URummer 86
—
Samstag, 14. April 1917
. den 24 seindliche Flugzeuge abgeschossen, davon
22 im Lustlampf und 2 durch Abwehrfeuer von
der Erde aus. Riktmeister Freiherr von Richt.
bofen schob seinen 40. Gegner ab. Er hat damit
Det viele zur Strecke gebracht wie seinerzeit
Bölcke. In den Armecabschnitten des Deutschen
Kronprinzen und des Kronprinzen Rupprecht
von Banern waren die Luftkämpfe besenders er.
bittet. In der Nacht vom 10. zum 11. April
belegte eines unserer Kampfgeschwader feindliche
Barackenlager bei Fièmes und bei Bazoches mit
Kilogramm Vemben. Melrere Tresser
und Brände wurden inwandfrei beobachtet.
Meldungen aus der vordersten Linie üder starle
andauernde Explosionen in Rickhtung Fismes bestätigten
den beobachteten Erfelg. Der belannte
englische Fliegerkapitän Robinson, Inhaber des
WViktoria. Kre enzes (Tea jte englische Kriegsauszeichnung),
ist im Lustlampf am 5. April durch
einen unserer Kampfflieger algeschossen worden.
DODie rassische Reveinlion.
v
7* Die Revolutien in Helsingfors.
Stocklolm, 12. April. „Nua Dagligt Al,
lehanda“ rerôfsentlicht Schilderungen eines aus
Finnland zurückgelehrten Kemers der russisch= en
Verhältnisse, der berichtet. daß die Revolution
in Helsingsor 4—50) Offizieren das Leben i?.
stete. Nur durch das rechzzeitige Eintreffen Ke.
renskis wurde die Jerflörung der Ostice lotie
durch die Matrosen verhindert, die schon 2 große
Schiffe vernichtet batten.
Der Beuch mit Amerlka.
di- Jagd nach Spionen.
Genf, April. In Hoboken bei Neupors
wurden, wie * eManin, meldet, 10 000 eingebürgerte
Deutsch Amerikancr auf die Liste derjenigen
Amerikaner gesetzt, die andere Wobn.
sitze erhalten sollen, weil Hboken als zur Kriegs.
zone gchkrig betrachtet wird. In Chicago wurden
40 Deutsche verbaftet, weis sie angedlich an
einer Verschwörun) gegen Munitionsfabrilken u.
Eisenbahnen teilgenommen haben. Die Zahl
der im Laufe dieser Woche verhafteten Deutschen
E ird mit 1350 angegeben.
Erplosionen in amerikanischen
Werie n.
Bern, 12. Avril. Ein Kabellelegramm der
Agentur „Radio“ aus Neuert meldet, daß bei
einer Erdiei ien der Baldwinwerke aufer 130
Frauen, di e getöte et wurden, noch 200 vermißt
werden. In Taremon (Massachusetis) sei eine
andere Föbrit durch Brand zerstört worden.
Auch hier zei der Schaden sehr groß.
I
«Vos Ehlle hach, Donlsalan enlkem
ue — WIB. ersährt,
ien gelungen, in einer
zeisch bemerfenswerten
enac Mrwegen und
von dort nach Derschlen zu gelangen, um ihre
Dienste den Deutichen uee zur Verjü
aung zu stellen. r 1 Monat D#zember des Vor
jahres gelang c · W. .1tk.i»I-I«,ws«dcuc
cktlcpuche Dreim rn-t Tinto“ (63
R. T.) zum Preiie von 51 */J Pesos zu CGar.
tern. Die Bark wurde som2#hl mit dem nétigen
Eilfsmaterial, sogar mit einr Zumienstatioon
gut ausgerüstet. ear lebendes Vieh, wie
Schweine, Schafe und Hiegen, auf. erdem reich
lich Konserven wurden #an Vord des Schifts
gebrackt. Die Auskahrt gin gen icht ohne Siwie
rigkeiten von statien, da auf Veranlassung des
Die zweite Fran.
Roman von Unng Seyffert-Klinger.
1) (Nachdiuck rerbolen. .
Berlin, 12.
ist es 28 jungen Deun
navigatorüch wie mil
Fahrt ven Chile zun
-
Br.
Auch ihm veriagle die Sprache. und heiße
Tränen drängten sich in seine Augen. RAeg#d
halte sich ihm stets gütig erwiefen, er betrauerte
in ihm einen aufrichtigen.wohl wollenden reund.
Doch was ihn noch heitiger. beweate, war der Gedanke
an Irmgard. Sie hatte ibren Vater mit
kindlicher Schwarmerei geliebt und verehrt und
war nun ganz verwaist: sie mußte dieses Unglück
am schwersten zresffen.
Seine Hande flogen, während er Gesicht
und Oberkörper in kaltem Wasser badete, und
die wurlehirenen Vermutungen rbesür mten ihn.
were, aufreibende Sorge schuld an
diele jähen Ende? Biiellei ch hing der Tod
des Bankiers sogar mit: der Kündigung des
Depols zusammen? Cs schien Pegold viel
daran zu liegen, den (glönder wieder umustimmen
und seine Freundschaft zurückzuerangen.
In Eile beendete er seine Toilelte, das
Kaffeewasser kochte, er gog den aromatisch
duftenden Trank in zwei Tasfsen und bot eine
davon Gabriel an.
Nun erzählen Sie. Haben Sie zum Arzt
beschickt 5| Fraulein IJrmgard gefaßt?“
„Es weiß noch niemand etwas, Herr Howald.
Ich iaht lcnbbre, es Kei am richtigsten, Sie
zuerst n ben venachtichtigen.
briel, Sie haben da eine große
wersbbrrchen übernommen. Berleich wäre
englischen Gesandten in Santiago eine sehr ge.
naue Durchsuchung des Schiffes erfolg so daß
ein Teil der Besatzung es vorzog, die Bark zu
verlassen und in einem besonderen Fahrzeug aus.
Aten, um erst später den Anschluß an das
zu erreichen. Unter allerlei Gefahren
glückte aber dieses Unternehmen. Eiwa 8 Tage
später konnte der Teil der Tesatzung i in der Bucht
San Pedro die Bark befteigen. Die Fahrt ging
nun nordwärte bis zur Holc der Faltlands Inseln,
wo zu Ehren der in der Schlacht bei den
Falllandsinseln gefallenen deutschen Helden eine
Andacht abgehalten wurde. Das Wetier war
selr abwechselnd. Teils herrschte starker Sturm,
der das Segelwerr leschädigte oder wegrik, teils
volllemmene Windstille, die das Schiff rerhin.
derte, vorwärts zu kemmen. Aber all biese
Sckwierigkeiten wurden tapser überwunden, der
Aequator und die Ajzeren passiert. Etwa am
24. März gelangte man in die Näh:, der Shet.
lands Inseln in die Fahrrinne, die von Nordenlgand
nach Amerila sühet. Dort begegnet. da:
Schiff einem englischen Kreuzer und einem engli
schel HFilfskreuzer. Glücklicherweise war das Wet
ter so stürmisch, daß der englische Kreuzer lein
Voot auesetzen lonnte, um die Bark genau zu
untersuchen. Der Führer des englischen Kreuzers
mußte sich deshalb mit den erteilten Auskünf.
ten begnügen, daf das Schiff eine norwegisckh
Vark sei, die von Liverpool mit Ballast seit einigen
Tagen nach Norwegen unterwegs sei; außerdem
war die norwegische Flagge gehist worden.
Nach längerem parlamentieren dampfte der
englische Kreuzer weiter. Die Bark gelangte we.
nige Tage später unter großen Schwierigk#eiten
bis zum Trontjemer Fjerd, dessen Durchfalrt
wieder neue Gefahren bot, weil cs nicht gelang.
einen Lotsen zu erhaiten und das vorhandewe
Kartenmaterial nicht genügte. Erst zwei Stunden
vor Trontjem gelang es, einen Lotsen an Vord
zu bekommen, der das Schiff sicher in den Hajen
geleitete. Die norwegischen Behörden erwlesen
szich durchaus entgegenkommend, so das ein Teil
der Besatzung schon wenige Tage spöter, d. l
Ende März, die Fahrt nach Deutschland fort.
jeden konnte. Auck der Rest der Besatzung folgte
Luld, nachdem das Schiff öffentlich verkauft worden
war. Der Erlös kommt dem Roten Kraäuz
zugute, da der Be sitzer grofmütig auf dasselbe
bericht et Patte. 124 Tage hatte die Fahrt ron
Chile nach Trontjem gedauert.
Kardinal Bettinger
München, 12. April.
Der Tod des Kardinals erfalgte unvermutet.
Kein Aucichen ging bvoraus. Dor Kardinal
atiele noch vermitiags demerkran lien Numins
# au #re Arersa, in der Chrurgischen Kii.
nil einen Besuch ab und lehrte nach Hause zurück.
Um 1-12 Uhr fand ein Diener den Kardinal
tot neben seinem Lehnstuhl im Arbeitsimmer.
Ein detzch lag hatte seinem Leben ein Ende be.
reile
Die Auso abrung in der Kapeile des Bi—
chkeiflichen Palais erfolgte heute Abend. Die
Lih ⅞ilr * dac Vischofekleid, angetan mit der
EEmianien des Kardit, als. Die foierliche Beir
13 crfolgt in der erzbischoflichen Gruft im
Dem. Papft Benedilt wurde ren dem Hinsteien
des Kardinals telegraplisch, verslän.
digt. Der Kö: ig ließ nach Empfang der Traurr,
ad-ictt dem Sekretär des Karbinals, Misgr.
Grafen ron Preing- durch den Oberstzerem).
nienmeister Grafen von M2y das tiefste Beileid
zum Auodruck bringen und sein Erscheinen für
moergen Vormitlag nach der Aufbahrung in Aussich.#
#. ellen.
—.
„Nein, Derr Howald, da konnte kein Doflor
mehr etwas ausrichten. Cigentüich fand
ich schon gestern leine Ruhe mehr vor grästlichen
Ahnungen, ich konnte nichts ernstlich beginnen,
immer schwebte mir 5s Biid vor,
welches mich heute morgen so furchtbar erschreckte.
Daher ich gestern auch büusiger
als sonst noch unserem Herrn. In der Nacht
konnte ich nicht schlafsen, denn so oft ch auch
das Fenster schlich, sah ich die Lampe im
Arbeits zimmer brennen. Es war freilich nichts
Seltencs, daß der Herr eine Nacht durcharbeitete
aber in den ledpten Tagen schon war er mir so
schreckhaft, so sellsam verändert erschienen. Bei
jedem Gcräusch fuhr er zusammen, gerade, als
varte er ununterbrochen auf eine Hiobspost.
ugt da schlich ich denn beute morgen um sechs
Uhr Nach seinem Zimmer und horchle.
nicht dos geringste Gorkusch veraohnd
so faßte ich mir ein Herz und klinkte
auf. Vielleicht, daß Herr Petzold eingeschlafen
war bei der Arbeit und sich in der kalten Sube
erkältete.
Richtig, da saß er in seinem Sessel, wie
ich ihn schon mehrmals Hesunden. hatte. Schon
wollie ich eine warme Decke über ihn breiten,
als ein Ciwas an dem zurückgesunkenen Kopi
und die Starrheit der Hände mir auffielen. Ob
der Herr atmete, das konnte ich nicht unterleeiden,
denn mein Gehör ist nicht meh# das
beste
Jch SSchraxsurchtbar und rief: „Herr Petzold,
wachen Sie auf, Sie müssen sich jetzt hinlegen!“
Aber ich schauderte bor meiner eigenen Stimme.,
denn die Gewißhelt, daß ich einen Toten ror
mir hatte, drang unabweisbar auf m
— Silfe zusgllich gewesen
0 berührte seine Hände, sie fühllten E wie
Der Kardinal binterläßt als Anverwandte
eine unverheiratete Schwester, die ihm schon, da
er noch Pfarrer war, den Haushalt führte, und
auch mit ihm in das ersbisofl Palatls eingezogen
ist. Ferner eine Nichte, die als Note-Kreuzsohwester
tätig ist, und einen Reffen, Oberurzt
Bettinger.
Am Freitag wird das Metropzlitankapitrl zu
einer Sitzung zusammentreten, um die näheren
Anerdnungen über die Beisehungsseierlichleiten
zu treffen. Die seierliche Beisehung findet Montag
vder Dienstag im Dom sioit. Voraussichtlich
werden einige Kardinäle sowie oie Bischöfe
Tunern= an den Beisetzungsfeierlichleiten teilnehmen.
„„
Mit Kardinal Ersbischof Dr. v. Bettinger ist.
ein in jeglicher Beziechung über das Maß des
Gewahnlichen hinausragender Kirche n- aus
dem Leben geschieden. Er war ein im, der
immer genau wus#e, was er wollte, und durch die
Festigkeit und Cntschiedenheit seines Auftretens
auch dem Gegner Achtung abzwang. Kardinal
Veltinger hal ein Alter von 67 Jahren erreicht.
Er ist unseres Wissens der erite Pfälzer gewe.
sen, der an die Spitze einer altbayerischen Diözese
berusen murde. Sein Z#r war Hufschmied
in dem Städtchen Landstuhl. Seine kir
Laufbahn, die er bis zu seiner Berufung auf
den Münchner erzbischöfl. Stuhl ausschließlich in
der Rheinpsalz zurücklegte, war die des prak.
lischen Seclsorgers.
Bettingers Ernemung zum Ezbischof vem
Müncken. „Freising erfolgte im Erühsahr 1909
nach dem Abieben des Erzbischof? Dr. v. Stein.
Alsbald nackh seiner Ernennung wurde durch die
sozialdemokratische Presse bekannt, dak seiner
Vermittlungstätigleit das Justandekommen des
Wahlbündnisses des Zentrums mit der Sozialdemokratie
bei den bayerischen Eahrageeen.
uzu schreiben gewesen wärs. Das gab Anlah zu
heltigen Pressese hden und zu langausgesponncnen
Debaiten im Landag.
In die Kammer der Reichsräte wurde er am
17. Nov. 1909 eingeführt; zu wiederholten Ma
len criss er in die ##ian: em. Er nahm in den
religiös birchlichen Fragen eine (sührende Stellung
ein, so u. a. auch in der Frage der Auf.
b#ebung des Jeijuitengesetzes.
Im Jalrre 1914, unmittelbar vor Ausbruch
des Weltkrieges, wurde der Eieri schof vom Pap.
sie mit der bochsten lirchlichen Würde, der Erkbung!
zum Kardinal, ausgezeicht set. Unter dem
Jubel des Volleo ist er am 6. Juni 1914 zuv or
in osenheim auf dem Bahnhe#f von einer Vertretung
der Siadt begrüft, als Kaordinal in
Müncken eingezogen. Cr ist der erit: Kardinal
auf dem erzbtschöflichen Thron v#n München und
Freising, da der frührre Erzbischof (6rus v. Reisach
erst nach seiner Verusung nach Rom zum
Kardinal ernaum worden ist. Mit der Erh: bung
Bellinge zum Kardinal wurde die uber ein
Jahrhundert aite Uelung gebrochen, daf. bayc.
rusche Bischöse aus gewissen Rüchichten auf das
Loszeremorniell nicht den Kardinalerang erhiel.
ten. Es i wohl anzunchmen, das., nachdem dicser
Tann nun gebrochen, künftig die Verbindung
des Münchner Exzbischofostuhles mit dem Kar.
dinalate lähnlich wie in Köln und Bresian) zu
einer Nändigen Einrichlung werden wird. D# er
Ausbruch des Krieges und der durch den Bri
wül Italiens zu unjeren Feinden ersch werte Ver
koetzer mit dem Batikan hat manche Loffnung zer.
siôort, Lie an die Ernemnung eines bayrrischen
Kardinals geknüpft worden war.
Als Feldpropft der bayerischen Armece besuchte
Kardinal Bettunger im September und O#tlober
1916 die bayerischen Truppen auf dem west.
lichen Kriegsschauplatz Kronprinz Rupprecht
überreichte in seinem Hauptquartier im Auf-W
on.
Da wmue ich genug. Es gerriß mir das Herz.
ich warf mich nieder und bat und beschwor
unseren lieben Herrn, uns doch das nicht anäutun,
sondern wieder zu sich u- tommen und
nur ein einziges Wort zu sprech
Aber in meinem Innern chen ich mich
unvernünstig, denn der Tod gibt kein Opfer
wieder heraus. Ich trocknete meine Tränen
und eilte hierher zu Ihnen. Ich bin kopilos
und kann weder denken, noch handeln. Das
müssen Sie nun alles tun, Herr Howald, die
ganze Last ruht auf Ihren Schultern, aber
Sie eind jung und widerstandsfähig. An Ihnen
ist uch, unsere arme, — gard zu
Koslen und aufzurichten, sie wird von armen
Vereri den so liebhatte, sehr schmerzlich bde.
ötreno Alfred rasch seinen Kaffee austrank,
überlegte er, was zunächst zu geschehen
sei. „Gehen Sie jetzt. Lonrier lagte er freundlich,
eund nehmen Sie sich zusammen. Ich korm
in einer Vierlelstunde mit Leim Arzt nach, welch
die Todesursache feletellen: und ben Toten schein
ausfertigen muß. Berhalten Sie sich bis dahin
ruhig. damit teine **- Mittellung unsere
Beamten erschreck
Der Diener Wifprach. genau veese 5eilungen
zu befolgen, und entsernte sich w
o kam es, daß noch iiienunn — dem Ge
sche#be#e Kenntnis hatte, ols —— eine halbe
Stunde später mit dem —i erschi
ar i Morgen, dasseamtenpersonal
noch nicht n und dach erregte
es einiges. Wusseßen, als mit dem Doktor zualeich
zwei Krankenwörter das.
Gabriel ging mu verweinten Augen umher,
aber selbt der Portier konnte nichis aus ihm
sss
auch das Gesicht war bleich und kalt.
aus betraten.
trage des Kaisers dem Kardinal dos Eiserne
Kreuz 2. Klasse; König Ludwig zeichnete den
Kardinal in Anerlennung seiner Verdienste wäl,
rend des Krieges durch Verleihung des Milltärverdienstordens
1. Klasse mit Schwerjt#ern am
Vande für Kriegsverdienft aus. De###nriegs
sürsorgebestrebungen wie auch der Jugendfür.
sorge hat Kardinal Beklinger flel5 warmhetziges
Interesse und reiche Förderung zuteil werden
lassen.
Eine Erweiterung seiner Arbeit war das leb
laste Interesse an der Ausgestallung des latho
lischen Vereinslebens. und der katbolischen Bewe
aung in München überhaupt und seine aufopfern
de Veteiligung in ihr. Es ist. selbstverständlich,
das ein Mann mit dem klaren Blick für die Zeit
verlältnisse, wie Kardinal Bettinger auch die
edeutung der Presse anerlannte und der latho
r*t**s Presse seine besondere Förderung durch
fct und Tat angedeiben lies. Wie Kardinai
Vetinger ein treuer Hüter seine lirchlichen Am
tes war, so war er auch und eben aus seiner ho
Beren religiösen Auffassung heraus ein glühender
Patriot. Dav. n hat er besonders im gegenwärti
gen Weltkrieg Zeugnis abgelegt.
Persönlich war Kardinal Dr. v. Betlinger cine
sehr stattliche und würdevolle Erscheinu:# ein
Mann ron einnehmenden Manieren, *—
chenem Talt, großer Geschäfts- ewandtheit und
glüdlicher Rednergabe. Die Erzdiözese München
und Freiling verliert mit Kardinal Bettinger
einen Führer, der sie mit slarler uno sicherer
Hand gelenkt hat. Fortleben wird in der Er.
innerung das Bild, wie der Kardinal im Purpurmantel
die Glänbigen fegnete.
Trauernd slehen die Katholilen der Erzdiozese,
ja die Katholilen ganz Bayerns an der Bahre
des hochverdienten Oberhirten.
IHIz Migr or Aversa
München. 13. April. In dem Befinden deà
päpstlicken Nunzius *G Dr. Aversa, der sich
in den letzten Tagen einer Blinddarmoperatien
unterziehen mußte, isl am Donnerstagabind eine
Wezentliche Vrsch lechterung eingetreten. Die
Wendung wurde so schlimm, daß der Zusftand
des Kranken infolge v u Ferzschwäche hoffnungs.
los erschien. Zn der Nacht trat dann die Kaia
s#rephe ein. Mi igr. Dr. Aversa ist um 1.1 Uhr
nachts verschieden. Es ist ein tragisches Zu
sammentressen, da sein Abieben nur wenige
Stunden nach dem! so jäben Hinscheiden des Kar
dinal-Erzbischofs Dr. v. Bettinger erfolgte, dinock
am Vrrmittag des gleichen Tages den
Nunzius in der Klinik besuchte. Angesict der
dorzeitigen Lage ist das Ableben des päpitlichen
Nunzius, der erst vor wenigen M znaten an Stel
le des nach Rom berufenen Nunzius Dr. Frülwirti,
getreten ist, besonders bedauerkich.
bef= und Personalnachrichlen.
München, 12. April. Das Befinden d.
Präsidenten der Kammner der Abgeordneten Hof
rates v. Fucke, der sich am Dienstag einer Bla
ĩenvperation durch Hofrat Dr. Feii- Schlagint
weit unterzuogen hat, i# befriedigend
Machener Neugleuen.
München. 12. April. Am Mittwoch wurde
im Offfriedhef der Kaufmann Matthäus Mei
zu Grabe getragen. Als die Witwe in die im
Stock eines Hauses im Tal gelegene Wohnun
zurücklel rie, entdedte sie, daß inzwischen ein Ein
brecher die Wohnung heimgesucht hatte. Mel
berausberommen.
Die Herren bekralen zusammen das Sterbegimmer.
Cs berrschte ein wohliuendes, dal -
dunkel, denn Gabriel hatte die Lampe.
ehe er das Haus verlassen, ·
weiße-nkeniivcidciiciitsckliuistiirpcisiiiii
Herrn gebreitet.
Jeßt murde das Licht wieder angezundet,.
auf einen Wint des Daltors uugen di. Wärter
den Toten nach seinem Lager und entklleidee
ihn. Dann brgann die Untersuchung, die freilim
nur lurze Zeil in Anspruch nahm.
Der AUrzi siellie sest, doß ein Herzschlag dem
Leben r* Janttera ein Ende bereitet hatte.
Der Tod BzaeE schon vor mehreren Siunden
eingefreren.?
Howald tomite es nicht über sich gewinnen,
einen Blick auf die Leiche zu werfen. Er lehnte
u Kamin, letrt enhe Gedanken beschäftigten
# seiner Nähe saß Gabriel auf der Kante
khachnl Stuhles. Die zitternden Knie versagten
ihm den Dienst.
ie müssen nun Fräulein Petzold von
dem FGeschehenen Mitt#lung machen, Gatriel.“
sagte Alfred. sich ihm nähernd. „La assen Sie
das Fräulein wecken, sobald iie di rauer:
nachricht erjahren Dat. zunß ich auch das Personal
von dem Geschehenen unlerrichten.“
Der Diener schlich himano, der Arzt schrieb
Totenschein, eund empfahl sich, es wurde
ganz siill in 1 RNaum, wo Pehold leine
n s in schweremvtmseiioertsacht
te
den
r—— ao Heinem Layer ruhte der müde
Kümpier, das 6 schon ontstellt, die furcht-
–
baren — er legten 7 eund ochen
bat'en seine Wlderstandskraj:
—
—