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nehmen, ob sie schriftliche oder mündliche waren, wie die
häuslichen Arbeiten und die in der Schule sich in bezug auf
Ermüdbarkeit verhielten, wie sich die Arbeiten gleichen Charakters
zu Hause und in der Schule zu einander verhielten.
Seine an der Hand ausführlicher Tabellen gegebenen Mitteilungen
erregten großes Aufsehen. Er zeigte, daß begabte
und fleißige Schüler aus der Obertertia an manchen Tagen
bis ı2 Uhr nachts arbeiten mußten, um ihr Pensum zu erledigen;
an Tagen, an denen einschließlich Handfertigkeitsunterricht
acht Stunden in .der Schule gearbeitet war, mußte
noch 3?/, bis 4'/, Stunden zuHause gearbeitet werden. Gegen
die Zeit des Abiturientenexamens steigert sich die häusliche
Arbeit noch viel mehr. Griesbachs exakte Messungen der
Ermüdbarkeit haben ergeben, daß ein fleißiger Student der
Medizin, ein Telegraphist, ein Lokomotivführer nach zehnstündiger
Arbeitszeit nicht einen so hohen Grad von Ermüdung
aufweisen, wie Sekundaner und Primaner.?)
Das pädagogische Referat für die höheren Schulen
war für die Dresdener Versammlung mir übertragen worden.
Meine Leitsätze lauteten:
ı. Es kann nicht in Abrede gestellt werden, daß die
Hausaufgaben geeignet sind, gesundheitliche Schädigungen
der Schuljugend herbeizuführen.
2. Desgleichen ist nicht zu leugnen, daß sie auch den
Charakter der Kinder ungünstig zu beeinflussen vermögen.
3. Trotz dieser Tatsachen darf die höhere Schule nicht
auf Hausaufgaben verzichten.
4. Pädagogik und Hygiene müssen deshalb in geeigneterer
Weise, als dies vielfach gegenwärtig der Fall
ist, darauf bedacht sein, den durch die Hausaufgaben
möglichen Schädigungen vorzubeugen.
1) Siebente Jahresversammlung des Deutschen Vereins für
Schulgesundheitspflege. (Medizinische Reform, Wochenschrift für Soziale
Medizin, Hygiene und Medizinstatistik, herausgeg. von Dr. Rudolf Lennhoff,
Berlin 1906, No. 24.)