Kompaltaten — Königgrätz.
französischen Revolution den Protestanten
nicht das volle Bürgerrecht, den Juden
war sogar seit der Austreibung (1425)
der Aufenthalt in K. ganz untersagt.
Durch den Frieden von Lüneville (1801)
fiel es den Franzosen zu, die es schon seit
Jahren besetzt hatten, und sein Handel
litt unter den Kriegsdrangsalen der folgenden
Jahre ungemein. Erst seit es
815 unter preußische Herrschaft kam, hat
es, obgleich es nicht Provinzialhauptstadt
wurde, einen erheblichen Aufschwung genommen.
Vgl. Boisserée, Geschichte und
Beschreibung des Doms zu K. (2. Aufl.
1842); Schmitz, Der Dom zu K. (mit
historischem Tert von Ennen, 1868
Ennen, Eeschichte der Stadt K. (1
bis 1875, 5 Bde.; Auszug in 1 Bd. 1880).
Kompaktaten lath, s. v. w. Vertrag.
Bekannt sind die Prager oder Böhmischen
K., welche von den böhmischen
Ständen 30. Nov. 1433 mit dem Baseler
Konzil geschlossen wurden und den Kalixtinern
den Genuß des Kelchs beim Abendmahl,
ihren Priestern die freie Verkündigung
des Worts Gottes, die Verwaltung
des Kirchenguts 2c. zugestanden;
mirden 1567 wieder aufgehoben. Vgl.
ussiten.
Königgrätz, Festung und Bezirkshauptstadt
in Böhmen, an der Mündung der
Adler in die Elbe, berühmt durch den
Sieg der Preußen über die verbündeten
Osterreicher und Sachsen 3. Juli
1866. Der ssterreichische Oberfeldherr
Benedek hatte sich in eine feste Stellung
auf dem rechten Elbufer zurückgesegen
und sein Heer, das 220,000 Mann mit
500 Geschützen stark war, auf einer ausedehnten
Hügelreihe aufgestellt. Beide
lügel lehnten sich an die Elbe, waren
also zurückgebogen, was dem Feinde die
Umfaffung der Flanken erleichterte. Im
Zentrum bei Lipa standen das 3. und 10.,
in der Reserve das 1. und 6. Korps; die
Flügel wurden rechts vom 4. und 2., links
von den Sachsen und dem 8. Korps gebildet.
König Wilhelm von Preußen hatte 2.
Juli bestimmt, daß die erste Armee unter
dem Prinzen Friedrich Karl (2., 3. und 4.
Korps) und die Elbarmee unter dem General
Herwarth v. Bittenfeld (7 und 8.
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Korps) mit Tagesanbruch angreifen sollten;
die zweite Armee unter dem Kronprinzen
(Garde, 1., 5, und 6.Korps) sollte von
Königinhof aufbrechen und von Norden
3 dem Feind in die rechte Flanke fallen.
rinz Friedrich Karl, im Glauben, nur
drei feindliche Korps und die Sachsen vor
8 zu haben, beschloß, bei Sadowa den
bergang über die Bistritz zu erzwingen,
die dahinterliegende Höhe von Lipa zu erstürmen
und das feindliche Zentrum zu
durchbrechen, während die Elbarmee im
Südwesten bei Nechanitz einen Stoß auf
den feindlichen linken Flügel ausführen
sollte. Am 3. Juli, gegen 8 Uhr morgens,
begann der Angriff. Die ersie Armee eroberte
Sadowa und das dabeiliegende Gebohe
ihr linker Flügel drang in den Swiepwald
ein, die Elbarmee eroberte Nechanitz.
Aber alle Angriffe gegen Lipa und im Süden
gegen Problus scheiterten. Besonders
verdanktehier der Feind seine überlegenheit
der Stärke seiner Artillerie, die gezogene
Geschütze führte, gegen welche die preußische
mit ihren glatten Geschützen, dazu in ungedeckter
Stellung, nicht aufkommen konnte.
Die preußische 7. Division unter General
v. Fransech im Swiepwald geriet in große
Bedrängnis, und die aastericer machten
jetzt große Anstrengungen, sie aus dem
Wald zu werfen unb der ersten Armee in
die linke Flanke zu fallen. Sie verwendeten
dazu fast ihren ganzen rechten Flügel,
das 4. und 6. Korps, vermochten aber Fransecky
doch nicht aus dem Wald zu treiben.
Um 1 Uhr mußte Prinz Friedrich Karl
das 3. Korps aus der Reserve heranziehen,
um zu verhüten, daß der Feind sein Zentrum
durchbreche.
Da kam die ersehnte Hilfe durch die
Armee des Kronprinzen, dessen erste Reiter
sich zwischen 12 und 1 Uhr bei Maslowed
in der rechten Flanke der Österreicher
zeigten. Das Gardekorps in der
Mitte, das 6. links, das 1. rechts, das 5.
in der Reserve, rückte er an. Chlum im
Osten von Lipa wurde um 3 Uhr von der
Garde genommen, ebenso das südlich gelegene
Rosberitz und endlich Lipa. Ein
Versuchder Österreicher, die Dörfer wiederzunehmen,
mißlang; nur Rosberitz blieb
ihnen. Inzwischen hatte auch die Elb-