Metadata : Kriegsamtliche Mitteilungen und Nachrichten. Nr. 51-60 (5)

Das  Historische  Institut  in  Rom.  Das  Geodätische  Institut.  1023

steller  zurückgingen.  Die  Abschriften  lagern  jetzt  zu  vielen  Tausenden,
  mangelhaft  geordnet  und  lückenhaft  verzeichnet,  in  sieben
römischen  Speeialarchiven.  Dass  ilır  Inhalt  von  grösstem  Wertlı
für  die  Erkenntniss  der  Zustände  der  deutschen  Stifter  und  Klöster,
städtischer  und  ländlicher  Gemeinden  ist,  leuchtet  ein.  Der  Plan
ging  nun  dahin,  diese  Urkunden,  soweit  sie  Deutschland  betreffen,
zu  sammeln  und  kurze  Auszüge  oder  Regesten  derselben  in  wohlgceordneter
  Reihe,  zunächst  aus  der  ersten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts,
  zu  publieiren.  Die  Mittel,  die  dazu  nöthig  schienen,  waren
freilich  sehr  bedeutend.  Aber  auf  Vortrag  des  Herrn  Unterrichtsministers
  bewilligte  Se.  Majestät  der  Kaiser  gemäss  Seinem  oft  ausgesprochenen
  Interesse  für  die  geschichtlichen  Studien  Allergnädigst
aus  dem  Kaiserlichen  Dispositionsfonds  für  vier  Jahre  60000  Mark‘.
Damit  war  das  Unternehmen  eines  »Repertorium  (Grermanicum  .«
sichergestellt.  Sowohl  die  Arbeit  an  diesem  als  die  Herausgabe
der  Nuntiaturberichte  (ausgedehnt  auch  auf  das  17.  Jahrhundert)  ist
seitdem  rüstig  fortgeschritten’;  neben  (diesen  Publicationen  geht
seit  1897  eine  Zeitschrift  her:  »Quellen  und  Forschungen  aus  italienischen
  Bibliotheken  und  Archivens.  Sie  wird  von  dem  ständigen
  Secretar  des  Instituts,  IIrn.  Frienpensgurs,  redigirt.  Die  Direction
  hat  zuerst  Hr.  von  Syger,  dann  Hr.  WATTENnBAcCH  geführt;  sie
liegt  jetzt  in  den  Händen  der  HH.  Koser  und  Lexz.  Neben  ihren
regelmässigen  Aufgaben  versäumen  es  die  Beamten  des  Instituts  in
Rom  nicht,  den  recht  zahlreichen  deutschen  Gelehrten,  welche
theils  durch  schriftliche  Anfragen,  theils  bei  persönlicher  Anwesenheit
  in  Rom  an  dem  Institut  einen  Anhalt  und  Nachweisungen  für
ihre  Zwecke  und  Aufgaben  suchen,  nach  Möglichkeit  behülflich
zu  sein.

Die  Beziehungen  des  Geodätischen  Instituts  zur  Akademie
  beginnen  im  Jahre  1876.  Der  damalige  hochverdiente  Leiter
desselben,  General  BaryErR,  regte  eine  nähere  Verbindung  des  Instituts
  (und  des  mit  ihm  verbundenen  Central-Bureaus  der  Europäischen
  Gradmessung)  mit  der  Akademie  an  und  wünschte  zugleich
eine  Verstärkung  desselben  aus  den  Kreisen  der  Akademie.  Die
physikalisch-mathematische  Klasse  nahm  den  Vorschlag  an,  indem
sie  ihn  zu  Gunsten  des  Antheils  der  Akademie  modificirte.  In  dem
Statut  für  das  Geodätische  Institut  vom  22.  September  1377,  das

!  Im  Jalıre  1897  wurde  dieselbe  Summe  auf  weitere  vier  Jahre  bewilligt.
®2  Der  erste  Band  des  Repertoriums  erschien  im  Sommer  1897.