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bis zu dem Eröffnungstermin des Reichstages zu kurz bemessen
sei, als dafs man schon bis dahin hoffen dürfe, den Kaiser im Reiche
zu erblicken. Da lag dern die Annahme nicht fern, dafs der Reichstag
doch nicht zum angesetzten Termin zu Stande kommen werde;
denn, wenn in der That der Kaiser jetzt die Reise nach Deutschland
ernstlich in Angriff nahm, so schien eine Verschiebung des
Reichstages bis auf seine Ankunft sich von selbst zu empfehlen,
zumal so lange man berechnete, dafs Karl bereits um die Mitte
des Jahres in Speier werde erscheinen können‘). Alleın bald erkannte
man, dals in so kurzer Frist der Kaiser schwerlich die
deutschen Grenzen überschreiten würde. Karl selbst nämlich klärte
die Reichstände darüber auf. Nachdem er schon am 25. Januar
dem Reiche von dem Friedensschlufs Kunde gegeben hatte, teilte
er unter dem 5. Februar mit, er habe sich, nachdem der Frieden
mit Frankreich hergestellt sei, nunmehr entschlossen, um das Fest
Johannis des Täufers seine hispanischen Königreiche zu verlassen,
in Rom die kaiserliche Krone zu empfangen und dann nach Deutschland
zu kommen, um dort vorzunehmen, was zur Ehre des Allmächtigen,
Erhaltung christlicher Religion und Beständigkeit des
Glaubens dienen möge?). Dies letztere Schreiben war es, so weit
wir zu sehen vermögen, was das Zustandekommen des Speierer
Reichstages nahezu in Frage stellte, als es gegen Ende März durch
die Vermittlung des Infanten im Reiche bekannt und verbreitet
wurde°). Deuteten nämlich die Worte des Kaisers darauf hin, dafs
er selbst willens sei, einen Reichstag abzuhalten, so konnte man
doch seinem Schreiben zugleich mit Sicherheit entnehmen, dafs
noch Monate vergehen würden, ehe Karl ins Reich komme, namentlich
da er zuvor noch Italien besuchen wollte; auch nicht annähernd
liefs sich der Zeitpunkt seines Eintreffens in Deutschland berechnen.
Damit schien denn auch der Termin des Reichstages ins Ungewisse
gestellt. Dem Herzog;Wilhelm von Baiern schrieb Leonhard
von Eck geradezu, der Reichstag sei „ab“, der Kaiser — so interı)
So Capito an Zwingli am 28. Januar 1526; Schuler et Schulthess
VII S. 465. — Später, im Mai, tauchte nochmals das Gerücht auf, dafs
der Kaiser in Italien angelangt sei, s. Rorer von Nürnberg an den hessischen
Kanzler Feige vom 17, Mai 1526 (Beilage 5).
?) Vgl. oben S.43, 1.
°) Unter dem 13. März (d.d. Augsburg) verschickte der Erzherzog die
Schreiben, welche ihm ohne Adresse zu beliebiger Verteilung zugekommen
waren; 8. 0.8.43, 1.