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den zudem noch mit gewissen Vorrechten ausgestattet, welche
ihnen als Realrechte anklebten, und daher auf jeden Besitzer derselben
übergingen und von diesem ausgeübt werden konnten. 2)
Man pflegte ein solches Grundbesitzthum ein Gut im engern
Sinne, den Besitzer desselben den Gutsherrn zu nennen; jene
dinglichen Vorrechte, welche dem Gut anklebten, hieß man gutsherrliche
Rechte, ?) wofür man als Gesammtbezeichnung den
Ausdruck Gutsherrlichkeit gebrauchte. Zu diesen gutsherrlichen
Rechten konnte denn insbesondere auch die gutsherrliche
Gerichtsbarkeit gehören, wodurch dem Besitzer eine gewisse
öffentliche Gewalt als Realrecht erworben war.
Die in der Gutsherrlichkeit enthaltenen Rechte lassen sich,
wenn wir dabei von der gutsherrlichen Gerichtsbarkeit und
ihren Ausflüssen absehen, auf folgende Hauptclassen zurückführen:
1) Gewisse nutzbare Rechte, welche in der Regel bloß landesherrliche
Rechte — Regalien — sind, wohin das Jagdrecht,
das Fischerei-, das Forst= und Bergrecht gehören. 4)
2) Solche Rechte, welche den Anspruch auf eine positive
Leistung von Seite dritter Personen, insbesondere von
Seite der Besitzer bäuerlicher Anwesen, gewähren. Dahin sind
zu zählen:
a) die grundherrlichen Rechte, welche im Falle des getheilten
Eigenthums dem Obereigenthümer5) zukommen.
1847. 8. Dr. L. Mann, Untersuchungen über den Begriff der Reallasten.
Dessau 1869. 8.
2) Mehrere Gründe haben zur Entstehung solcher Rechte mitgewirkt,
insbesondere das ächte Eigenthum, die Grund= und Lehensherrlichkeit, die
Vogtei u. s. w.
3) Die Eigenschaft der gutsherrlichen Rechte, wornach sie als Nealrechte
an einem Grundbesitz als der Hauptsache (mindestens an einem Castrum)
haften, ist wenigstens die Regel; doch kommen sie auch abgelöst und als
selbständige Vermögensrechte vor.
4) Edict VI. §. 2. Ueber den Inhalt des Forstrechtes vergl. Mittermaier,
Grundsätze des deutschen Privatrechts (VI.) §. 207. Man kann
diese Gattung von Rechten auch als Ausflüsse eines erweiterten, resp. des
vollen Eigenthums an Grundstücken auffassen.
5) Unsere Gesetzgebung nennt diese Art von Rechten, resp. die Früchte
derselben, mit Rücksicht hierauf Dominicalrenten.