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schofsparagraph verworfen, das Gesetz
auch im Ubrigen ganz wesentlich abgeschwächt;
aber gleichwohl erschien es einem
Teil der Liberalen bedenklich, für den
Rumpf des Gesetzes zu stimmen. Die
Nationalliberalen spalteten sich bei dieser
Gelegenheit in zwei Hälften, und dies war
die äußere Veranlassung zu dem Ausscheiden
verschiedener Mitglieder aus jener Partei
(s. Sezession). In der Reichstagssession
von 1881 hat das Zentrum eine
durchaus zuwartende Stellung eingenommenz
es betreibt die Politik der freien
Hand, und der Friede auf dem kirchlichen
biet würde voraussichtlich nur durch
Konzessionen an das Zentrum zu erlangen
sein, vielleicht gegen Zugeständnisse des
letztern auf dem Gebiet der wirtschaftlichen
Politik des Fürsten Bismarck. Vgl. Zeller,
Staat und Kirche (1873); Hinschius,
Die preußischen Kirchengesetze des
abr 1873 13.3); Derselbe, ie Geetze
der Jahre 1874 und 1875 (1875).
Kirchenrat, Behörde für die Verwaltung
der kirchlichen Angelegenheiten eines
Landes oder eines Bezirks; auch Titel verdienter
Geistlichen. ·
Athentecht(lat..1usooelesiastioum,
Inbegriff derjenigen Rechtsnormen, wel
für die Mchtwperhsälmmise der Kirche (s. d.
im ganzen und für diejenigen des Einzelnen
als Mitglied derselben maßgebend sind.
Dabei wird zwischen dem natürlichen
und dem positiven K. unterschieden,
indem man unter ersterm das aus dem
Begriff und aus dem Wesen der Kirche
im allgemeinen sich ergebende, unter letzterm
dagegen das in den Gelesen einer
bestimmten Kirche und eines bestimmten be
Staats enthaltene K. versteht. Ferner ist
zwischen allgemeinem und besonderm
K. zu unterscheiden, je nachdem dasselbe
für die ganze Kirchengemeinschaft
und ihre Angehörigen oder nur für einzelne
Kirchen oder Kirchengemeinden Geltung
hat. Quellen des Kirchenrechts sind,
abgesehen von dem Gewohnheitsrecht, die
weltlichen und geistlichen Gesetze und Verordnungen,
namentlich das kanonische
Recht E d.). Dazu kommen für das katholische
K. die Tradition, die Bestimmungen
der Kirchenväter, die Beschlüsse
Kirchenrat — Klerus.
der Konzilien und der Päpste und die
Konkordate (s. d.). Außerdem sind die
Kirchenordnungen und die Verfassungeesetze
der einzelnen Staaten von beonderer
Wichtigkeit (uvgl. Kirchenpolitik).
Vgl. die Lehr= und Handbücher
bes Kirchenrechts von Richter (8. Aufl.,
ausgeg. von Dove, 1879 f.), Mejer
3. Aufl. 1869), Hinschius (2K. der
atholiken und Protestantene, 1869 ff.),
Walter (14 Aufl., berausg von Gerlach,
1871), Friedberg (1 3. Schulte,
Lehrbuch des kathollshen Kirchenrechts (3.
ulish:# Thudichum, Deutsches
Kirchenstaat, der ehemalige päpstiche
Staat in Italien. Derselbe war bis 1860:
41,187 qkm groß und hatte 3 /8 Mill.
Einw., wurde 1860 auf Rom und Umgegend
Patrimonium Petri) mit 12,803
akm und etwa 700,000 Einw. beschränkt
und 1870 dem Königreich Italien (s. d.)
o,x einverleibt.
Kirchenversammlung, s. Konzil.
Klaster, s. Lachter.
das Anrufen des
Klage (lat. Aoeticg,
Richters zum Zweck der Geltendmachung
eines privatrechtlichen Anspruchs des
Klägers gegen den Beklagten; neuerdings
und namentlich in der deutschen
Strafprozeßordnung auch zur Bezeichnung
der strafrechtlichen Anklage gebraucht.
Klarieren (lat.), klären, frei machen;
im Seewesen die Schiffsladung verzollen
und dadurch das ungehinderte Auslaufen
des Schiffs ermöglichen; Klarierungsschein,
Quittung über gezahlten Zoll:
Klarierer, Schiffsmäkler, der das K.
sorgt.
LElssenstener s. Steuern.
Klausel (lat. Glausula), Nebenbestimmung,
Vorbehalt bei den Rechtsgeschäften.
Sich verklausulieren, sein Recht
durch eine K. wahren.
Kleindeutsch, s. Großdeutsch.
Kleine Fahrt, s. Schiffer.
Kleingewerbe, s. Handwerker.
Kleinhäusler, s. Hinter sasse.
Klerns (griech., »Los«, Eigentum,
Erbe), in der katholischen Kirche Bezeichnung
des geistlichen Standes, daher Kleriker,
ein Angehöriger dieses Standes;.