Aummer 107
lich des Bohnbaues angenommen un ihn geförert
haben, namentlich an die Bahynbehörden, die
Eemeinden usw. für die Zuschüsse, das Eisenbahnbaulomitee
usw. Allen widmete er zin
dreifaches Hoch. Der Vorsland des Ei lenbahn.
bankomilees, Herr Kunstmühlbesitzer Finsterwalder-Landl,
gab in humorvollen Worten einen
kurzen Abriß aus der Baugeschichte der Bahn.
Von dun- Herren des Eisenba rulemitees,
die sich besonders der Sache annahmen, hörten
wir die Namen Reuter, Steinböc,, Senft. Run *
und Sltegmeier. Ebenso unermüdlich lelen die
Herren Rechtsrat Kürzunger und Regierungetat
Baur tätig gewesen. Sein Hoch galt
Herrun Regierungsrat Baur. Herr Direllionsrat
Laulöck brachte die Glückwünsche der Bahnverwaltung
und versprach, den heute zum Ausdru
gebrachten Dank nach München zu übermit:eln.
Er widmete sein Hoch den vielen um
den Samerberg gelagerten Gemeinden. Herr
Rechtdrat Kür inger sprach namens der Siart
Rosenheim. Er gab seiner Freude darüber
Auedrucd, daß nach Eröffnung der Bahn das
holbe Dutzend der in Nosenheim ein= und aurlaufenden
Bahnen erreicht sei. Die Stadt wünsche
dem Sims= und Achental für di: neue Bahn
das Allerbeste. Er lonnte ferner darauf hinweiten,
daß die #i#en Ber iehung. n zwisch en dem
Samerberggeriel #u#ld zwischen Ro- renh. im schon
Jahrhunderte bei flehen“ und auch in Zukunft
weiter gedeihen möchten. „Gerne kommen wir
zu Janen heraus, kommen Sit auch zu unz nawh
Nor- nheim und unterstühen Sie seinen Mitlelscand,
der gerade in den Provinzllädlen noch
eine Zefestigte Stellung hat'“ Redner knüpfte
den Wunsch an, daß auch nach der Eröff—
nung der Vahn der gute alte Geist erhaltea
bleiten möge (Bravo); die neue Bahn bring:
nur da;z Gute, die Nachteiie aber, die damit
rerbunden seie n, lasse sie forne liegen, damit
sie jei cin kräfüger Nerv, der#en##es Leben bringe.
A#daer dantte dann den Abgeordneten für
ihre: Bemühungen und Verdien sie um dien Bahn
bau, namentlich auch dem rersiordenen Abg. Dr.
ron Daller. Die Herren Abag. Ruedorffer
und Scharnagl seierte er in einem Hoch.
Im Anschluß daran macht: Herr Bürgermeist
er Marr die freurig überraschende Miuteilung,
das Gemeindeausschuß und Gemeindeversammlung
die vielen Verienste des Herrn Negierungsraks
Vaur b’sonders ehr en. Einfltimmig
haben sie dessen Ernennung. zum Ebrenbürger
von Frasdorf beschlossen. Diese Mitteilung
wurde mit lautem Jubel begrüßt. Herr Regierungsrat
Baur sprach in herzlichen Danleeworten
die Annahme dieser Ehrung aus
und trank auf das Woll der. Gemeinde Frarzdorf.
Frhr. Krafft von Crailsheim auf Amerang gab
in humorvollen Worten ein ige Episoden aus
dem Vahnbau und der Täligleit des Eisenhahnbaulomitees
zum Besten. „Hut ab vor
einem Manne, der wie Herr Finnterwalder sich
um die Sache angenommen hat!“ Ihm wiomete
er ein Hoch, in das alle freudig einstimmlen.
Abg. Scharnagl widmete in blumenreicher,
bresievoller Sprache ehrende und aneikennende
Worte der Siast Rosenheim, welche niht zul tzt
Anteil an dem Vau der Bahn genommin habe.
Möge sie auch an deren Etfolgen t.ilnehmen,
das sei sein Wunsch. Dann seierte ar Heren
K. Hofrat Bürgermeister Wüst als sorg'amen
Pfiegevater uno di: Verwaltung al- eistigen
Vormund der Stadt. Dem Wohle der Stadt,
ihres Bürgermeisters und ihrer Verwallung
Lalt sein Hoch. Weiter ehrte Herr Bürgeemeister
Mayr die Verrienste des H. H. Pfarrers
Hofmeister-Frasdorf und hatte ferner
Worte der Anertennung für die Firma Sager
und Wörner, welche din Bau ausführ.e, für i#ure
Jugenieure und Arbeiter, für ie Sichreitsorgane,
für „denjenigen, der uns daz Puiver
lieferte", Herrn Fabrüanten Wijterboll #, ferner
für Herrn Hauptiehrer Angercr-Frasdorf,
ver das Uan:c Fest arrargement leitete. Allen
idmete er freurin ein Hoch. HS. H. Pfarrer
*# veriicher#e, daß di:e Cätee Fa.
dorf nicht ungerüstet faneen. Der je#t auf
85 Mitglieder angewachsene Ver- chön. rungsreicin
habe bereits geran, was in seinen Kaͤnen
stebe. Alle lade er ein, wiederzulommen und
binaaf zu geben auf die Almen und Verge.
Seinen Trinlspruch ließ cr ausllingen in ein
Hoch auf bi: Cä ned: s heutigen Fesles. Schließlich
gedachte no#y Herr Forstrat Jäger der
emigen Arbeit der Frauen unzs Jungfrauen
von Frasdorf und Herr Magistrasrat Baumann
ermunterte di: Wirte, stets das Besie zu
leisten, und sprach Ehre un Anerk. unung der
Küche und dem Keller des Hauses De barde
aus, worauf Herr Kunftmühlbeliger Fin lecwalder
den Neigen mit einer Ehrung für Herrn
Verwalter Enßlin abschloh, nachdem zuvor noch
das organisierte Handwerl den Dank für ras
En'gegenlommen bei Ausführung der Ardeilen
ausgesprochen hatte.
Das Festmahl nahm einin schönen, befriedi
genden Verlauf, wenn man berücsichtigt, welch
großer Andrang gleictz irig zu bewäl igen war.
MWährend des Mahles lonzerlierte die Kapelle
Frasdorf unermüdlich, während di: Liederiafel
Frasdorf mehrere prächtige Lieder einstreute.
Inzwischen war die Zeit der Rüdkehr nach Nosenheim
schon sehr nahe geruckt. In frober
Stimmung über das Erlebte eilte man zum
Bahnhof, begleitet von der Kapelle Frasborf
und den dorligen Vereinen mit ihren Fahnen.
Die Kopelle spielte einen flotten Abschiedsmarsch,
die Vexeine hatten sich in Reih und Glied
Kofe#n
aufgestellt und Herr Bürgermeister Monr
brachte nochmals ein Hoch auf die Gäste
Dann setzte sich der Zug in Belbegaus.
während Gäste und Einheimische sich noch lange
mit Tücherschwenken begrüßten und aus der
Höhe die Böller wieder krachten. Die gleichen
Vorgänge wiederhollen sich auf allen Zoisches
siationen, auf denen sich abermals große enschenmengen
cingefunden hatten. Der Tag der
Eröffnung der Bahn Roseuheim-Frasdorf mit
seiner Zarmonischen Feier wird allen unvergeblich
bieiben. Die Ancfahrt war herrlich, da
dis Sonne ihr Gold über Täler und Höhen er-Peli
bie Schullinder aller an der Bahn
gelegenen Orte hatten Festtag. Für sie wurde
ein Sonderzug bereit gestellt, der mittags in
Frasdorf abging und um 1 Uhr in Nosenheim
eintraf. Etwa 330 Schulkinder konnten an dieser
Fahrt teilnehmen. In Rosenheim wurdensiie
auf Kosten der Stadt in der Bahnhofrestauration
birtet, worauf sie einen Spaziergang
durch die Stadt machten. Freudig schwenlten
sie die lleinen Fähnchen, elche ihnen zum
Andenken an den so dauge erwarteten Tag
ausgehändigt wurden. Nach 4 Uhr traf der
Sonderzug mit den Kindern wieder in Frasdorf
ein.
Die neue Bahn wird am lommenden Samstag
den 9. Mai dem allgemeinen Verkehr übergeben.
Leider ist der vorerst angesetzte Fahrplan
dem Ausfiugsverkehr nicht besonders günslig.
Doch wird in dieser Hinsicht bald eine Aeuderung
bezw. Ergänzung erhofft. Aehmliche
Wünche lonnsten wir gestern in Frasdork uso.
wiederbolt hören. Die nene Bahn ist wert,
besahren zu werden, um so mehr, als sie Gebiete
erschließt, welche bisher dem gröheren Verkehr
noch stemd waren, aber an Schönheit keiner
anderen Gegend nachstehen. Diesen Wünschen
muß ielbswerständlich auch der Fahrplan entsprechen.
Für großen Andrang am kommenden
Sonntag den 10. Mai, der bei Jünstigem Wetter
sicher zu erwarten sein wird, ist bereits Vorsorge
getrofsen. Abends 159 Uhr gekt ron
Frasderj ein Sonderiug nach Roienheimt, ab,
der die Anschlũsse nach allen Richtanacen noch erreicht.
Wir machen hlerauf besonders aufmerl.
sam. Auch die prächtige „Deicration wire auf
allen Stationen bis zum Sonntag erhaiten beei
ben.
Lotalnachrichten.
Rosenheim, 7. Mai.
Ehrung des Herrn Regierungs-=rates
Baur. Bei dem zur Bahneröffnungsftier
am 6. Mai zu Frasdorf stattgehabte n Fesimahl
hat wohl keine Ansprache einen freudigeren
Wi iderhall bei allen Teilnehmern gefunden, als
diesenige des waderen Orlsbürgermeisters Herrn
Manr, welche die Ernennung des um das Zustandelommen
dieser neuen Bahnlini= so hochverdienten
Herrn Regierungsrates Baur zum
Ebrenbürger von Frasdorf belannt gab. Ist
doch damit die höchste Ehre, welche eine Gemeinde
für di: ausgez' ichnet: n Leistungen eines
xjlichterfüllten Mannes in Danlbarleit zu erpreisen
vermag, zum Ausdruck gebracht! Es war
nur eine Stimme im oanzen Festsaal: Moge
oem Lanzen Besjirk ein Verwaltu: zugsvor##n#z von
der ausgezeichneten Qualität unseres Herrn Regierungsrates
Baur noch recht lange zum Segen
des Gaues erhalten bleiben!
Sammlung für das Note Kreu:. Vei
der Sammlung zu Gunsten der freiwilligen
Krankenpflege im Kriege, welche demnäch'st im
ganzen Lande durchgesführt wird, will auch
Roenheim nicht zurüiehen. Zur Vorbereilung
und Durchsührung d der Sammlung in unseter
Stadt soll ein Ortoausschuß gebildet werden;
die Einladungen zum Beitritt dazu sind
berefts ergangen. Die londituiere 8 Verjammlung
sindet am Samstag den 9. Mai,
rormittags 10 Uhr, im Ueinen Sit !14 Saale
des Nathauses siatt.
Jugendabteilung des kath. Frauienbundes.
Nach lüngerer, unfreiwilliger Pause
fand sich vorgestern wieder Gelegenheit. die
Mitglieder zu einem recht interesianten und gemütlichen
Vortragsabend einzuberufen. Schon
gieich zu Beginn des Tagesprogramms lonnte
bie Vorsigende den Anwesenden die erfreuliche
Mitleilung machen, daß 3 unserer Lehramtskandikatinnen
seit lurzem eine feste Anstellung
in ihrem Beruse erlangt hätten, und es wurden
ihnen zu dem Erfolg die herzlichsten Glückwünsche
nachgesendet. Sodann wurde zur Hauptauigabe
geschritten, zum Vortrage eines sehr
zeitgemäßen Themas, das insbesondere das Inleresse
oer Lehrerinnen im Bereine erregte,
namlich: „Was uns allen die Volksschule sein
soll!“ In anerlennenswert bereitwilliger Wei#e
hatte „IFrl. Hupfauer sich die Mühe genommen,
den Stoff zu bearbeiten, und brachte in klarer,
versiändlicher Sprache ihre Anschauungen
darüber zum Ausdruck. Die Ausführungen wareu
sehr übersichtlich in 4 Abteilungen georonet
Die allgemeine Aufgabe der Volksschule,
Interesse an der Volksschule, die zühireie
Volksschule und Eltern, Haus und Schule.
die Volksschule heutmtage eine wirkschaftlic-Notwendigkeit
geworden ist, wird wohl jeder Gebeldete
einsehen. Trotzdem mag es noch in die-*
sem oder jenem Ort manchen Bauern oder
Handwerxlex geben, der sich die Anglichkeit seiner
SG□·—
nicht recht vorstellen kann inag
auf seinen Beruf, die Erziehung seiner
Ei- oder die Leitung seines Hausstandes.
Und doch, wollten wir uns die Volksschule wegdenken,
wie wäre es dann um sein weiteres
Fortlommen, um die technische oder kaufmännische
Ausbildung eines jungen Mannes bestellt,
von den wissenschaftlichen Berufen gar nicht 31
reden, wenn nicht sie schon einen elementaren
Grund gelegt hätte, auf dem dann weiter gebaut
werden kann? Und wüßte auch ein Einzelner
nicht zu sagen, was er eigentlich, der
Schule verdankt, und hätte er auch vieles von
dem Gelernten vergessen, es bleibt doch durch
die anhaltende Geistesübung eine Fähigleit und
Gewöhnung, eine geistige Schulung, die dem
Kanzen Volke einen h0) eren sittlichen Wert gibt.
Zur Verstärkung des nationalen Bewußtseins
wird nun das Geschichtestudium nicht wenig
beitragen. Wird auch in weiten Kreisen viel
von der Vollsschule gesprochen, so ist doch wenig
wahr 5 Interesse für sie vorhanden, wie
uns die Rednerin an Beispielen bewies. Als
eigentliches Sorgenlind unserer Zeit betrachtet,
sollte der Schule von allen Schichten Verständnis
und Pflege zuteil werden; sie muß Herzenssache
unseres ganzen Volkes werden. In unseren
Gegenden kennen wir nur eine allgemeine
Vollsschule; wer besondere Bildung anstrebt,
tritt früber oder später in eine Mittelschule
über. Richt zu unterschätzen ist der Einfluß,
die Bedentung, welche die Schul? gerade heute
für die Famllie hat, die keine Arbeitsgemeinschaft
mehr ist, wie früher, da sich Kenninisse
und Fähigleiten in derselben vererben. Nun
Wechselwirkung zwischen ihr und der häuslichen
Erziehung eintreten. Deshalb ist nicht genug
zu wünschen, daß Eltern und Lehrer in gegenseitiger
Gedulsd und liebevollem Verständnis
ihrer gdemeinsamen Interessen, zur sittlichen und
wissenschaftlichen Bildung ihrer Schützlinge sich
vereinen. Der mit vielem Fleit ausgearbeitete
Vortrag sand bei den Zuhörern entsprecheno:
Würd'gung, nicht zuletzt die Tatfache, daß eine
blelbeschäfliste Lehrerin einen beträchtlichen Teil
Hier freien Zeit unferen sozialen Zwecken g:=opfert
hat. Dafür sei ihr wiederholt herzlich
gelankt. Nach Besprechung interner Bereinsangelegenheiten
lam diesmal auch die „litcrarische
Rundschau“ zu ihrem Recht. Mil gespannter
Aufmertsamkeit lauschten die Anwesenden den
Worten des hochw. H. Stadtpfarrpredigers,
der in dankenswerter Weise seine umfassenden
Kenntnisse auf diesem Gebiet zur Verfügung
stellt. Er führte diesmal zuerst Webers
Dreizehnlinden vor, das populärste Werk dieses
Dichters, dann sprach er über Wagners
Parsival und enlich über, Brüderlein und
Schwesterlein“ von Handel-Maxzetti, wobei er
durch anschauliche Schilderung der Charaltere
des Romans so recht eigentlich „Appetit“ zum
lünstlerischen Genuß desselben weckte. Alles zusammengenommen,
darf man wohl diese Veranstaltung
als außHerst gelungen bezeichnen und
ein stärkerer Besuch wäre nur zu wünschen gwesen.
Valanz. Beim Straßen= und Flußbauamt
Rosenheim ist in Hohenlinden der Posten eiues
Straßenwärters frei. Der Jahresgehalt
ist auf 1200 Mark angesekzt.
Ehrenvolle Anerlkennung. Wie erwactel
werden lonnte, fiel Herrn Kunstgärtner
Streidl hier der Erste Preis in der Münchener
Blumenausstellung für seine herrlichen Pelorgonien
zu. Wie wir schon berichteten, widmet sich
Herr Streidl mit großer Liebe und Kunft der
Zucht von Pelargonien. Von den dreilausend
Planzen gingen einige hundert nach München,
der Erfolg blieb nicht aus. Neben anderen
großen Firmen konnte der fleißige Züchter den
. Preis erringen. Auch Herr Bedrirkegärlner
Westermaier holte sich für seine mustergültige
Arbeit im Konservieren von Früchten und Gemüsen
den 1. Preis. Wir gratulieren den
beiden Preisträgern für ihren Ersolg und
wünschen, daß er ein Ansporn zu neuem Schafsen
sein möge, um so dem Namen unserer Staot
auf dem Gebiete des Garten= und Obstbaues
auch in den weiten Gauen des übrigen Bayernlandes
einen guten Klang zu erhalten.
Ein Krankenka en- Tag. Wir erlalen
kolgende Zuschrift: Auf den kommenden
Sonntag ist nach München ein Krankenkassen-Angestellten-Tag
einberusen. Die Einladung
hiem geht aus von dem Verband der Bureauangestellten
für Deutschland, der auf dem Boden
der freien (oz.) Gewerkschaften steht und
dessen Leitung in den Händen cines so# Abg:-erdneten
liegt. In dem Einladungsschreiben, das
an die Angesiellten d der- südbaygeriche n Kranlenlassen
hinausgegangen ist, wird diese Tatsache
richt erwähnt. Um über die Hallung und die
Ziele des Verbandes und des beorstehenden
Kranlenkassen- Angestellten-Tages bei den Kassenangestellten
leinen Freium aufkommen zu lassen,
sei dies festgestell
Die Reklamemarken für das heurige
Volksfest sind nun, wie schon berichtet,
erschienen und sehr #- ausgesallen der
Stadtlämmerei sind je 100 Stück für 25 Pfg.
eipältlich. Wir bitten die Scha und
Interessenten von * Angebot recht zahlreich
Gebrauch zu machen, um —8 Kunde von
dem Stadtjubiläum und dem Vollsfest in die
Ferne hinauszusenden.
mus, die Schule Helferin sein, es muß eine rege
Freiläg, 9. Mal 1014
r Asffäre Riller hat mn Mittwoch
a#ch, gerltlihen Abschluß gefunden. Am
Freitag den 26. November hatte sich Rechtsanwalt
Niller in Nosenheim, einer der belanntesten
Anwälte im Landgerichtsbezirk
Traunstein, mit der Selbstbeschuldigung der
Veruntreuung dem Gerichte gestellt. Er wurde
in Haft behalten und ist noch am gleichen Tag:
nach Traunstein überführt worden. Seither saß
Rechtsanwalt Niller in Untersuchungehart Die
weiteren Folgen sind noch bekannt. otel
„Deutsches Haus“, bei dem i* Niller
stark engagiert war, und die dazu gehörigen
anderen Gebäude lamen unter den Hammer
und "wurden versteigert. Rechtsanwalt Niller
hat große Summen dabei eingebüßt. Am
Mittwoch hatte er sich vor der Strafkammer
des Landygerichts Traunstein zu verantworten.
Die Verhandlung dauerte von 4 Uhr nachmitlags
bis 9 Uhr abends. Rechtsanwalt Niller
wurde wegen eines fortgesetzten Vergehens der
Untreue und der Unterschlagung zu einem Jalr
und drei Monaten Gesängnis verurleilt. Die
Untersuchungshaft wurde mit fünf Monaien
roll angerechnet. Näheren Bericht lassen wir
noch folgen.
VBom landw. Verein. Nach den ge-.
nauen Zählungen der landw. Bezirksvereine
beträgt der Mitgliederstand des landw. Vereins
in Bayern mit Beginn des heurigen Jahrtes
120 304. Die Mehrung gegenüber dem
Jahre 1912 beträgt 2162 neue Mitglieder.
An der Spitze steht mit der Mitgliederzunuhme
Niederbayern, dann folgen Mittelfranken, dann
Untersranken und die übrigen Preise.
Besitzwechsel. Die Metzgerei im „Prultinger
Hof“ ging pachtweise an Herrn J. Mally,
Metzgerei und Wurstfab ril in Kolbermoor,
über. Er wird dort eine Wurst= und Fleisch-Filiale
errichten.
Schwerer Unglücksfall. Am Dienstagnachmitlag
scheute zwischen Schloßberg und
Gehering das Pferd des Milchhändlers Kronast
von hier und ging durch. In rasendem Tempo
rannte das Fuhrwerk gegen einen Kilome.
terstein. Herr Kronast wurde durch die Wucht
des Anpralles auf die Straße geschleudert, wo#“
er mit schweren Verletzungen am Rücken liegen
blieb. Ein mitfahrender Milchhändler kam mit
leichteren Verletzungen davon. Herer Kronast
soll sich auf dem Wege der Besserung befinden.
Mla Am 6. ds. nachm. wurde ein
Jahre alter Knabe am Ma#-Josephplay#
4%%„ einem Fuhrwert überfahren. Glücklicherweise
ist er dabei nicht verletzt worden.
Verhaftung. Ein Dienstknecht von Reitenhaslach
wurde wegen Sittlichkeitsverbrechen,
begangen in der Luitpoldanlage, festgenommen.
Nusil uud Theulet.
Das Privat-Musik.= Institut Nosenheim
veranstaltet, wie aus dem Inseratenteil
ersichtlich, am lommenden Sonntag sein
diesjähriges Schülerlonzert im Soale des kath.
Gelellenhauses (alte Post). Die Darbietungen
des Instituts sind alljährlich sehr gut verlaufen.
Deshalb dürften auch diesmal die Besucher
überrascht werden, zumal die Leitung in
guten Händen liegt.
Aus dem Gerichkssaale.
Kal. Amtsgericht Rosenheim.
Dienstag, den 5. Mai 1914.
Wegen versuchten Betruges standen die Krämerseheleute
Heinrich und Johanna Marr von
Degerndorf vor Gericht. Bei den bisher unbr
siraften und gutbeleumundeten Leuten brach in
der Nacht vom 18. auf cʒ. v. J. ein
Ladenbrand aus, der einen Schaden von 250
Ml. an den aufgestapelten Waren verursachle.
Gleichwohl gaben sie dem Generalagenten
Gcorg Susemit der Fe nerversicherungsgesellschaft
„Globus“ in Hamburg an, ihnen wären um 2000
Mk. Waren verbraunt oder unbrauchbar genmacht
worden. Susemil lam aom Morgen des
19. Dez. nach Degerndorf um die Brandstätie
und den verursachten Schaden in Augenschein
zu nehmen. Als er im Hause der Ehelente
Marr ankam, wurde ihm gleich eine Liste überreicht,
auf der die verbrannten und unbrauchbar
gewordenen Waren von dem Uhrmacher Schwader,
der im gleichen Hause seit einem Tage gewohnt
hatte, im Werte von 1700 Ml. zusammengestellt
waren. Es war ihm fast undenkhar, daß
man in so kurzer Zeit ein derart unsasfeide
Verzeichnis anfertigen kann. Susemil kam die
Summe von 1700 Mk. zu hoch vor, worüber
er öfters seinen Unwillen zum Ausdruck brachte.
Nach genauen Aufsnahmen brachte der Generalagent
heraus, daß nur insgesamt für höchstens
600 Mark Waren verbrannt oder zu Schaden
bclammen waren. ESusemil ließ 105 die Orlginalrechnungen
vorlegen und prüfte den Warenbestand
und die verbrannte Menge. Dabei ver-Lhwiegen?
die Marrschen Eheleute, daß sie für
fit Waren zurückgeschickt hatten, die
Summe glich sich Hedoch aus, weil die Angeklagten
verbeen hatten, daß sie auch noch von verschiein
Firmen im ganzen um denselben Betrag
*. beslellt hatten. Susemil mndete fer-Pe
daß dle r½ ebenen Warm von
k. gar#n 8 auf jener Stellage Pa##