Inhaltsverzeichnis : Preußische Geschichte. Dritter Band. (3)

Erstes  Buch.

Die  Erhebung  zur  Großmabrht.
1740—1756.

I.  Die  MHbrechnung  mit  Pesterreich.
1710  -  1742.

Friedrich  Wilhelm  J.  war  eines  frühen  Todes  gewärtig  ge—
wesen.  Bereits  1713  hatte  er  für  diesen  Fall  Bestimmungen
getroffen  und  1722  ein  politisches  Testament  aufgesetzt,  in  dem
seine  Eigenart  scharf  zum  Ausdruck  kam.  Zwölf  Jahre  später
brachte  ihn  eine  schwere  Krankheit  an  den  Rand  des  Grabes.
Hinfort  lebte  er  nur  noch  durch  die  Kunst  der  Aerzte.  Aber
gerade  in  dieser  Zeit  gewann  er  den  Glauben  an  die  Tüchtigkeit
  und  den  ernsten  Willen  seines  Nachfolgers.  Er  begrifs,
daß  der  bedeutende  Mensch  nicht  in  eine  bestimmte  Form  gepreßt,
  wohl  aber  dasselbe  Ziel  auf  verschiedenen  Wegen  erreicht
werden  könne.  So  klang  sein  an  schrillen  Dissonanzen  reiches
Leben  harmonisch  aus.

Im  Gefühl  des  nahen  Endes  übersiedelte  er  am  27.  April  1740
nach  Potsdam.  Auf  die  Kunde  von  der  Verschlimmerung  seines
Zustandes  erschien  dort  am  28.  Mai  der  Kronprinz:  von  Rührung
  überwältigt,  sanken  sie  einander  in  die  Arme.  In  Gegenwart
  des  Ministers  Podewils  schilderte  der  König  dem  Sohne
ausführlich  die  politische  Lage.  Auch  in  Zukunft,  so  erklärte
er,  werde  es  des  Hauses  Oesterreich  „unvariable  Maxime“  sein,
Preußen  niederzuhalten;  er  warnte  vor  dem  Doppelspiel  der
englisch-hannöverschen  Politik;  mit  Frankreich  dürfe  man  sich
nur  auf  Grund  der  bündigsten  Zusagen  einlassen;  von  Ruß-Prutz,

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