158 Erstes uch. Die Elemente des preußischen Staates (bis 1599).
zurückzugeben, das ihm die durch Kauf erworbene Lausitzer
Herrschaften Kottbno, Peitz und Teupitz als Lehen beließ.
Selbst in Pommern mußte Friedrich II. vor dem Slaventum
weichen, zumal dort auch die Städte alles daransetzten,
den Besieger ihrer markischen Schwestern dem Lande fernzuhalten.
Als nämlich 1464 das Stettiner Haus erlosch, wollte
er Pommern-Stettin als erledigtes brandenburgisches Lehen
einziehen. Der Verlauf im einzelnen ist nicht klar. Während
es scheint, alo ob der Markgraf im Stettiner Rat eine kleine
Partei gewonnen hatte, suchte doch nach manchem Anzeichen
gerade Stettin zwischen den streitenden Fürsten volle Unabhängigkeit
zu gewinnen, ähnlich wie es in Pommerellen eben
Danzig gelungen war. Der Adel war zumeist gegen die brandenburgische
Herrschaft: der Stamm der pommerschen Herzöge,
hieß es da, sei gar nicht erloschen, so lange die Wolgaster Linie
bestehe; nur Wratislawm X. und Erich II. könne man als
Herren anerkennen. Schon daß man den brandenburgischen
Ansprüchen das slavische Gesamterbrecht des fürstlichen Hauses
so entgegenstellte, zeigt, wie sehr auch Pommern bereits der
Anziehungskraft des erstarkenden Polentums folgte. Vermittelte
doch Herzog Erich II. unter eigenen pekuniären Opfern den
Vertrag zwischen Kasimir von Polen und den menternden Söldnern
des Deutschen Ordens, der diesen unbesiegt in die Gewalt
seiner Gegner lieferte. Die deutschen Ostseelande standen zur
Verfügung Polens. Was nützte es da, daß Kaiser und Reich im
Frühjahr 1465 Brandenburgs Recht auf Pommern-Stettin anerkannten?
Sie gegen Polen durchzusetzen, hatte Friedrich keine
Aussicht. So entschloß er sich im Einverständnis mit seinem
Bruder Albrecht zu einem Vergleich. Im Jannar 1466 überließ
er durch den Vertrag zu Soldin Stettin den Wolgastern
und erhielt dafür die Lehenshoheit und das Heimfallsrecht
Brandenburge von neuem anerkannt. Hinterher aber verweigerten
ihm die Wolgaster sowohl wie die Stände Pommerns
unter Vortritt Stettins die versprochene Erbhuldigung: nur
ihren rechtmäßigen Herren, das heißt den Herzögen von Wolgast,
wollten sie diese schuldig sein, und die Nostocker Juristen
stimmten dem in ihren Rechtsgutachten bei. Aber nicht geung