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zu entreißen. Er setzte seinen Angriff am 9. weiter
fort, vermochte aber damit nicht wesentlich Gelände
zu gewinnen; auch die in denselben Tagen sich wiederholenden
französischen urgriffe zwischen Avre und Oise
scheiterten. Nördlich von der Ancre wurde die deutsche
Stellung in Erkenntnis der sich vermehrenden Wucht
des feindlichen Angriffs wieder bis Puisieux und Hamel
zurückverlegt. Man gewann den Eindruck, als
ob die Heeresleitung unter Lieferung von Nachhutschlachten
auf die = Siegfriedstellunge, aus der sie am
21. März zu dem großen Angriff vorgebrochen war,
zurüchtinge. Täglich wurde an der ganzen Front zwischen
Ancre und Vesle bis in die Champagne hinein
heftig gekämpft, ohne daß sich jedoch ein einheitlicher
Angriff aus den einzelnen Vorstößen entwickelte. Besonders
heftige Kämpfe brachte der 18. und 18. Aug.
zwischen Oise und Aisne; nördlich von der Oise
wurden die deutschen Linien an einzelnen Stellen,
zumal bei Bauvreignes in der Avre-Gegend, zurückgedrückt,
im übrigen gehalten. Jedoch in der Nacht
vom 20. zum 21. mußten die Truppen südwestlich von
Noyon, die im Carlepont-Walde fechtenden Divisionen
hinter die Oise zurückgenommen werden. Am 20. begann
wieder ein großangelegter Angriff der Engländer
im Gelände südlich von Arras in einer Frontausdehnung
von 20 km. Der Hauptstoß erfolgte von
Engländern und Neuseeländern aus der Gegend zwischen
Moyenville und der Ancre in Richtung auf Bapaume;
am 21. wurde der Angriff mit voller Kraft
fortgesetzt u. dehnte sich auf die Front Albert-Somme-Niederung
aus. Der Ansturm wurde zunächst abgewiesen.
Zwischen Oise und Aisne sah man sich aber
veranlaßt, in der Nacht vom 21. zum 22. Aug. die
Truppen hinter die Aulette zurückzunehmen.
Der 24. Aug. nötigte auch dem englischen Angriff
egenüber, wie vorauszusehen, zu einem teilweisen
Zurückgehen. Der Feind folgte und führte seinen Angriff
mit weit Überlegenen Kräften unter Einsatz von
gem altigen Mengen an Panzerwagen mit Wucht weiter.
o kam es am 26. zu besonders schweren Kämpfen
zwischen Arras und der Somme, die sich am 27. fortsetzten
mit dem Schwerpunkt südlich von der Scarpe;
der Hauptstoß wurde beiderseits der Straße Arras-Cambrai
geführt; er scheiterte im großen ganzen;
immerhin gelang es nicht, den Angriffswillen der
Engländer zu brechen. Zwischen Somme und Oise
dauerte der Rückzug der Deutschen fort, Chaulnes und
Roye kamen in Feindeshand.— Südöstlich von Arras
dauerte der Kampf ununterbrochen fort, die Heeresgruppe
Boehn hatte einen besonders schweren Stand:
am 29. mußte die Verteidigung in neue Linien östlich
von Bapaume und nordwestlich von Péronne verlegt
werden. Zwischen Ailette und Aisne kam es zu
französisch-amerikanischen Angriffen, die zunächst erfolglos
blieben. — Der 30. Aug. brachte wieder eine
gewaliige Fortführung des Angriffs südöstlich von
rras, durch den einelne Stellen der deutschen Front
abbröckelten. — Die Neugestaltung der deutschen Verteidigungslinie
südlich von Arras veranlaßte die Heeresleitung,
auch auf dem nördlichen Teil, in Flandern,
andere, weiter rückwärts gelegene Stellungen beziehen
zu lassen Am 31. Aug. wurde der Kemmel wieder aufgegeben,
die Front verkürzte man so durch die Räumung
des auf Hazebrouck vorspringenden Bogens zwischen
Dpern und La Bassce. Zwischen Oise und Aisne
begannen mit diesem Tage neue gewaltige Kämpfe. Da
am 1. Sept. zwischen Scarpe und Somme auf 45 km
Breite wieder starke englische Kräfte eingesetzt wurden,
I. Kriegsgeschichte
so tobte der Kampf auf der ganzen Linie. Péronne
fiel, der englische Angriff gewann am 2. langsam weiter
Boden. In der Nacht mußten die erschöpften deutschen
Streitkräfte zurückgenommen werden. Ebenso
wurde dies zwischen Somme und Oise notwendigsowie
östlich von Soissons und an der Vesle. Es warnicht zu
verkennen, daß sich die deutschen Heere trotz aller Tapferkeit
und Zähigkeit bisher nicht die Möglichkeit hatten
erkämpfen können, zur Gegenoffensive überzugehen.
Der Monat September änderte in dieser Hinsicht
nichts. Es traten zunächst einige ruhigere Tage ein;
der Feind zog seine schwere Artillerie nach. Lebendig
war es nur bei Armentières, wo die Engländer gegen
die neubezogenen deutschen Stellungen lebhaft vorfühlten.
Am 5. Sept. verlief die neue deutsche Kampffront
von Nord nach Süd Gegend westlich von Armentières-westlich
Lens-über die Scarpe westlich von
Douai-Moeuvres-Tricourt-Pierre St. Vaast-Wald-—
östlich von Péronne - westlich von Ham - westlich von
Chauny-östlich von Coucy le Chäteau- östlich von
Soissons - Amigny-Baisis-Laffaux Gonde- westlich
von Anizy und Vailly- nördlich von Reims (alte
Stellung)-Argonnen-Maas-Mosel. Am 8. Sept. beannen
wieder größere Angriffe südlich von der Straße
éronne- Camvrai sowie zwischen Ailette und Alsne
und in der Champagne, die unmittelbar keinen Erfolg
hatten, jedoch wiederum die Zurücknahme eines
Teiles der deutschen Linien am Crozat-Kanal in die
Gegend westlich von Essigny -Vendeuil veranlaßten.
Um diese Zeit wurde eine Anderung der Gliederung
der Streitkräfte auf der Westfront vorgenommen, indem
zwischen der Heeresgruppe deutscher Kronpceinz
und der des Herzogs Albrecht von Württemberg, Verdun
gegenüber, eine Heeresgruppe Gallwitz gebildet
wurde * hatte als Gegner hauptsächlich Amerikaner.
*
*
Bis zum Herbst 1918 waren größere Unternehmungen
vom mazedonischen Kriegsschaupla#K#nicht
mehr zumelden. Beiderseits wurden die Stellungen immer
widerstandsfähiger ausgebaut. Beide Gegner fühlten
sich zur Durchführung eines entscheidenden Angeifss
nicht stark geng er Ersatz der Abgänge der
rientarmee und ihre Versorgung litten bes. stark durch
den immer wirksamer einsetenden Unterseebootkrieg;
bei den Verblindeten erforderte aber der Gang der
Ereignisse an der Westfront, auf dieser möglichst stark zu
erscheinen. Mazedonien wurde dadurch zunächst ein
Nebenkriegsschauplatz. —Am 15.Sept. 1918 aber sahen
sich die Bulgaren von Franzosen, Serben und Grie
chen (venizelistische Truppen) im Cernabogen so heftig
angegriffen, daß zur Abwehr sofort deutsche Bataillone
herangeholt und eingesetzt werden mußten. Der Anriff
war diesmal am ersten Tage schon von Erfolg gerönt,
die bulgarischen Stellungen von Sokol, Dobropolje
und Vetrenik wurden in einer Ausdehnung von
11 km vom Feinde erstürmt und neue Linien 7 km
nördlich davon bezogen. Südlich und westlich vom
Dojran-See gelang es noch einmal, englische und griechische
Uugrife abzuweisen. Allein General Sarrail
Pwann doch auf seinem linken Flügel dauernd die
berhand. Auf der ganzen Linie Monastir-Veles blieb
er im ungestümen Bordringen. Am 23. wurde Prilep
von ihm besetzt; die Folge davon war, daß auch
die Mitte am Vardar zurückging, Demir kapu wurde
von den Serben genommen. Die bulgarische Heeresleitung
verkündete in ihrem Tagesbericht vom
1 Bgl. die Karte Vd. II, S. 143.