Metadaten : Realienbuch Nr. 3 (3)

86  Geschichte.  1

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Friedrich  Wilhelm  I.  besichtigt  die  „langen  Uerls“.

war,  siedelte  er  18000  Salzburger  an  und  gründete  dort  über  300  Dörfer  und  eine
nzahl  Städte.  Zußer  reichlichem  Zckerlande,  Dieh  und  Ackergeräten  gab  der  König
das  holz  zum  Bau  von  Wirtschaftsgebäuden  und  gewährte  neunjährige  Steuerfreiheit.
Kuch  zahlreichen  Ansiedlern  aus  Schwaben  und  Franken  bereitete  er  in  Ostpreußen
eine  neue  heimat.  —  Die  havelsümpfe  wurden  auf  Befehl  des  Königs  trocken  gelegt,
so  daß  fruchtbare  äcker  und  fette  Wiesen  an  ihrer  stelle  entstanden.  Er  ließ  auch
Bauernmädchen  in  der  Bereitung  von  Butter  und  Käse  ausbilden  und  belohnte  die
tüchtigsten,  nachdem  er  selbst  die  von  ihnen  hergestellte  Butter  gekostet  hatte.  Um
hungersnöten  vorzubeugen,  richtete  er  in  den  Städten  große  Kornlager  ein,  in  denen
man  in  guten  Jahren  GEetreide  aufspeicherte.  Kuf  den  königlichen  Gütern  wurden
die  Lasten  und  Fronden  der  Bauern  erheblich  gemildert;  auf  den  Gütern  des  Rdels
durften  die  hof=  und  Spanndienste  wenigstens  nicht  vermehrt  werden.  Bauerngüter
einzuziehen,  war  den  Edelleuten  aufs  strengste  untersagt.

e)  Gewerbe.  Um  das  einheimische  Gewerbe  zu  heben,  verbot  Friedrich
Wilhelm  die  Einfuhr  fremder  Waren,  besonders  englischer  Tuche,  und  gründete  in  Berlin
eine  Wollenweberei,  in  der  die  Stoffe  für  das  heer  angefertigt  wurden.  Wenn  er  Leute
antraf,  deren  Kleider  aus  englischem  Tuche  angefertigt  waren,  gebrauchte  er  rücksichtslos
seinen  Stock.  —  Die  Stadt  Berlin  suchte  er  zu  verschönern  und  zu  vergrößern.  Wohlhabende
Bürger  zwang  er  mit  den  Worten:  „Der  Kerl  hat  Geld,  soll  bauen!“  zur  Errichtung  neuer
häuser.  —  Hür  den  Wert  der  afrikanischen  MKolonien  besaß  der  Mönig  leider  kein  Derständnis
  und  verkaufte  sie,  weil  sie  zu  wenig  einbrachten;  die  Kriegsflotte  ließ  er  eingehen.