468 Versammlungsbericht.
bildungsschule. Es ma hier nur kurz hervorgehoben werden, daß
nicht die wissenschaftlich-technischen Kalkulationen in der Fortbildungsschule
in Frage kommen können in solchen Gewerben, die sich
auf eine Wissenschaft gründen. Dagegen ist es unbedingt notwendig,
ramentlich für die Handwerksbetriebe, den jungen Menschen in
das Verständnis des Vorganges einzuführen, wie Kostenpreise entste
en. Das theoretische Verständnis unter Anwendung der ein-1
fachsten Erfahrungswerte ist ein Gegenstand theoretischer Belehrungen,
und es hilft sicher das große Übel beseitigen, das in bezug auf
Kalkulation nach den ständigen Berichten der Zeitungen noch überall
zu erkennen ist.
Auch der Bedeutung der Buchführung ist noch zu gedenken. Es
ist genugsam gesagt worden, wie notwendig die Buchführung für
ieden Gewerbetreibenden ist. Es gibt kaum eine andere Stelle, wo
man die Sicherheit der allgemeinen Ausbildung in der Buchführung
so gut gewährleisten könnte, wie in der Fortbildungsschule. Da, wo
man es mit Lehrlingen der Industrie zu tun hat, wird die Notwendigkeit
der Buchführung nicht so stark im Vordergrunde stehen. Und
dennoch sind es zwei Tatsachen, die auch hier für die Buchführung
sprechen. Wenn der junge Mensch auch später nicht in die Lage
kommt, die gewerbliche Buchführung als selbständiger Gewerbetreibender
auszuüben, so gibt sie ihm doch die Möglichkeit, seinen
eigenen Haushalt einer ordnungsmäßigen Buchungskontrolle zu
unterziehen. Sie gibt ihm auch die Möglichkeit, in den Verhältnissen
seines Lebens, wenn auch im kleinen, in Vereinen, Genossenschaften
und bei Bekannten sein Wissen anzuwenden. Daraus erklärt es sich
auch wohl, daß das Interesse für die Buchführung in den Fortbildungsschulen
auch bei den Schülern außerordentlich lebhaft ist, die
bhum größten Teile später nicht selbständig Gewerbetreibende werden.
Über die Bedeutung des Zeichenunterrichts soll hier nichts weiter
aus eführt werden, da das Wesentliche schon vorher dargelegt
orden ist.
Wenn wir heute die wichtigsten Punkte über die Bedeutung der
gewerblichen Schulen für die Berufsbildung im besonderen zusammenfassend
aufzählen wollen, so werden wir zunächst die Schaffung
von Menschenwerten, von Entwickelungswerten für die
Gesamtheit hervorheben müssen. Um das klar erkennen zu können,
müssen wir die Kehrseite dieser Forderung bei dem großen Meister der
Volkswirtschaftslehre, Adam Smith, daneben stellen. Er führt über
die Lehrzeit aus: Sie gibt keine Sicherheit gegen mangelhafte Arbeit
äum Verkauf, schützt nicht gegen Betrug, gewöhnt nicht an Fleiß,
macht voraussichtlich faul, ist bei den Alten auch nicht gewesen, ist
ein Eingriff in die Freiheit des Arbeiters, hemmt den Beschäftigungswechsel.
Allerdings fordert er nachdrücklich Bildung, aber nicht besondere
Berufsbildung. Wir müßten in der Tat beschämt sein, wenn
wir eine Lehre von solchen Mängeln heute im öffentlichen Leben
zu verteidigen hätten. Aber glücklicherweise ist es heute anders.
Adam Smith beging den Fehler, daß er alle Arbeit als Ware ansah,
die zu einem bestimmten Preise auf Grund von Angebot und Nach-