stütze sich auf das Beispiel der letzten Kriege und auf die Aehnlichkeit der
Umstände, als ob die Ausnahmen, welche man damals zuließ, nicht auf
bestimmte Verhandlungen begründet gewesen wären, die seitdem längst durch
den Frieden aufgehoben wurden; als wenn der Kaiser sich an jene Verhandlungen
erinnert hätte, als er vom Hannsverischen Besitz nahm, welches durch
dieselben Jahre hindurch unter dem Schutze Preußens gestanden habe. Man
wende Unbekanntschaft mit unseren Absichten vor, als wenn nicht die Absicht
in der Natur der Sache lag, so lange das Gegentheil nicht festgesetzt war,
und als wenn er (Hardenberg) nicht selbst mit der Landkarte in der Hand die
Unzulässigkeit irgend eines Truppenmarsches durch die Markgrafenthümer erklärt
und ihnen die Verbindungsstraße gezeigt hätte, welche sich die Baiern als die
einzige ausbedungen, wo die Märsche ungehindert stattfinden könnten. —
Endlich schützt man Thatsachen vor, die nur in ungetreuen Berichten eristirt
haben, und indem man den Oestreichern Dinge Schuld giebt, die fie sich nie
haben zu Schulden kommen lassen, zieht man das Nachdenken des Königs auf
den Contrast ihres Betragens und des Betragens der französischen Generale.
Der König habe aus diesem Contrast wichtige Schlüsse über die Absichten des
Kaisers folgern können. Er schränke sich aber darauf ein, zu denken, daß in
den Augen desselben die pofitiven, zwischen ihm und Preußen bestehenden Verpflichtungen
keinen Werth mehr haben, und er sieht sich daher auch seinerseits
frei von diesen Verpflichtungen an. Dadurch in den Zustand versetzt, in welchem
man keine andere Pflicht, als die allgemeine Sicherheit und Gerechtigkeit
hat, wird der König nichtsdestoweniger dieselben Grundsätze befolgen, die ihn
stets beseelen. Europa an dem Frieden Theil nehmen zu sehen, den er seinem
Volke zu erhalten trachtet, wird sein einziger Wunsch sein. Aber von allen
Seiten in dieser edlen Absicht gehemmt, könne der König sich selbst nur noch
der Sorge überlassen, über die Sicherheit seines Volkes zu wachen. Hinfüro
ohne Verpflichtungen, aber auch ohne Garantie, fieht er sich genöthigt, seine
Armeen diejenige Stellung einnehmen zu lassen, welche für die Vertheidigung
des Staates nothwendig werden wird.“
Als die Note übergeben wurde, waren die Ereignisse in Schwaben noch
nicht bekannt; es läßt sich denken, wie stark der Umwille gegen die Franzosen
schwoll, und wie lebhaft sich dat Bedürfniß einer Sicherstellung gegen sie
geltend machte. Friedrich Wilhelm III. war nicht persönlich dem Kaiser Alerander
entgegengegangen, sondern hatte den General Kalkreuth mit einem Entschuldigungsschreiben
an ihn geschickt. Durch ihn erfuhr der König am 23sten
Oktober, Alerander würde zum Besuche in Berlin erscheinen, wo er schon zwei
Tage später wirklich eintraf. Der Empfang war herzlich, und um sich ungestörter
den Gefühlen hingeben zu können, ging der Hof mit dem hohen Gaste
nach Potsdam. Hier erschien auch der Erzherzog Anton von Seiten des
Kaisers von Oestreich; es galt, den König von allen Seiten zu einem Entschlu
zu drängen.