Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1881. (58)

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S.  10.
Dringende  Telegramme.

Der  Aufgeber  eines  Privattelegramms  kann  den  Vorrang  bei  der  Beförderung  vor
den  übrigen  gewöhnlichen  Privattelegrammen  erlangen,  wenn  er  das  Wort  „dringend“
eder  abgekürzt  die  Bezeichnung  „(1))“  vor  die  Aufschrift  setzt  und  die  dreifache  Gebühr
eines  gewöhnlichen  Telegramms  von  gleicher  Länge  erlegt.  Für  dringende  Telegramme
eträgt  demnach  die  Grundtaxe  60  Pf.,  die  Worttaxe  15  Pf.

§.  11.
Bezahlte  Antwort.

1I.  Der  Aufgeber  kann  die  Antwort,  welche  er  von  dem  Empfänger  verlangt,  vorusbezahlen.


II.  Für  das  vorauszubezahlende  Antwortstelegramm  wird  die  Gebühr  eines  gewöhnlichen
  Telegramms  von  10  Worten  berechnet.  Soll  eine  andere  Wortzahl  für  die  Antwort
  vorausbezahlt  werden,  so  ist  diese  im  Text  des  Ursprungstelegramms  anzugeben.

III.  Am  Bestimmungsorte  übersendet  die  Ankunftsanstalt  dem  Empfänger  mit  der
ZX  elegramm-Ausfertigung  ein  Antwortsformular,  welches  demselben  die  Befugniß  ertheilt,
in  den  Grenzen  der  vorausbezahlten  Gebühr  ein  Telegramm  an  eine  beliebige  Bestimmung
innerhalb  6  Wochen  unentgeltlich  aufzugeben.

IV.  Der  für  die  Antwort  gezahlte  Betrag  wird,  wenn  der  Empfänger  von  dem
#ntwortsformular  keinen  Gebrauch  gemacht  hat,  auf  Verlangen  an  den  Aufgeber  zurückgezahlt.
  Zu  diesem  Zweck  muß  der  Empfänger  vor  Ablauf  der  unter  III  festgesetzten
Grist  den  bezüglichen  Antrag  unter  Beifügung  des  Antwortsformulars  bei  der  Anstalt
Mbringen,  welche  ihm  dasselbe  ausgehändigt  hatte.  Es  wird  sodann  wie  in  Gebühren-.
  attungsangelegenheiten  verfahren.

V.  Kann  das  Ursprungstelegramm  bei  der  Ankunft  nicht  bestellt  werden,  dann  wird
be  in  §.  23  vorgesehene  telegraphische  Meldung  über  die  Unbestellbarkeit  an  die  Aufgabeanstalt
  sogleich  erstattet.  Wenn  keine  Berichtigung  erfolgt,  benachrichtigt  die  Ankunftsastalt
  den  Aufgeber  unmittelbar  von  der  Unbestellbarkeit  durch  eine  dienstliche  Meldung,
elche  die  Stelle  der  Antwort  vertritt,  sobald  die  zur  Auffindung  des  Empfängers  unterdommenen
  Nachforschungen  sich  als  fruchtlos  erwiesen  haben,  spätestens  nach  8  Tagen.

erweigert  der  Empfänger  ausdrücklich  die  Annahme  des  für  die  Antwort  bestimmten
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