66 Schlacht bei Courcelles.
den Befehl, mit dem 1. und 7. Armeekorps die Nachhut des abziehenden
Feindes anzugreifen.
Die französischen Patrouillen hatten, nach dem Bericht des
„Siècle,“ am 13. und 14. August die Umgegend von Metz durchstreift
und hatten nichts vom Feinde gesehen, und doch war er da,
und die nichts ahnenden Franzosen von ihm mit großer Heftigkeit
angegriffen. Vor den Regimentern der 13. (westfälischen) Division
gingen die Franzosen ziemlich rasch in eine vorbereitete Gefechtsstellung
bei dem Dorfe Pange zurück. Hier hatten sie das unregelmäßige
Terrain zur nachdrücklichsten Vertheidigung eingerichtet, hinter jeder
Terrainfalte waren Schützengräben aufgeworfen, an passenden Stellen
Mitrailleusenbatterien aufgefahren, und durch ihr rasches Vorgehen
und vielleicht durch eine nicht ganz exakte Disposizion des kommandirenden
Generals standen die braven Westfalen hier fast zwei Stunden
lang einer gewaltigen Uebermacht gegenüber, und die preußischen
Regimenter nahmen eben ihre letzten Patronen zur Hand, als mit
der frischen Munizion auch die ersehnte Unterstützung eintraf, nämlich
die Truppen des I. Armeekorps, welche sofort in das Gefecht
eingriffen, an ihrer Spitze die ostpreußischen Jäger und das 43. Regiment.
Es entwickelte sich nun ein sehr heftiges Gefecht auf der ganzen
Linie, von einer Stellung zur andern wurden die Franzosen zurückgeworfen,
aber unter den härtesten Verlusten der preußischen Truppen,
welche ohne Deckung gegen die in den Gräben geschützt liegenden
Feinde mit unvergleichlicher Tapferkeit anstürmten und sie zurückwarfen.
War aber ein Abschnitt erobert, so begann bei dem zweiten dieselbe
Arbeit von neuem, und bei jedem folgenden nochmals, und vor jeder
Stellung der Franzosen sanken Hunderte der anstürmenden braven
Krieger in ihr Blut.
Um den Angriff der Infanterie zu unterstützen, hatte sich bei
Montoy eine starke Artillerieabtheilung aufgestellt, 14 Batterien des
I. Korps feuerten aus einer halbmondförmigen Stellung auf den
Feind und brachten ihm durch dieses konzentrische Feuer schwere Verluste
bei. Noch weit wirksamer würde die Artillerie gearbeitet haben,
wenn sie nicht grade zur Zeit des heftigsten Kampfes, gegen 7—8 Uhr