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schein gereifter Anschauungen und ernster Studien auf dem edlen
Antlitz, während der Großfürst Alexander (jetzt Zaar), von Gesichtsbildung
voller und jugendlicher, der gegenwärtigen Freude
unmittelbarer sich hinzugeben schien. Diese Verschiedenheit der
Gemüthsverfassung offenbarte sich auch eigenthümlich in der Weise,
wie die Prinzen sich am Feste betheiligten. Beim Großfürsten
trat jugendliche Kraft und Ungestüm, bei dem Kronprinzen Geschmack
und Ermessung mehr hervor. Der in bunter Reihe mit
Damen und Herren besetzte Omnibus des bayrischen Prinzen
war einer der elegantesten und geschmackvollsten Aufzüge des
Carnevals. Während die hinter Drahtmasken leicht kenntlichen
schönen Gesichter der Bayerinen Aller Augen auf sich zogen und
das Versteck des Kronprinzen begünstigten, war auf dem russischen
Wagen unter nur männlicher Begleitung das Gesicht des Großfürsten
mit dem Ausdruck fast kindlicher Freude das Anziehendste.))
Beide Prinzen waren gesund und frisch.
Im Uebrigen bewahrte der Kronprinz sein Incognito als
Graf v. Werdenfels, besuchte die Künstlerwerkstätten, wallfahrtete
zu Kirchen, Gräbern, Gemäldegallerien und Museen jeder
Art, allen Versuchen widerstehend, eine sogenannte hervorragende
Rolle zu spielen. So hielt er es auch in Neapel, wo er am
15. Februar Nachts ankam und ein Bataillon der Leibwache vor
seinem Hoôtel aufgestellt fand. Die Ehrenwache lehnte er ab und
verkehrte ohne Prunk mit der dortigen Königsfamilie, die sich erfinderisch
zeigte, ihm den Ausenthalt recht angenehm zu machen.
führen nur mehr Engländer und zwar in rohester Weise. Darum klagen
auch die Römer, daß ihr Carneval sich „verbarbarisirt,“ was einen feinen
Doppelsinn hat.
) Eines Tages reichte eine Maske dem Großfürsten einen gebunde
nen Vogel auf seinen Balcon hinauf. Der Großfürst loste dem Vogel die
Bande und ließ ihn fliegen unter unermeßlichem Beifallsruse des Volkes,
welches diese Befreiung auf Polen deutete. Die Galgen vor der Citadelle
von Warschau beweisen jetzt anno 1864, daß jene Annahme „aus der vuft
gegriffen“ war.
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