Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

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— 254 — Ueberredung — das einzige mir zustehende Mittel, um 6 Kollegen auf der richtigen Bahn zu erhalten, besitze ich nicht in dem Maße, wie es leider nötig ist.“ Juni 1876. Unterredung mit dem Kaiser Wilhelm, betreffend die Ernennung des Präsidenten des Reichskanzleramtes Hofmann und des Staatssekretärs im Auswärtigen Amte, v. Bülow, zu Staatsministern. Bismarck: „Die zwischen dem Reiche und Preußen bestehenden, untrennbaren, wechselseitigen Beziehungen verlangen es gebieterisch, daß den Interessen des Reiches eine lebendige Vertretung im preußischen Staatsministerium zuteil wird, wie umgekehrt, daß die Führung der preußischen Stimme im Bundesrat mit der vollsten Kenntnis der im Staatsministerium sich geltend machenden preußischen Interessen erfolgt. In einem Auseinandergehen beider großer Organismen läge die Gefahr einer Schwächung der Stellung beider nach außen und nach innen. Bisher lag die notwendige Vermittelung zwischen der Reichs= und der preußischen Regierung wesentlich Delbrück ob, dem die nahen und hergebrachten Beziehungen zu seinen preußischen Kollegen im Staatsministerium diese Aufgabe wesentlich erleichterten. Nach seinem Rücktritt wird es nötig sein, auch seinen Amtsnachfolger, den Präsidenten des Reichskanzleramtes Hofmann, zum Mitglied des Staatsministeriums zu ernennen. In Anbetracht meiner geminderten Arbeitsfähigkeit, die meine regelmäßige Beteiligung an den Sitzungen desselben beeinträchtigt, halte ich es im Interesse des Dienstes geboten, daß überdies auch der auswärtigen Politik des Reiches eine regelmäßige Vertretung im preußischen Staatsministerium gesichert werde. Demgemäß beantrage ich auch die Ernennung des Staatssekretärs im Auswärtigen Amte, v. Bülow, zum Mitglied des Staatsministeriums.“