Die Großmächte in Ostasien 459
Form, bereits im Januar England, Frankreich, Rußland und Amerika.
zur Kenntnis gebracht sein, und die Times fand sie verabredungsgemäß
„ganz gerechtfertigt“. Ob sich die übrige Welt dieser Auffassung
anschließen wird, muß die Zukunft lehren.
Oie vorstehenden Darlegungen geben ein lückenloses Bild von der
breit angelegten Machtpolitik Englands, Frankreichs, Rußlands und
Japans in Ostasien sowie von dem systematischen Streben Englands,
auch dort, selbst mit bedeutenden Opfern und unter Verleugnung gerade
der Grundsätze, als deren Schützer es sich sonst bezeichnei, Deutschland
einzukreisen und politisch wie wirtschaftlich zu vernichten. Es hat als
MWittel hierzu eine Kette von Abmachungen geschaffen, als deren Zweck
die Unverletzlichkeit Chinas und die offene Tür vorgetäuscht wurden,
von denen Oeutschland allein grundsätzlich ausgeschlossen war. Dadurch
sollte bei China der Anschein erweckt werden, als verfolge Deutsch-=land
allein Pläne gegen den territorialen Besitzstand und die politische
Unabhängigkeit Chinas und sei deshalb als Gefahr für das letztere, als
Feind der Verbandsmächte und als Bedroher des Friedens anzusehen.
Die Presse Englands wie die von ihr gespeiste in China, Japan, Frankreich
und Rußland hat Jahre hindurch ohne Unterbrechung durch Beschimpfungen,
Verleumdungen und Berdächtigungen Deutschlands und
des Deutschtums, seiner amtlichen Vertreter wie seiner Kaufmannschaft
sich diesem Zwecke dienstbar gemacht, um den zwar bescheidenen, aber
allzu erfolgreichen Handelsrivalen um Ansehen und Stellung zu bringen.
In Wahrheit waren es Dentschland und Amerika allein, die ehrlich
an dem Grundsatze der Unverletzlichkeit Chinas und der offenen Tür
festhielten und niemals territoriale Erwerbungen auf Kosten Chinas
erstrebten; sie wollten nichts anderes als Freiheit für ihren Handel unter
friedlichen Verhältnissen. Auf diesem Hintergrunde nimmt sich die erwähnte
Rede des japanischen Ministers Kato vom 5. September wie
eine Groteske aus. Richt aus Rache für den Einspruch gegen den Vertrag
von Schimonoseki hat danach Japan an Deutschland den Krieg erklärt,
wie man die europäische Welt hat glauben machen wollen, sondern
„auf das Ersuchen Euglands um japanischen Beistand“, weil „der Handel
in Ostasien, den Japan und England als eins ihrer besonderen Interessen
ansehen, ständiger Bedrohung (durch Deutschland) unterliegt, weil
obendrein es nach Ansicht der (japanischen) Regierung ein ernsthaftes
Hindernis für die Aufrechterhaltung dauernden Friedens in Ostasien
bedeutet, daß Dentschland, dessen Interessen denen des englisch-japanischen
Bündnisses entgegengesetzt sind, in einer Ecke des Fernen OÖstens
eine Basis für seine machtvolle Tätigkeit besitzt, und weiterhin weil