II. G. üb. d. Zuständigkeit der Berwaltungs- u. Verwaltungsgerichtsbehörden. 577
von Stimmberechtigten, die Wählbarkeit zu einer Stelle in der Gemeindeverwaltung
oder Gemeindevertrelung, die Ausübung des Stimmrechts
durch einen Dritten, sowie über die Nichtigkeit der Gemeindewählerliste;
2. über die Gültigkeit der Wahlen zur Gemeindevertretung:
3. über die Berechtigung der Ablehnung oder Niederlegung einer Stelle in
der Gemeindeverwaltung oder Gemeindevertretung, über die Nachteile,
welche gegen Angehörige (Mitglieder) der Gemeinde wegen Nichterfüllung
der ihnen nach den Gemeindeverfassungsgesetzen obliegenden
Pflichten, sowie über die Strafen, welche gegen Mitglieder der Gemeindevertretung
wegen Zuwiderhandlungen gegen die Geschäftsordnung
oder wegen unentschuldigten Ausbleibens nach Maßgabe der Gemeindeverfassungsgesetze
zu verhängen find.
Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wählerliste sind während der
Dauer der Auslegung der letzteren, Einsprüche gegen die Gültigkeit der
Wahlen zur Gemeindevertretung innerhalb zwei Wochen nach Bekanntmachung
des Wahlergebyisses, und in allen Fällen bei dem Gemeindevorstande
anzubringen.
8 28. Die Beschlüsse der Gemeindevertretung, beziehungsweise des
Gemeindevorstandes in den Fällen des § 27 bedürfen keiner Genehmigung
oder Bestätigung von seiten des Gemeindevorstandes oder der Aufsichtsbehörde.
Gegen die Beschlüsse findet die Klage im Verwaltungsstreitverfahren
statt. Die Klage steht in den Fällen des § 27, wenn der Beschluß von der
Gemeindevertretung gefaßt ist, auch dem Gemeindevorstande, sowie in der
Provinz Westfalen dem Amtmanne zu.
Die Klage hat in den Fällen des § 27 unter 1 und 2 keine aufschiebende
Wirkung; jedoch dürfen Neuwahlen vor ergangener rechtskräftiger Entscheidung
nicht vorgenommen werden.
8 29. Beschlüsse der Gemeindeversammlung, der Gemeindevertretung
oder des kollegialischen Gemeindevorstandes, welche deren Befugnisse überschreiten
oder die Gesetze verletzen, hat der Gemeindevorsteher, in der Provinz
Westfalen auch der Amtmann, entstehenden Falles auf Anweisung der Aufsichtsbehörde,
mit aufschiebender Wirkung unter Angabe der Gründe, zu
beanstanden. Gegen die Verfügung des Gemeindevorstehers beziehungsweise
Amtmannes steht der Gemeindeversammlung, Gemeindevertretung, beziehungsweise
dem kollegialischen Gemeindevorstande die Klage im Verwaltungsstreitverfahren
zu.
Die in den Gemeindeverfassungsgesetzen begründete Befugnis der Auffichtsbehörde,
aus anderen als den vorstehend angegebenen Gründen eine
Beanstandung von Beschlüssen der Gemeindevertretung oder des kollegialischen
Gemeindevorstandes herbeizuführen, wird aufgehoben.
630. Gemeindebeschlüsse über die Veräußerung oder wesentliche
Veränderung von Sachen, welche einen besonderen wissenschaftlichen, historischen
oder Kunftwert haben, insbesondere von Archiven oder von Teilen
derselben unterliegen der Genehmigung des Regierungspräfidenten.
Hinfichtlich der Verwaltung der Gemeindewaldungen bewendet es bei
den bestehenden Bestimmungen.
631. Im übrigen beschließt der Kreisausschuß, soweit die Beschlußfassung
in den Gemeindeverfassungsgesetzen der Aufsichtsbehörde zusteht, über