Apanagen — Apothekenwesen.
chenausschlag der Pferde und d. Rindviehs, Räude
der Einhufer und der Schafe, Schweineseuche und
epest, Rotlauf der Schweine einschließl. des Nesselfiebers
(Backfsteinblattern), Geflügelcholera und
Hühnerpest, sowie Tuberkulose des Rindviehs;
weiterhin nach § 1 Min . 26. 9. 08, Rgbl. 281,
auf Influenza der Pferde (Brustseuche und Pferdestaupe
oder Rotlaufseuche). Während nach § 4
Rinderpest G.jeder, der zuverl. Kunde davon erlangt,
daß ein Stück Vieh an der Rinderpest erkrankt
oder gefallen ist oder daß auch nur der Verdacht
einer solchen Krankheit vorliegt, ohne Verzug
der Ortspol eh. Anzeige zu erstatten hat, sind nach
§ 9 VScG. beim Ausbruch oder Verdacht der dort
benannten Seuchen zur unverzüglichen Anzeige an
die Ortspol Beh. (§ 7 Abs. 1 VV. z. VSG. 11. 7.
12, Rgbl. 293) verpflichtet: der Besitzer des betroffenen
Viehes, der Vorsteher der Wirtschaft, der
mit der Aufsicht über Vieh Beauftragte, dann
Hirten, Schäfer, Schweizer, Sennen, ferner der
Begleiter von auf dem Transport befindlichen
Tieren und für die in fremdem Gewahrsam befindlichen
Tiere der Besitzer der betr. Gehöfte,
Stallungen, Koppeln oder Weideflächen. Unverzügliche
Anzeige haben auch Tierärzte, Tierheilkundige,
gewerbsmäßige Kastrierer, Fleisch= und
Trichinenschauer, Metzger und Abdecker zu erstatten,
wenn sie, bevor ein polizeiliches Einschreiten
stattfand, von dem Ausbruch einer der A. unterliegenden
Seuche oder von Erscheinungen, die den
Ausbruch einer solchen Seuche befürchten lassen,
Kenntnis erhalten. Die Vernachlässigung der A.
zieht gerichtl. Bestrafung nach sich, Art. 25 Z. 3
Pol t G., § 74 und 75 VSG., für den Tierbesitzer
außerdem den Verlust der Entschädigten für g;
follene oder getötete Tiere, § 4 Rinderpest G.,
Art. 7 AG SG., Rgbl. 279. Leonhardt.
Apanagen s. König X, 2, a.
.Arvuvoethekenmonopol. Zufolge § 6 Abs. 2 GewO.
vbd. Kais. VO. b. den Verkehr mit Arzneimitteln
22. 10. 01/31. 3. 11, Rl. 380/181 und den zugehörigen
Verzeichnissen dürfen bestimmte Zubereitungen
(Verz. A) als „Heilmittel“ und best.
Stoffe (Verz. B) außerh. der Apotheken nicht feilgeboten
od. verkauft werden. Dieses A. erstreckt sich
auch auf Heilm. für Tiere, sofern Zubereitungen
nach Verz. A in Frage stehen, § 1 Abs. 1 Kais. VO,
s. Apothekenwesen III. Der Großhandel unterliegt
diesen Beschränkungen nicht, ebensowenig der Verkauf
der im Verz. B aufgeführten Stoffe an Apotheken
oder an solche öff. Anst., die Untersuchungsoder
Lehrzwecken dienen und nicht gleichzeitig Heilanstalten
sind. Kosmetische Mittel, Desinfektionsund
Hühneraugenmittel, sowie künstliche Mineralwässer
unterliegen dem Monopol nur nach Maßgabe
des § 1 Abs. 2 Kais. VO. Verbandstoffe, Zubereitungen
zur Herstellung von Bädern, sowie
Seifen zum äußerlichen Gebrauch find von dem
Monopol ausgenommen, § 1 Abs. 8 Kais. VO., (.
Apothekenwesen III. Brenner.
Apothekenwesen. I. Begriff und Rechtsquellen.
A. sind gewerbliche Betriebe für die
Anfertigung und Abgabe von Arzneien im kleinen.
Die das AGewerbe behandelnden Rechtsquellen
37
beruhen teils auf Reichs-, teils auf Landesrecht.
Die Vorschriften der GewO. gelten grundsätzlich
für das AGewerbe insoweit, als ihre Anwendbarkeit
nicht ausdrücklich oder nach der Natur der
Sache ausgeschlossen ist. Die GewO. findet ausdrücklich
keine Anwendung auf die Errichtung und
Verlegung von A., § 6, die Berechtigung der AM.,
Gehilfen und Lehrlinge anzunehmen, § 41, die
Verhältnisse der Gehilfen und Lehrlinge, § 154.
Dagegen findet sie auf die Stellvertretung und
Verpachtung der A. Anwendung. Die wichtigsten
landesrechtl. Best. sind enthalten in KVO. 4. 1. 43
betr. die ABerechtigungen, geändert 5. 2. 09, sowie
in der ABetriebsordnung, Min V. 1. 7. 85 und 18.
1. 05. Ueber die Einrichtung und den Betrieb
homöopathischer A. und Dispensatorien enthält
Min V. 25. 7. 83 nähere Vorschr. Die Sonntagsruhe
in den A. ist geregelt in § 18 Abs. 4 und 5
der ABetriebsordnung i. d. F. 18. 1. 05, Rabl. 25.
— II. Berechtigung zum Betrieb einer
A. Der selbständige Betrieb einer A. erfordert eine
Approbation als A., § 29 GewO., d. h. die persönl.
Befähigung zur Ausübung des Aewerbes, und
den Besitz einer ABerecht. — A. Erlangung
der Approb. Zur Erteilung der Approb., die
für das ganze Reich gilt, ist in W. das Min J. befugt.
Sie wird dem erteilt, der die pharmazeutische
Prüfung vollständig bestanden und den Best. über
die Gehilfenzeit entsprochen hat. Der pharm. Pr.
hat die pharm. Vorprüfung vorherzugehen. Die Zulassung
zu den Pr. sowie die Erteilung der Approb.
ist zu versagen, wenn schwere strafrechtliche oder
sittliche Verfehlungen vorliegen, § 2 Prüfungsordnung
f. A. 18. 5. O4, Rgbl. 171. Auch weibliche
Personen und Ausländer können, wenn sie die
Bedingungen der PrO. erfüllen oder soweit Dispensation
zulässig ist, § 38 a. a. O i. F. 7. 12. 10,
solche erlangt haben, zur Pr. zugelassen werden.
Die pharm. Vorprüfung wird in Stuttgart abgehalten,
und zwar im März, Juni, September
und Dezember jedes Jahres, zu ihr werden nur
diejenigen Prüflinge zugelassen, die in W. ihre
Lehrzeit beendet haben, § 4, 5 a. a. O. Der
Meldung zur Pr. sind beizufügen: 1. Nachweis der
wissenschaftlichen Vorbildung, zu führen durch das
von einem Gymnasium, Realghmnasium oder einer
Oberrealschule des d. Reichs ausgestellte Zeugnis
der Reife für Prima. Ocberrealschüler haben
außerdem den Nachweis zu erbringen, daß sie
bereits bei Zulassung zur ALaufbahn in der lateinischen
Sprache diejenigen Kenntnisse besessen
haben, welche f. d. Versetzung nach der Obersekunda
eines Realgymnasiums notwendig sind.
Dieser Nachweis ist durch ein auf Grund stattgehabter
Prüfung ausgestelltes Zeugnis eines
Gymnasiums oder Realgymnasiums zu führen.
2. Das Zeugnis des ausbildenden A. über die
Dauer der Ausbildung, die Führung und die Leistungen
des Lehrlings während der AusbZeit. Das
Zeugnis muß vom Oberamtsarzt hinsichtlich der
Dauer der Ausbzeit amtlich bestätigt sein. Die
Ausb. umfaßt 3 Jahre, für Inhaber des Reifezeugnisses
einer neunstufigen höheren Lehranstalt
2 Jahre und muß in A. des d. Reichs erfolgen.