66 Beginn der Strafantragssrist.
Art des Vergehens strafbaren macht. Wenn dagegen sein
Irrthum sich nur darauf bezieht, daß die Handlung
unter erschwerenden Umständen verübt sei, so kann nicht
gesagt werden, daß er von der Handlung keine Kenntniß
gehabt habe.
Anderenfalls würde eben der Meinung des Antragsberechtigten
ein Spielraum gewährt, der in das Gebiet
der Rechtsfrage übergreift und den Zweck der Fristbestimmung
in vielen Fällen vereiteln könnte. Es würde
alsdann unter Umständen nach Jahr und Tag z. B. eine
Untersuchung darüber nöthig werden, ob ein bei der
Körperverletzung benütztes, beim Hausfriedensbruch mitgeführtes
Werkzeug in der Vorstellung des Antragsberechtigten
eine solche Beschaffenheit gehabt habe, welche
dasselbe als Waffe erscheinen läßt, oder ob derselbe beim
Thäter Eigenschaften vorausgesetzt habe, welche die Körperverletzung
zu einer mit Uebertretung einer Berufs= 2c.
Pflicht begangenen stempeln. Hiebei (wie noch mehr bei
dem erschwerenden Umstande der Gemeinschaftlichkeit)
handelt es sich aber um Wahrnehmungen des Berechtigten,
die regelmäßig nicht in die Aeußerlichkeit treten,
sondern innere Auffassungsvorgänge bilden werden, so
daß eine erfolgreiche Nachprüfung seiner Angaben sich
nicht wohl ermöglicht. Es würde hienach, zumal Mangels
eines Zwangs zur Selbstprüfung der Auffassung, wesentlich
im Belieben eines nicht ganz zuverlässigen Antragsberechtigten
stehen, auf Grund einer behaupteten Aenderung
seiner Meinung lange nach Ablauf der drei Monate
noch die Strafverfolgung herbeizuführen. Die Bedeutung
dieser Frist liegt aber für ihn gerade darin, daß er durch
Verstreichenlassen derselben seine Entscheidung für die
Nichtverfolgung an den Tag legt (vgl. das früher angezogene
Urtheil der vereinigten Strafsenate des Reichsgerichts).
8 61 St GB., wie ihn dieses Urtheil in Verbindung
mit § 63 ausgelegt hat, gilt gleichermaßen auch bei der