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Landesschule vereinigte, und ihr in dem eingezogenen Franziskanerkloster ein
geeignetes Local anwies. Nicht minder ist unter dieser Regierung als ein besonderes
Verdienst die Errichtung von Mädchenschulen anzuführen, „in welche die
Bürger, so lautet die ernste Ermahnung, ihre Töchter schicken sollten, um lesen,
schreiben und christliche Gesänge zu lernen“.
Johann Georg theilte mit seinem Vater die Abneigung gegen die Calvinisten,
und äußerte dies seiner strengen Weise gemäß weit heftiger als jener.
„Ich habe eine Universität im Lande, soll er geäußert haben, und halte sie für
ein großes Kleinod und ist mir sehr lieb, aber wenn ich wüßte, daß meine
Theologen und Professoren allda sollten calvinisch werden, so wollte ich, daß
das Collegium und die Univerfität in Flammen stände und im Feuer lichterloh
brennte". Dessenungeachtet ging sein Widerwille gegen die Calvinisten nicht so
weit, daß er ihn zu politischen Fehlgriffen verleitete, denn er unterstützte Heinrich
von Navarra so wie die Niederländer gegen die Verfolgungen der Ligue
und Philipp II.
Man begnügte sich damals nicht, die offenbaren Calvinisten als Gegner
anzusehen, sondern auch die Synergisten und Kryptocalvinisten galten als vollkommen
verwerflich und schädlich für die Gemeinschaft rechtgläubiger Christen.
Die Billigung des Augsburgischen Glaubensbekenntnisses genügte für die Eiferer
nicht, denn die Reformirten waren mit diesem Zeugniß des Evangeliums einverstanden.
Um es daher auch jedem Kryptocalvinisten unmöglich zu machen,
sich in die Gemeinschaft der lutherischen Christen einzuschleichen, so kam durch
die Bemühungen des Kurfürsten August von Sachsen und des würtembergischen
Kanzlers Jakob Andräa eine Versammlung von funfzehn der ausgezeichnetsten
Theologen, unter denen von brandenburgischer Seite Musculus und Cornerus
waren, in Torgau zu Stande, welche eine bindende Glaubensnorm
unter dem Namen einer formula concordiee feststellten (1576). Ein Jahr darauf
wurde sie in Klosterbergen von den Kurfürsten von Brandenburg, Sachsen und
Pfalz, 22 Fürsten, 26 Grafen und 35 Städten unterschrieben. Sie sollte ein
Symbol der lutherischen Kirche sein. Im Brandenburgischen führte man sie förmlich
ein, und forderte von den Geistlichen einen Revers für ihre Aufrechthaltung,
was allerdings nicht ohne erheblichen Widerspruch von manchen Orten her
geschah. Es war dies von Seiten der Lutheraner ein beklagenswerther Schritt,
denn die sogenannte Eintrachtsformel zwang die Calvinisten, sich in Zukunft
streng von dem Lutherthum zu trennen, und mehrte daher, statt Eintracht hervorzubringen,
den Zwiespalt und die Feindseligkeit unter den evangelischen Christen.
Segensreicher war des Kurfürsten Sorge für die Verbesserung des Rechts-Verfahrens,
indem er den Gedanken faßte, ein für seine Länder gültiges Gesetz-Buch
zusammenstellen zu lassen, ein schon damals dringend gefühltes Bedürfniß,
da die Richter bald nach römischem Rechte, bald nach altem Herkommen, bald
nach einzelnen deutschen Rechtsbestimmungen erkannten, ohne durch irgend eine
feste Norm in ihrem Verfahren gebunden zu sein. Deshalb hörte man beständig