Mensch auf
die Aussage weniger, oft falscher Zeugen hin, sterben solle;
es sey daher in der Folter eine Methode erfunden, die Wahrheit
an den Tag zu bringen, eine Methode, bei welcher
sich die Unschuld##zeigen könne durch Kandhaftes Verneinen,
oder die Schuld vurch ein gerades Bekenntniß. Allein es.
heißtdieser Rechtfertigungsgrund denn doch nichts anderes, als:.
ich will einem harten Uebel zuvorkommen durch ein noch viel
härteres. Demungeachtet fragt es sich, 8) ob es denn
gar keinen Fall gebe, wo man sagen könnte: es sey der
Weisheit eines Gesetzgebers sogar angemessen, besonders je
nachdem der Volkscharakter beschaffen sey, die Folter
einzuführen? Alle dergleichen denkbaren Fälle lassen sich
wohl unter der Hauptformel zusammenfassen: wenn Thatund
Thäter schon erwiesen und eingestanden sind, und Letz-5
K., 4. 1. 8. und ist. 4v. 1. 16.