Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1855. (46)

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tigkeit  einen  gleichwertigen  Bundesgenossen  in  der
Unfähigkeit  der  Gegner.  Der  Obergencral  Benedeck
war  wie  Steinmetz  ein  ausgezeichneter  Feldsoldat  und
Korpsführer,  aber  kein  Feldherr.  Wären  die  Österreicher,
  deren  Kavallerie  und  besonders  deren
Artillerie  ihren  korrespondierenden  preußischen
Truppengattungen  überlegen  waren,  von  einem  nur
halbwegs  guten  Feldherrn  geführt  gewesen,  so  wurde
die  erste  Ärmee  am  3.  Juli  geschlagen,  bevor  die
zweite  Armee  eintraf.  Ja,  eine  der  preußischen  ebenbürtige
  Bewaffnung  der  österreichischen  Infanterie
hätte  schon  dasselbe  Ergebnis  gezeitigt.  Der  Prinz
Friedrich  Karl  hatte,  hauptsächlich  aus  Unkenntnis
der  Stärke  des  Feindes  und  ohne  des  Zeitpunktes
der  Ankunft  der  zweiten  Armee  auf  seinem  linken
Flügel  versichert  zu  sein,  zu  früh  angegriffen  und
seine  Armee  in  eine  höchst  fatale  Lage  gebracht,
die  von  Rechtswegen  zur  Niederlage  führen  mußte.
Fast  gelang  es  dem  Prinzen,  den  strategischen  Auf-:marsch
  zu  stören  und  die  ın  letzter  Stunde  getroffenen
  einfachen  und  klaren  Gencraldispositionen
Moltkes  zu  durchkreuzen.  Nur  Blumenthal  griff  ım
Sinne  Moltkes  ein.  Auch  die  Elbarmee,  deren  Führer,
Ilerwath  von  Bittenfeld,  seiner  Stellung  noch  weniger
gewachsen  war,  wäre  nıcht  nur  um  ıhre  mäßıgen
srfolge  gekommen,  sondern  wahrscheinlich  auch  geschlagen
  worden.  Es  kam  gottlob  anders.  Die  kopflose
  österreichische  Führung  ließ  den  Kronprinzen,
ohne  ihn  im  Anmarsche  auch  nur  im  Geringsten
aufzuhalten,  was  leicht  war,  ungehindert  herankommen.
  Hätte  nun  die  Elbarmee  ihre  Pflicht  getan
wie  die  zweite  Armee,  so  wäre  eine  der  größten  Vernichtungsschlachten
  aller  Zeiten  geschlagen.  Bei
richtiger  Verwendung  und  dem  Einsatz  aller  ver-